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  • 14.04.2014, 11:04 Uhr
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  • Hamburg
Interview

„Oft liegt in ungewöhnlichen Ideen das meiste Potenzial“

Wir haben mit Frank Muschke, Vertriebsleiter bei OTTO DÖRNER, über das erste Jahr Onlineshop, Zukunftstrends der Branche und die Firmenphilosophie des Unternehmens gesprochen.

Das Bild des Hamburger Stadtteils Stellingen dominieren zwei Logos. Das eine ist die blau-schwarz-weiße Raute des Hamburger Sportvereins, das andere der Schriftzug von OTTO DÖRNER. Bei einem der Norddeutschen größtem Müllentsorger rollen täglich über 300 Lkw über die Waage. Zunächst wird die Fracht kontrolliert, zu- und abgekippt. Danach landet der Müll in riesigen Hallen. Über ein Labyrinth aus Fließbändern und modernster Technik rattern Bauabfall, Sperrmüll und Gewerbeabfälle. Die Anlage zerkleinert, sortiert und spuckt schließlich Wertstoffe aus, die später recycelt werden. Die gefräßige Sortieranlage zählt zu den modernsten ihrer Art. Und darauf ist Frank Muschke ziemlich stolz. In diesem Interview lässt er uns hinter die Kulissen bei OTTO DÖRNER schauen.

business-on.de: Was tun Sie, um immer auf dem neusten Stand der Technik zu bleiben?

Frank Muschke: Eine ganze Menge, glaube ich, und das betrifft nicht nur die ständige Weiterentwicklung unserer Sortieranlage, sondern beginnt bereits bei der Ausstattung unserer Fahrzeuge. Weiterentwicklung betrifft natürlich auch die EDV und den Workflow im Abrechnungsbereich und gipfelt schließlich in der Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiter. Wir wären nicht seit über 80 Jahren im Geschäft, wenn wir technische Entwicklungen verschlafen und Zukunftstrends nicht erkennen würden.

business-on.de: Vor knapp einem Jahr ist Ihr Unternehmen mit dem doerner-shop.de online gegangen. Liegt im Internet die Zukunft Ihrer Branche?

Frank Muschke: Bücher, CDs, Fernseher & Co. werden mittlerweile ganz selbstverständlich im Netz bestellt. Wir hatten daher die Idee, unsere Dienstleistung für diesen speziellen Markt zu öffnen und so das Lebensgefühl unserer Zeit einzufangen. Wenn sich zum Beispiel ein Kunde am Sonntag entscheidet, sein Badezimmer rauszureißen, hat er vielleicht ein Problem mit dem Nachbarn, nicht aber mit der Entsorgung der Fliesen. Er geht einfach in unseren Shop, gibt seinen Entsorgungswunsch an, sucht sich den passenden Container aus, klickt auf ‚Bestellen’ und kann bequem online bezahlen. Der gewünschte Container wird dem Kunden vor die Haustür geliefert. Das läuft ziemlich schmerzfrei und einfach.

business-on.de: Wurde der Handschlag jetzt endgültig vom Klick abgelöst?

Frank Muschke: Unser Onlineshop richtet sich an Privatleute und kleine Handwerker, die den Komfort der einfachen Online-Bestellung schätzen. Mit unseren Businesskunden arbeiten wir meist schon seit Jahren zusammen, man kennt sich. Auf diesem Sektor wird also auch weiterhin in hanseatischer Tradition ein Abschluss per Handschlag besiegelt werden. Natürlich besteht bei jeden Online-Auftrag die Möglichkeit telefonische Rücksprache zu nehmen, um letzte Fragen zu beantworten oder sich über Abfälle zu informieren, die im Shop nicht angeboten werden. Wir bieten wir deshalb einen geschulten Telefonservice an. Bisher war das Feedback auf unser Online-Angebot durchweg positiv. Ich denke, dass wir ein gutes erstes Jahr hingelegt haben. Einfach, schnell und unbürokratisch.

business-on.de: Neues muss sich oft gegenüber Altbewährtem durchsetzen. Welchen Stellenwert genießen innovative Ideen bei OTTO DÖRNER?

Frank Muschke: OTTO DÖRNER hat mittlerweile zwar eine Holding-Struktur, doch der Geist des Familienunternehmens wird weiterhin gelebt. Eine gute Idee muss bei uns nicht erst durch -zig Instanzen durchgewunken und abgenickt werden. Zwar gibt es auch bei OTTO DÖRNER Hierarchien, dennoch aber motivieren wir jeden einzelnen Mitarbeiter, das Unternehmen aktiv mitzugestalten. In diesem Punkt unterscheiden wir auch nicht zwischen Führungskräften und Praktikanten: Wenn wir an eine Idee glauben, schauen wir zunächst nach, wie eine interne Lösung aussehen kann. Vorhandene Kompetenzen werden genutzt oder nach Bedarf auf- und ausgebaut. Das beinhaltet gleichzeitig die Chance zur Weiterentwicklung.

business-on.de: Welche Kompetenzen mussten für den Eintritt in das Internetgeschäft aufgebaut werden?

Frank Muschke: Wir haben sehr schnell gemerkt, dass eine Internetseite alleine nicht ausreicht. Das World Wide Web ist ein hartumkämpfter Markt. Mittlerweile gibt es im Bereich der Müllentsorgung zahlreiche Portale, die mit günstigen Angeboten locken, und an Google führt auf Dauer kein Weg vorbei. Wir versuchen daher unsere Auffindbarkeit zu optimieren, den Shop anwenderfreundlich zu halten und mit einer schnellen Abwicklung zu punkten. Offline funktioniert die Marke OTTO DÖRNER bereits seit Jahren. Für den Onlinebereich war uns wichtig auch das Vertrauen neuer Kunden zu gewinnen. Wir glauben daran, dass sich Qualität am Ende auszahlen wird.

business-on.de: Haben Sie vor, Ihr Onlineangebot in nächster Zeit auszubauen?

Frank Muschke: Über unsere Branche wird gerne gescherzt, weil wir unser Geld mit Müll verdienen. Doch nur weil an jeder Ecke Müll anfällt, fliegen uns die Aufträge nicht zu. Aus diesem Grund arbeiten wir an neuen Möglichkeiten über das Internet einen Zugang zum Kunden zu finden. Zum Beispiel planen wir den Onlineshop um die Dienstleistung der Aktenvernichtung zu erweitern. Mit solchen Maßnahmen wollen wir unser breitgefächertes Angebot auch online anbieten.

business-on.de: Vielen Dank für das Gespräch!

(Redaktion)


 


 

Frank Muschke
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