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Börsengang

IPOs in der Warteschleife. Was tun?

Kreditklemme oder doch keine Kreditklemme? Während sich Politiker und Banker an dieser Frage noch die Zähne ausbeißen, sind Unternehmer längst auf der Suche nach anderen Wegen, um ihre Gesellschaft langfristig mit liquiden Mitteln zu versorgen und die Finanzierung zu sichern. Der erste Blick fällt in schwierigen Zeiten meist auf die Innenfinanzierung, denn das schnellere Eintreiben von Forderungen und die Reduzierung des Working Capitals lassen sich verhältnismäßig leicht umsetzen. Was aber können Entscheider tun, um ihr Unternehmen für die Zeit nach der Krise zu wappnen?

Wenn die Konjunktur wieder anspringt, will ein jedes Unternehmen davon profitieren. Dafür bedarf es einer Vorfinanzierung, die vielen Unternehmen allerdings von ihren Banken dann nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Es gilt daher, sich frühzeitig auf den Aufschwung vorzubereiten und die Weichen für einen möglichen Börsengang zu stellen.

Springen die Märkte wieder an, geschieht dies gewöhnlich sehr rasch. Es könnte sich das IPO-Fenster demnach genauso schnell wieder öffnen, wie es sich im Jahr 2008 geschlossen hat. Die Erfahrung zeigt, dass nur Unternehmen erfolgreich den Sprung an den Kapitalmarkt schaffen, die es verstehen, diese Zeitfenster gezielt zu nutzen. Vor diesem Hintergrund ergeben sich folgende fünf Empfehlungen für IPO-Kandidaten:

1. Controlling und Finanzberichterstattung auf die Anforderungen der Börse vorbereiten!

Meist ist die Roadshow zum Börsengang gerade erst vorbei, da muss das Management bereits den Schalter umlegen und sich den Informationsanforderungen an eine börsennotierte Gesellschaft stellen. Hilfreich ist es daher, vorab mit der Finanz- und Buchführungsabteilung entsprechende Übungen durchzuführen – und zwar unter möglichst realen Voraussetzungen. Eine quartalsweise Berichterstattung mit Zwischenabschlüssen und aufbereiteten Kennzahlen, die Erstellung einer aussagekräftigen Unternehmenspräsentation oder die Entwicklung von Antworten auf kritische Fragen von Analysten, Investoren oder Journalisten können bereits aufgearbeitet werden. 

2. Kapitalmarktkenntnisse gewinnen!

Unternehmer sollten sicherstellen, dass sie sich den Erwartungen der Financial Community bewusst sind und sich im Einklang mit diesen bewegen. Falls möglich, sollten Erkenntnisse z.B. aus Conference Calls Ihrer Peer-Group, Unternehmenspräsentationen auf Konferenzen, Sell-Side-Investmentstudien oder aus der Berichterstattung der Finanzpresse gesammelt und für die eigene Firma ausgewertet werden. Entscheider sollten lernen, was Best Practice am Kapitalmarkt und in Sachen Investor Relations bedeutet!

3. Bewertungsvorstellungen auffrischen!

Die Aktienbewertungen haben sich, daran gibt es keinen Zweifel, in ihrer Gesamtheit nach unten entwickelt seit das Management das letzte Mal über ein öffentliches Angebot nachgedacht hat. Kapitalmarkteinschätzung und fundamentale Daten einer Gesellschaft unterscheiden sich oft sehr stark. Daher sollten Entscheider zusammen mit ihren Beratern Preisvorstellungen überdenken sowie die Angebots- und Preislandschaft (auch international) sehr genau beobachten. Es ist daher nützlich, sich frühzeitig Gedanken zu machen, wie ein mögliches Emissionskonzept in diesem veränderten Umfeld aussehen kann: Eines, das den Aktionären Chancen auf Kurssteigerungen lässt und der Gesellschaft die notwendige Flexibilität gibt, weiter zu investieren und Marktchancen zu nutzen.


 


 

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