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Kieler Woche 20. bis 28. Juni 2009

ISAF-Sailing World Cup - Die Welttournee des olympischen Segelsports macht in Kiel Station

Die Sterne der Stare funkeln in Kiel

Besonders hochkarätig dürfte auch das Startboot-Feld sein. Die Stare wetteifern eine Woche später vor Kiel um den EM-Titel. Erfreulich ist der große Andrang ambitionierter deutscher Crews. Ein halbes Dutzend teilweise sehr junger Teams haben die Teilnahme an der olympischen Regatta 2012 vor Weymouth in Großbritannien im Visier. Unter ihnen aber sind neuerdings auch zwei Routiniers, die aus ganz anderen Disziplinen ins Starboot gewechselt sind: Johannes Polgar und Tim Kröger.

Aktuell bilden der Berliner Robert Stanjek und sein Hamburger Vorschoter Markus Koy die Messlatte in der deutschen Starbootszene. Doch sie haben reichlich Konkurrenz bekommen. Neben Stanjek/Koy und Polgar/Kröger trainieren drei weitere viel versprechende junge Mannschaften mit dem Ziel der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 unter dem Dach des Heinz Nixdorf Vereins: Matthias Miller/Benedikt Wenk, Alexander Schlonski/Frithjof Kleen und Johannes Barbendererde/Timo Jacobs.

Mit vergleichsweise wenig Starboot-Erfahrung, aber viel Routine und professioneller Einstellung kämpfen Polgar und Kröger gleichzeitig um den Anschluss an die Weltspitze. Ein Jahr haben sie sich dafür Zeit gegeben. 2010 soll und muss die Kaderqualifikation her.

Kiwo-Giganten bei der SAP 505er-EM

Ein ganz besonderes Highlight wird die SAP 505er-EM. Ganz oben auf der Liste der internen Duelle im Feld der rund 100 Crews steht der Zweikampf zwischen den Kieler Woche-Rekordsiegern Wolfgang Hunger aus Strande und dem Dänen Jörgen Bojsen-Møller. Jeweils 16 Erfolge fuhren die beiden Kontrahenten in den vergangenen 30 Jahren ein.

Hunger dominierte seit 1983 das Geschehen mit acht Siegen im 470er und seit 1997 mit ebenso vielen Erfolgen im 505er, während Bojsen-Møller mit 15 Triumphen im Flying Dutchman seit 1983 fast unbezwingbar ist. Einmal konnte sich der dänische Segelmacher aber auch in einer anderen Klasse in die Siegerliste eintragen: 1979 im 505er. Damals wurde er zudem Europameister.

Die Zielvorgabe für beide ist also klar: "Wir wollen natürlich den Titel gewinnen, aber die Konkurrenz ist groß. Es ist alles dabei, was Rang und Namen hat", sagt Wolfgang Hunger, der seit dem vergangenen Jahr mit Julien Kleiner an der Vorschot ins Rennen geht. Neben dem EM-Triumph blickt er aber auch mit einem halben Auge auf den Kieler Woche-Rekord: "Das Ganze ist natürlich von der Presse geschürt. Erst musste ich Willi Kuhweide überholen, dann Gerd Eiermann, und jetzt ist Jörgen Bojsen-Møller zu schlagen. Aber wenn man auf der Bahn ist, will man natürlich auch gewinnen." Ebenso setzt Bojsen-Møller, der mit Bruder Jacob segelt, die Prioritäten: "Wir müssen noch ein paar persönliche Verpflichtungen klären. Aber wenn wir das schaffen, dann kämpfen wir um den Titel mit. Der Kieler-Woche-Rekord wäre dabei ein schöner Nebeneffekt."

X-en-Hattrick in Kiel

Die X-Yachten schicken sich an, zu einem festen Bestandteil der Kieler Woche zu werden. Nach den Weltmeisterschaften 2007 und den Europameisterschaften 2008 segeln die X-35 in diesem Jahr erneut um den globalen Titel vor Kiel. Im Kielwasser der kleinen Schwester kommt auch die X-41 mit ihrer Flotte nach Schilksee und ermittelt auf der Bahn Alpha die europäischen Titelträger.

Der Seebahn-Chef der Kieler Woche, Eckhard von der Mosel, sieht das Geschehen auf der Außenförde durch die X-en deutlich aufgewertet: "Die Top-Segler auf der Ostsee haben sich bei den X-Yachten zusammengefunden. Das werden die High-End-Regatten im Norden. Deshalb werden wir für die X-en immer einen Slot in der Kieler Woche offen halten."

Neben dem Niederländer Cees Wieringa, der sich mit seiner "DRS X" 2007 den WM-Sieg sicherte, und dem Briten Mark Richmond mit der "Cool Running" (WM-Silber 2007 und EM-Bronze 2008) treffen die deutschen X-Yachten auf italienische Konkurrenz. "Die italienischen Crews sind zum Teil mit hochkarätigen Profis besetzt und sind immer zum Favoritenkreis zu zählen", sagt Sven Christensen von der "Xen", der als Geschäftsführer der Kieler Woche-Vermarktungsagentur "Point of Sailing" das Geschehen allerdings nur von Land aus verfolgen kann. Er erwartet bis zu 40 Crews aus zehn Nationen am Start. Selbst aus Japan ist schon eine Meldung eingegangen.

Für jeden Seesegler etwas

Doch ob leistungsorientierter Regattafreak oder "nur" schnell segelnder Fahrtensegler, ob Kurzstrecken-Freund oder Langstrecken-Fan - die Kieler Woche bietet für jeden Seesegler und jeden Schiffstyp etwas.

Herzstück bleibt der Kaiserpokal als Gesamtwertung aus Senatspreis (Mittelstrecke) und den bis zu zehn Kiel-Cup-Regatten (Kurzstrecken). Den Auftakt für die ORC International-Klassen I-IV bildet die Mittelstrecke am Samstag, 20. Juni, mit dem traditionellen Start vor dem Hindenburgufer, bevor Sonntag, 21. Juni, bis Dienstag, 23. Juni, die Kurzstreckenrennen (Up-and-downs) des Kiel-Cups auf dem Programm stehen. Parallel gehen auch die Einheitsklassen (z.B.: J80 und Albin Express) in eigener Wertung ins Rennen. Den hochkarätigen Kieler Woche Offshore-Preis, den Kaiserpokal, können allerdings nur die ORC International-Yachten gewinnen.

Die ORC-Club-Schiffe kämpfen am ersten Kieler Wochenende um die Siege beim Welcome-Race, das sich aus zwei Mittelstrecken am Samstag, 20. Juni, und Sonntag, 21. Juni, zusammensetzt.

Den Abschluss für jedermann bietet der 2008 neu ins Leben gerufene Schabernack Cup am zweiten Wochenende. Das Auftaktrennen führt am Freitag, 26. Juni, aus der Innenförde nach Schilksee. Es folgt am Samstag, 27. Juni, der Schabernack Cup (eine Untiefe vor Heiligenhafen heißt Schabernack) von Schilksee nach Heiligenhafen, wo auch die Siegerehrung stattfindet. Gewertet wird hier nach dem aus Club- und Abendregatten bekannten Handicap-System Yardstick.

Die großen ORC Yachten ab 40 Fuß segeln um das "Silberne Band". Donnerstag ist eine Langstrecke ausgeschrieben und Freitag das Coastal Race nach Heiligenhafen.

Landeshauptstadt Kiel

(Redaktion)


 


 

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