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IT-Nutzung

Cloud Computing künftig Basistechnologie in vielen Betrieben

Cloud Computing ist im Kommen: Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen setzt bereits auf „Wolken“-Services. Große Mehrheit macht mit der Technologie positive Erfahrungen. Sicherheitsbedenken bremsen jedoch eine schnellere Verbreitung aus.

Im Jahr 2014 haben in Deutschland 44 Prozent aller Unternehmen Cloud Computing eingesetzt. Zu dem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage unter 458 Unternehmen im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG in Zusammenarbeit mit dem Digitalverband Bitkom. Das sei ein Anstieg um 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. In fast jedem vierten Unternehmen (24 Prozent) werde der Einsatz bereits geplant oder diskutiert. Für ein Drittel (32 Prozent) sei die Nutzung der Technologie derzeit kein Thema. „Cloud Computing hat sich zu einer der zentralen Technologien der digitalen Welt entwickelt“, sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg bei der Vorstellung des „Cloud-Monitors 2015“ in Berlin. „Cloud-Services machen Unternehmen flexibler, mobiler und effizienter. Darüber hinaus können sie einen wichtigen Beitrag zur IT-Sicherheit leisten.“ Der Umfrage zufolge gehört Cloud Computing in großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern zum Standard. Hier setzten bereits 70 Prozent Cloud-Lösungen ein. Im Mittelstand mit 100 bis 499 Beschäftigten sei es jedes zweite (52 Prozent) Unternehmen und bei kleineren Betrieben mit 20 bis 99 Mitarbeitern liege der Anteil bei 41 Prozent.

CLOUD COMPUTING
Als Cloud Computing bezeichnet man die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie Speich ERP latz, Rechenkapazitäten oder Software über Datennetze. Das Netzwerk kann ein unternehmens- und organisationsinternes Intranet (Private Cloud Computing) oder das öffentliche Internet (Public Cloud Computing) sein.

Nach den Ergebnissen der Umfrage nutzen 39 Prozent der Unternehmen IT-Services aus einer Private Cloud. Das sind 3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das Public Cloud Computing komme dagegen kaum von der Stelle, so der Digitalverband. Der Anteil der Nutzer sei lediglich um einen Punkt auf aktuell 16 Prozent gestiegen. Auch das Potenzial für zusätzliche Nutzer ist laut der Umfrage geringer. Demnach planen oder diskutieren nur 8 Prozent den Einsatz von Public Cloud Computing. Dagegen sind es bei Diensten aus der Private Cloud 29 Prozent. Berg: „Unternehmen richten sich überwiegend interne Clouds ein, die öffentlich nicht zugänglich und oft vom Internet entkoppelt sind.“

„Cloud Computing funktioniert“, resümiert Peter Heidkamp, Partner Consulting bei KPMG. „Die Erfahrungen der Nutzer sind überwiegend positiv. Die wichtigsten Ziele, die mit der Einführung von Cloud-Diensten verbunden sind, wurden bei den meisten Anwendern erreicht.“ Dies sei ein zentrales Ergebnis des aktuellen Cloud-Monitors und bestätige unsere Vorjahresuntersuchungen. Auch wenn es bisweilen Integrations- oder Sicherheitsprobleme gebe, im Großen und Ganzen könne man nach vier Jahren Cloud-Monitor konstatieren: Cloud Computing hält, was es verspricht. So haben 78 Prozent der Cloud-Nutzer in Unternehmen positive Erfahrungen mit Private Cloud Computing gemacht, weitere 22 Prozent antworten mit „neutral“. Beim Public Cloud Computing berichten 73 Prozent von positiven Erfahrungen und 24 Prozent sind neutral. 4 Prozent der Befragten haben negative Erfahrungen mit Lösungen aus der Public Cloud gemacht.

Wichtigste Anwendung in Private Clouds ist der Umfrage zufolge mit 36 Prozent „Groupware“ mit Funktionen wie E-Mail, Messenger oder Terminplaner. 29 Prozent der Cloud-Nutzer setzen ERP-Systeme für die Planung und Steuerung von betriebswirtschaftlichen Prozessen ein, zum Beispiel für die Bereiche Finanzen, Produktion oder Personal. Ebenfalls 29 Prozent nutzen Telefonie-Systeme, 24 Prozent Anwendungen für eine effektive Teamarbeit und 21 Prozent Office-Programme. Bei der Nutzung von Public Clouds ist ebenfalls Groupware mit 46 Prozent die am weitesten verbreitete Anwendung. Häufiger als in der Private Cloud werden Lösungen für das Kundenmanagement verwendet (36 Prozent). Fast ein Viertel (23 Prozent) nutzt „Security as a Service“ aus der Public Cloud, um das Unternehmen besser vor Cyberangriffen zu schützen.

Nach den Ergebnissen der Umfrage bremsen Sicherheitsbedenken eine intensivere Nutzung von Cloud Computing in der deutschen Wirtschaft. 60 Prozent der befragten Unternehmen befürchtet einen unberechtigten Zugriff auf sensible Daten. Fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) hat Sorge vor einem Datenverlust. Für immerhin 40 Prozent sind rechtliche Unsicherheiten ein Hinderungsgrund für den Einsatz. „Die Sorge vor Cyberangriffen sollte keinesfalls unterschätzt werden“, sagte Berg. „Es stellt sich aber die Frage, ob die eigene IT-Abteilung den Schutz vor einem Datendiebstahl besser gewährleisten kann als ein spezialisierter Cloud-Dienstleister.“ Cloud-Lösungen böten hier enorme Vorteile, wenn es um Leistungsfähigkeit, Aktualität und Reaktionsgeschwindigkeit geht. Aus Sicht des Digitalverbands sei es auch gesamtwirtschaftlich wichtig, dass Unternehmen die Chancen von Cloud Computing nutzten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Die Sorge vor Compliance -Verstößen ist ein wichtiges Hemmnis im Cloud-Markt. Wir müssen deutlich machen, dass Cloud Computing und Compliance keine Gegensätze sind. Hier gibt es noch reichlich Aufklärungsbedarf“, so Peter Heidkamp. „Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen haben die Sorge, dass Cloud Computing die Einhaltung von Compliance-Anforderungen gefährdet und schwerlich mit regulativen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen ist. Allerdings ist diese Sorge de facto eher unbegründet: Nur 8 Prozent der Unternehmen haben tatsächlich Compliance-Vorfälle zu beklagen, die mit Ihren Cloud-Lösungen zu tun haben.“

Cloud Computing ist auch ein zentrales Thema bei der Hightech-Messe Cebit, die ab dem 16. März 2015 in Hannover stattfindet. Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Wirtschaft unter dem Stichwort d!conomy.

(Redaktion)


 


 

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