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ITK-Branche

Kommunikationstechnik „made in Germany“ im Ausland begehrt

Der Export von Kommunikationstechnik legte im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent zu. Dezeit setzt nur jedes zweite mittelständische ITK-Unternehmen auf Außenhandel.

Im ersten Halbjahr 2016 hat der Export deutscher Kommunikationstechnik deutlich zugelegt. Die Ausfuhr von Geräten, Telefonanlagen und Netzwerktechnik stieg um 2,8 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Auch die Verkäufe von Unterhaltungselektronik ins Ausland konnten leicht zulegen, die Umsätze wuchsen um 0,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Dagegen ging der Export von IT-Hardware wie Computer, Drucker oder Zubehör um 3,2 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zurück. Insgesamt wurden von Januar bis Juni ITK-Produkte und Unterhaltungselektronik im Wert von 16,4 Milliarden Euro ausgeführt. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das ein minimaler Rückgang um 100 Millionen Euro (minus 0,4 Prozent). Das teilte der Digitalverband Bitkom anlässlich des Außenwirtschaftstags Digitale Innovation, Informations- und Kommunikationstechnologie in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt am 30. September 2016 mit.

„Die ITK-Branche ist eine Wachstumsbranche, sowohl was Umsätze als auch was Arbeitsplätze in Deutschland betrifft. Im Bereich der Kommunikationstechnik nimmt Deutschland international eine starke Rolle ein“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. Gleichzeitig spiegele sich die Leistungsfähigkeit der ITK-Branche nur noch zum Teil in klassischen IT- und Kommunikationsprodukten wider. Wichtiger würden Software und digitale Bauteile, die in fast allen Exportprodukten unserer Leitindustrien wie Automobil- und Maschinenbau, Gesundheit oder Logistik stecken.

Um die Digitalisierung energisch und konsequent angehen zu können, initiiere Bitkom zusammen mit der Bundesregierung derzeit digitale Hubs rund um die deutschen Leitindustrien, in denen Großunternehmen, Mittelständler und Start-ups eng zusammenarbeiten und von Hochschulen, Forschungsinstituten, privaten und öffentlichen Investoren unterstützt werden. Dirks: „Es gilt jetzt, die digitalen Innovationstreiber nach Deutschland zu holen und digitale Lösungen auf internationalem Spitzenniveau zu entwickeln.“

Mit Blick auf die ITK-Branche appellierte Dirks vor allem an die mittelständischen Unternehmen der Branche, die Chancen des Außenhandels verstärkt zu nutzen. Aktuell sind erst 55 Prozent der ITK-Mittelständler im Ausland aktiv. „KMUs beschränken sich zu oft auf ihr regionales Geschäft, nicht selten ist schon der nationale Markt eine zu große Herausforderung. Und Internationalisierung heißt meist Österreich und deutschsprachige Schweiz“, so Dirks. „Der Außenwirtschaftstag von Bitkom und Auswärtigem Amt wird wichtige Impulse für eine weitergehende Internationalisierung geben.“

Hauptabnehmerländer für ITK-Produkte aus Deutschland waren im ersten Halbjahr Frankreich (1,30 Milliarden Euro), die Niederlande (1,29 Milliarden Euro) und Polen (1,27 Milliarden Euro). An vierter Stelle lag Großbritannien (1,23 Milliarden Euro), allerdings gingen die Ausfuhren ins Königreich um 14 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zurück. Die Importe von ITK-Produkten gingen von Januar bis Juni um 0,6 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro zurück. Hauptlieferland bleibt mit großem Abstand China, aus dem Waren im Wert von 12,17 Milliarden Euro nach Deutschland kamen. Dahinter folgen mit großem Abstand die Niederlande (1,76 Milliarden Euro), Vietnam (1,61 Milliarden Euro) und die Tschechische Republik (1,34 Milliarden Euro).

(Redaktion)


 


 

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