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Jugend und Arbeit

Berufsorientierung: enge Verzahnung der Maßnahmen vereinbart

Die Bundesregierung, Bundesagentur für Arbeit und Hamburg wollen zugunsten junger Menschen an einem Strang ziehen. Es wurde eine Vereinbarung geschlossen, um Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf mit ineinandergreifenden Maßnahmen zur Berufsorientierung zu unterstützen.

Im Rahmen der Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“, kurz „Initiative Bildungsketten“, wollen das Bundesbildungsministerium, Bundesarbeitsministerium, die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) und die Bundesagentur für Arbeit ihre Förderinstrumente und Unterstützungsangebote für Jugendliche beim Übergang in die Ausbildung bis zum Ausbildungsabschluss aufeinander abstimmen und am Bedarf der Jugendlichen ausrichten. Hamburg sei damit eines der ersten Länder, mit denen eine solche Vereinbarung geschlossen werde, teilten die Kooperationspartner mit.

„Eine abgeschlossene Ausbildung eröffnet die Perspektive, durch gesichertes Einkommen ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Sie schützt zudem davor, nicht als An- oder Ungelernte langfristig auf staatliche Transferleistungen angewiesen zu sein. Deshalb müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass allen jungen Menschen in Hamburg der Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium gelingt und sie diese auch erfolgreich abschließen. Dabei ist es zugleich unsere Verantwortung, jene Jugendlichen abgestimmt auf ihre individuellen Bedürfnisse sicher zu begleiten, die auf diesem Weg vielfacher Unterstützung bedürfen. Die Initiative „Bildungsketten“ ist hierfür das richtige Instrument, allen Jugendlichen und jungen Leuten eine Existenz sichernde Zukunft zu eröffnen“, sagte Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg

In der Hansestadt sei über Jugendberufsagenturen (Anlaufstelle für Jugendliche, die alle Unterstützungsangebote im Übergang in Ausbildung bündelt) damit eine durchgängige Bildungskette gestaltet worden. Diese reiche von der flächendeckenden Potenzialanalyse über die Angebote zur Berufsorientierung, der Berufseinstiegsbegleitung bis hin zu Unterstützungsangeboten für Jugendliche, die nicht unmittelbar in Ausbildung übergehen, so die Behörde. Die Vereinbarung soll bis 2020 gelten. Ziel der Unterzeichnenden sei es, für jeden Jugendlichen die Voraussetzungen für den nahtlosen Übergang von der Schule in den Beruf zu schaffen. Um dies zu erreichen, unterstütze der Bund die Hamburger Strukturen in Schule und Jugendberufsagentur. Auf diese Weise ermögliche der Bund, dass etwa die flächendeckende Einführung der prozessorientierten Hamburger Potenzialanalyse und die Werkstatttage des Berufsorientierungsprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf die regionalen Bedürfnisse angepasst werden und langfristig in die Verantwortung des Landes übergehen.

Weitere Handlungsfelder im Rahmen der Initiative sind die individuelle Begleitung am Übergang von Schule zu Beruf, die dualisierte Berufsvorbereitung, also in Schule und Betrieb und die Förderung der Berufsausbildung, beispielsweise durch Assistierte Ausbildung oder ausbildungsbegleitende Hilfen.

Anschlüsse schaffen als gemeinsames Ziel

Damit das Ziel des erfolgreichen Übergangs der Jugendlichen in Ausbildung gelinge, müssten alle Unterstützungsangebote auch die Schulen und ihre Lehrkräfte darin stärken, die in ihrer Verantwortung liegende Berufs- und Studienorientierung und die Übergangsbegleitung wahrzunehmen. Die verschiedenen Angebote der Beteiligten entfalteten besonders dann vollständig ihre beabsichtigte Wirkung, wenn sie auf die Hamburger Schulstruktur abgestimmt seien.

Dies will die neue Initiative unterstützen. Drei Schwerpunkte sollen im Mittelpunkt stehen: Die Angebote sollen einer heterogenen Schülerschaft und ihren individuellen Voraussetzungen gerecht werden, also Abiturienten ebenso wie Jugendlichen mit sozialen und sprachlichen Schwierigkeiten oder der stark anwachsenden Zahl von jugendlichen Flüchtlingen.

Zudem sollen die Angebote am Übergang Schule-Beruf sollen das Prinzip der Inklusion erweitert werden, um auch behinderten Jugendlichen die uneingeschränkte Teilhabe an Ausbildung und Beruf eröffnen zu können. Des Weiteren sollen die Ganztagsangebote sowie das Hamburger Konzept der rechtzeitigen Berufs- und Studienorientierung und die Übergangsstruktur mit einbezogen werden. Das soll gewährleisten, dass Unterstützungsangebote des Bundes und des Landes nicht in Konkurrenz zueinander treten.

Neu: Prozessorientierte Hamburger Potenzialanalyse und Hamburger Werkstatttage

In der Servicestelle BOSO: Berufs- und Studienorientierung für Hamburg, die in der Behörde für Schule und Berufsbildung am Hamburger Institut für Berufliche Bildung angesiedelt ist, werden schulunterstützende Maßnahmen im Bereich der Berufs- und Studienorientierung koordiniert. Dieser Servicestelle kommt im Rahmen der Initiative ebenfalls eine zentrale koordinierende Funktion dafür zu, bestehende Förderinstrumente des Bundes mit denen des Landes zu synchronisieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. Ab Schuljahr 2015/16 ist die BOSO-Servicestelle daher unter anderem zuständig für die neue „prozessorientierte Hamburger Potenzialanalyse“ (pHP), die gemeinsam mit dem berufspsychologischen Dienst und der Agentur für Arbeit entwickelt wird. Die pHP ist eine kontinuierliche begleitende Potenzialanalyse im Prozess der Berufsorientierung der Jugendlichen, also keine punktuelle Feststellung. Ab Schuljahr 2016/17 soll die pHP dann an allen Hamburger Stadtteilschulen eingeführt werden, um eine Harmonisierung bisher bestehender Programme zu erreichen.

Auch die Hamburger Werkstatttage, in den Jugendliche praktische Erfahrungen in Berufsfeldern bzw. auch Betrieben sammeln, werden durch die Servicestelle BOSO in Kooperation mit dem berufspsychologischen Dienst und der Berufsberatung der Agentur für Arbeit neu konzipiert und umgesetzt. In Klassenstufe 8 soll ein einwöchiges Modul den Einstieg in die schulische Berufsorientierung praktisch unterstützen und auf das betriebliche Praktikum in Klasse 9 vorbereiten. In Klassenstufe 10 soll ein einwöchiges Modul Schülerinnen und Schüler unterstützen, deren individueller Berufswunsch noch mit Unsicherheiten verbunden ist.

(Redaktion)


 


 

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