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Opfer erhalten vor Gericht qualifizierte Begleitung

Besonders schutzbedürftige Zeugen haben seit dem 1. Januar 2017 gesetzlichen Anspruch auf qualifizierte psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren.

Opfern schwerer Gewalttaten falle es oft nicht leicht, das Strafverfahren zu verfolgen und als Zeugen auszusagen, so die Justizbehörde Hamburg. Daher habe Hamburg seit 1994 die Zeugenbetreuung fest am Landgericht installiert, die den Opfern während der Verhandlung hilft. Jetzt hat der Bund nachgezogen und die Opferrechte im Strafverfahren gestärkt. Das Bundesgesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung ist zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten; entsprechend auch das Ausführungsgesetz in Hamburg.

Die Psychosoziale Prozessbegleitung ist eine Ergänzung zu dem bestehenden Angebot der Zeugenbetreuung und wird nur von dafür besonders qualifizierten und mit einer Zusatzausbildung versehenen Personen ausgeführt.

Dr. Till Steffen, Justizsenator, sagt: „Mit dem neuen Gesetz stärken wir die Opferrechte. Opferschutz ist ein wesentlicher Bestandteil während eines Strafprozesses. Konsequente Strafverfolgung ist auf stabile Zeugen angewiesen, die nicht während der Verhandlung neuem Unbill ausgesetzt werden. Hier stehen qualifizierte Psychosoziale Prozessbegleiter den Opfern zur Seite und helfen durch einen Strafprozess wie Lotsen, die Schiffe sicher in den Hafen bringen. Ziel ist, dass Opfer sich während der Verhandlung nicht alleine gelassen fühlen und gut auf die Verfahrensabläufe vorbereitet sind.”

Belastungen der Opfer sollen reduziert werden

Psychosoziale Prozessbegleitung ist eine besonders intensive Form der Begleitung für besonders schutzbedürftige Zeugen vor, während und nach der Hauptverhandlung. Mit Psychosozialer Prozessbegleitung soll die individuelle Belastung der Opfer reduziert werden. So können Opfer gestärkt in einen Prozess gehen und sind als Zeugen belastbarer. Dies wiederum verbessert die Qualität der Zeugenaussage.

Psychosoziale Prozessbegleitung kann vom Gericht aber auch unabhängig von einer Strafanzeige beziehungsweise einem laufenden Verfahren angeordnet werden.

Die vom Gericht bestellten Begleiterinnen und Begleiter sind Ansprechpartner und Stütze für die Opfer. Sie informieren über das Ermittlungs- und Strafverfahren und klären das Opfer über Rechte und Pflichten als Opferzeuginnen oder Opferzeugen auf. Sie vermitteln bei Bedarf auch weitere Hilfe.

Psychosoziale Prozessbegleiter geben keine Rechtsberatung

Die Psychosoziale Prozessbegleitung konzentriert sich auf die Verfahrensabläufe. Begleiter sprechen weder die Tatumstände an, noch klären sie Sachverhalte. Sie beraten auch nicht in rechtlichen Fragen. Es muss stets sichergestellt werden, dass Zeugenaussagen nicht beeinflusst werden. Psychosozialer Prozessbegleiter wird daher nur, wer bereits in einem sozialen oder therapeutischen Beruf ausgebildet ist und tätig war und sich mit einer speziellen Weiterbildung qualifiziert hat.

(Redaktion)


 


 

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