Sie sind hier: Startseite Hamburg Aktuell News
Weitere Artikel
Institut für Hygiene und Umwelt (HU)

Kaviar und Wein, Wasser und Boden, Hygiene im Heim

Mehr als 700.000 Laboranalysen und Begutachtungen, Stellungnahmen, Beratungen und Impfungen – das ist die Bilanz des Instituts für Hygiene und Umwelt (HU) der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz für das Jahr 2008.

 Der von Gesundheits- und Verbraucherschutzsenator Dietrich Wersich vorgestellte Jahresbericht des Hamburger Landeslabors zeigt unter anderem:

Von den knapp 21.000 untersuchten Lebensmittelproben mussten mehr als 2.400 Proben (11,5 Prozent) beanstandet werden, weil sie nicht den lebensmittelrechtlichen Anforderungen entsprachen. Lediglich 25 Proben waren gesundheitsgefährdend; gut 900 Proben wurden wegen Irreführung oder Kennzeichnungsmängeln beanstandet.

Neben der amtlichen Analyse und Begutachtung von Lebensmitteln, Bedarfgegen­ständen und Tabakwaren gehören auch die medizinische Diagnostik, Maßnahmen zur Infektionsprävention und das weite Feld der Umweltuntersuchungen zum Aufgabenspektrum des traditionsreichen Instituts. „Mit ihren Teams tragen die Wissenschaftler des HU dazu bei, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ein ganzes Stück sicherer sind. Dies gilt nicht nur für die Menschen in Hamburg, sondern durch die besondere Situation Hamburgs als Tor zur EU weit über unsere Landesgrenzen hinaus“, so Verbraucherschutzsenator Dietrich Werisch. „Gerade in Zeiten, in denen durch die Globalisierung die Distanz zwischen Lebensmittelproduktion und dem Verbraucher immer größer wird, gewinnt unser Landesinstitut mit seinen schnellen und exakten Analysen an Bedeutung.“

Beispiele aus der breit gefächerten Untersuchungspraxis der Naturwissenschaftler, Mediziner, Veterinäre und Ingenieure:

  • Kaviar-Produkte machen mit leuchtenden Farben auf sich aufmerksam. Die orangeroten und neongrünen Fischeier wurden im vergangenen Jahr auf ihren Gehalt an synthetischen Farbstoffen überprüft. Diese waren in der Regel ordnungsgemäß deklariert.
  • Typische Weinfehler wie Klebernote, Geranienton und Essigstich schmeckten Experten auch in den zur Untersuchung eingelieferten Rebensäften. 27 von 400 Proben mussten wegen solcher sensorischer Mängel beanstandet werden. Spitzenreiter war ein italienischer Qualitätswein mit einem Gehalt von 12,5 Gramm Essigsäure pro Liter – ein äußerst saures Erlebnis.
  • Mehr Schein als Sein in der Gastronomie: In den Flaschen teurer Marken-Mineral­wässer perlte Tafelwasser vom Discounter. Nur wenige Verbraucher wissen, dass natürliches Mineralwasser in original verschlossenen Flaschen abgegeben werden muss und im Restaurant erst am Tisch geöffnet werden darf.
  • Das Rauchen von Wasserpfeifen (Shisha-Rauchen) ist inklusive seiner Gefahren längst nicht mehr nur im asiatischen Raum üblich, sondern auch in Mitteleuropa verbreitet. Die fruchtig-süßlich aromatisierten Wasserpfeifentabake lassen die Nikotinkonzentration im Blut rasch ansteigen; dies führt zu einer schnelleren Abgängigkeit der Konsumenten. Wasserpfeifentabak wird regelmäßig auf den Gehalt an Feuchthaltemitteln untersucht. Produkte aus den Ursprungsländern des nahen und mittleren Ostens überschreiten häufig den rechtlich geregelten Höchstgehalt.
  • In Hamburg wurde im vergangenen Jahr bei weiteren 179 Menschen eine Infektion mit dem HI-Virus erkannt – eine Diagnose mit weitreichenden Folgen. Ein so genannter „HIV-Schnelltest“ ist weniger zuverlässig als ein umfassender Labortest. Für ein sicheres Ergebnis lohnt sich die Wartezeit von ein bis zwei Tagen für alle Beteiligten.
  • Altenpflege-Einrichtungen sollen den Bewohnerinnen und Bewohnern ein gemütliches und heimeliges Umfeld bieten, aber auch hygienischen Standards entsprechen. Die Fachkräfte des Landeslabors bieten Schulungen und Beratungen zum Hygienemanagement an, damit Infektionskrankheiten wie Norovirus oder Influenza gerade in solchen sensiblen Umgebungen schnell eingedämmt werden können.
  • Teile des Ausstellungsgeländes der internationalen gartenschau hamburg 2013 im Stadtteil Wilhelmsburg wurden auf Schadstoffe untersucht; die Ergebnisse flossen in die Planungen für die zukünftige Nutzung ein.
  • Im Sommer kommen in stehenden Gewässern vermehrt so genannte Blaualgen vor; diese Cyanobakterien können Toxine bilden, die bei Menschen, aber auch bei Tieren zu Hautreizungen, Übelkeit, Leber- und Nierenschäden führen können. Das HU untersucht deshalb Alster und ausgewiesene Badegewässer auf Blaualgen.

Institut für Hygiene und Umwelt

(Redaktion)


 


 

Hygiene
Hamburg
Amt
Proben
Gehalt
Instituts
Diagnose
Ergebnis
Naturwissenschaftler
Test
Institut für

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Hygiene" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: