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  • 24.06.2015, 14:22 Uhr
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  • Berlin
Konjunktur

Deutsche Wirtschaft setzt ihren Aufschwung durch kräftige Binnennachfrage fort

Konjunkturexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erwarten eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent. Global wird von einem Wachstum von 3,5 Prozent ausgegangen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) erwartet für 2015 ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent und für 2016 von 1,9 Prozent für Deutschland. Diese Zahlen gab das DIW heute in Berlin bekannt. Zeitgleich findet in einer Kooperation von DIW und KfW in der Niederlassung der KfW Bankengruppe in Berlin eine Industrietagung statt, die sich um die aktuelle DIW-Konjunkturprognose "Sommergrundlinien 2015" dreht. Die Tagung beschäftigt sich mit Fragen der Entwicklung der Deutschen Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr, aber auch mit den größten Risiken und den öffentlichen Finanzen.

Das DIW analysiert eine Verbesserung der Weltwirtschaftslage und prognostiziert für Deutschland eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent in diesem und 1,9 Prozent im kommenden Jahr. Der Euroraum wächst dabei stabil, wird allerdings von Risiken wie dem möglichen Euro-Austritt Griechenlands belastet. Im März erwarteten die Konjunkturforscher des DIW noch ein Wachstum von 2,2 Prozent, das schwache erste Quartal wird die Deutsche Wirtschaft aber nicht ganz so stark wie zuerst erwartet wachsen lassen. Die starke Inlandsnachfrage, besonders der private Verbrauch, trägt maßgeblich zum Aufschwung und Steigerung der Beschäftigung bei. Investitionen im Ausland werden nur begrenzt getätigt, Grund dafür sind vor allem die Risiken im Finanzmarkt wegen der Unsicherheit um den Verbleib Griechenlands im Euroraum. Mögliche weitere bewaffnete Konflikte um Russland und die Ukraine sind eine weitere Belastung für Investoren.

Industrieländer tragen Aufschwung

Der Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik des DIW, Ferdinand Fichtner, sagte: „Die Weltwirtschaft nimmt nach einem unerwartet schwachen Auftaktquartal wieder Fahrt auf. Dabei sind es vor allem die Industrieländer, die den Konjunkturmotor ankurbeln, weil die Verbraucher dort wegen geringer Inflationsraten und einer verbesserten Situation auf dem Arbeitsmarkt mehr Geld in der Tasche haben und dieses größtenteils auch ausgeben. “

Trotz des unerwartet geringen Wachstum in den ersten Monaten des Jahres nimmt das Wachstum derzeit zu. China und andere Schwellenländer bleiben zwar hinter den Erwartungen zurück, die Wirtschaft der Industrieländer wächst aber  insgesamt recht stark, vor allem auf Grund der gestiegenen Nachfrage von privaten Verbrauchern. Dazu trägt die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt und das damit steigende Einkommen der privaten Haushalte bei. In der EU, den USA und Japan ist daher eine positive Konjunkturentwicklung zu beobachten, so dass die Konjunkturexperten des DIW Berlin von 3,5 Prozent globalem Wachstum für dieses und vier Prozent für das nächste Jahr ausgehen. 

Auch im Euroraum trägt die Verbesserung des Arbeitsmarkts zur Verbesserung der Konjunktur bei, so das DIW. Dazu stützt neben dem ebenfalls verstärkten Privatkonsum die weniger restriktive Finanzpolitik den Aufschwung. Das Wachstum des Euroraums schätzt das DIW daher auf 1,3 Prozent für das laufende und 1,5 Prozent für das kommende Jahr. 

Deutsche Konjunktur erholt sich

Die gute Beschäftigungssituation mit sinkender Arbeitslosenquote führt zu einer gesteigerten Binnennachfrage, so das DIW. Die Arbeitslosenquote prognostiziert das DIW mit 6,4 Prozent für 2015 und 6,2 Prozent für 2016. insbesondere der Mindestlohn, aber auch die Steigerung des Lohneinkommens insgesamt führt zu einer steigenden Kaufkraft. Der stabilisierte Ölpreis wird nach Analyse des DIW die in den letzten Jahren sehr niedrige Inflation etwas steigen lassen, hier rechnet das DIW mit 0,6 Prozent Inflationsrate für 2015 und 1,2 Prozent für 2016. Durch die weiter zu erwartende Steigerung der Reallöhne geht das DWI aber von ebenfalls weiter steigendem privaten Verbrauch aus. 

Die Investitionen hinken allerdings hinter dem privaten Verbrauch und selbst hinter dem Niveau vor der Krise hinterher. Hauptgrund dafür ist die Unsicherheit über die Reaktion der Finanzmärkte wegen der zögerlichen Verhandlungen mit Griechenland sowie dem Spannungsfeld um Russland und die Ukraine. Für das Außenhandelsvolumen rechnet das DIW sowohl bei Export als auch bei Import mit Steigerungen und beim Leistungsbilanzsaldo mit fast achteinhalb Prozent für 2015 und 2016.

Öffentliche Haushalte weiterhin mit Überschüssen

Das DIW rechnet für dieses und nächstes Jahr mit einem Überschuss von 0,5 Prozent in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt bei den öffentlichen Haushalten. Weitere Informationen unter diw.de (Quelle: DIW Berlin)

(Redaktion)


 

 

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