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Konzernlageberichterstattung

Exakte Prognosen wenig beliebt – integrierte Berichte liegen im Trend

Im Rahmen ihrer Investor-Relations-Kommunikation ziehen börsennotierte Unternehmen in Geschäftsberichten Bilanz und geben einen Ausblick auf die künftige Entwicklung. Dabei orientiert sich nur die Hälfte der Unternehmen bei der Berichterstattung über Nachhaltigkeit an gängigen Standards. Und präzise Prognosen für Umsatz und Ergebnis bleiben in den Unternehmen unbeliebt.

Im Rahmen einer Studie Berateragentur Cortent Kommunikation zur aktuellen Berichtssaison gaben 54 Unternehmen aus allen Börsensegmenten im Dezember 2013 Auskunft über ihre Finanzkommunikation. Demnach wollen nur sechs Prozent aller Unternehmen in ihren Geschäftsberichten punktgenaue Vorhersagen treffen. Die meisten Emittenten (44 Prozent) planen, eine „Intervallprognose“ abzugeben, also eine Aussage über eine quantitative Spanne wie „zwischen 4 und 5 Prozent“ zu machen.

Mit Inkrafttreten des neuen „Deutschen Rechnungslegungs-Standard Nr. 20 Konzernlagebericht (DRS 20)“ ab dem Geschäftsjahr 2013 ändert sich die Konzernlageberichterstattung in Deutschland. So müssen Prognosen ab nun transparenter und verbindlicher als bislang formuliert werden. Gemäß der Umfrage plant jedoch nur rund ein Drittel der Unternehmen eine qualifiziert-vergleichende Prognose, beispielsweise „deutlich steigendes Ergebnis“ – und vergibt damit die Chance für eine anlegerfreundliche Kommunikation, so die Berateragentur.

Für die beginnende Berichtssaison zeichne sich darüber hinaus ein klarer Trend zur integrierten Berichterstattung ab. Einen separaten Nachhaltigkeitsbericht wollten nur 15 Prozent der Unternehmen veröffentlichen. Nur die Hälfte aller Emittenten richte sich bei der ESG-Berichterstattung („Environment, Social, Governance“) nach gängigen Standards wie etwa den Leitlinien der „Global Reporting Initiative GRI“. „Die geringe Akzeptanz von Nachhaltigkeits-Standards zeigt, dass es häufig noch keine ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema gibt. Nach unseren Erfahrungen scheuen viele Unternehmen schlicht den zusätzlichen Aufwand für Erfassung und Dokumentation von Daten. Auch die Umsetzung der Standards für verschiedene Branchen stellt eine Herausforderung dar. Allerdings gibt es gerade jetzt noch die Möglichkeit, über Verbandsarbeit Einfluss auf die zukünftige Gestaltung des Nachhaltigkeits- beziehungsweise integrierten Reportings zu nehmen – eine Chance, die Unternehmen nutzen sollten“, sagt Volker Siegert, Vorstandsvorsitzender von Cortent Kommunikation.

Laut dem Kommunikationsprofi wollen 96 Prozent der Unternehmen einen gedruckten Geschäftsbericht herausgeben, mobile Apps wollen nur 9 Prozent einsetzen. Für die Zukunft erwarteten Investor-Relations-Verantwortliche jedoch, dass sich die Inhalte des Geschäftsberichts zunehmend ins Internet verlagern. Unentschieden seien die Befragten, was die Zukunft des Imageteils angehe: Rund 40 Prozent erwarten, dass er zukünftig weniger aufwändig ausfällt, 33 Prozent hingegen können sich auch eine Entwicklung hin zu Magazinformaten vorstellen.

(Redaktion)


 


 

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Global Reporting Initiative GRI
ESG-Berichterstattung („Environment
Social
Governance“)

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