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„Im langen Schatten des Holocaust; Erinnerung – ‚Gefühlserbschaften‘ – Vermächtnis“

An vier Abenden lädt die Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg alle Interessierten ein, sich mit Fragestellungen rund um die Bewahrung der Erinnerungen an den Holocaust und das historisch Gedächtnis zu beschäftigen.

Die letzten Überlebenden des Holocaust werden in wenigen Jahren verstorben sein, ebenso die letzten der an der Vernichtung beteiligten Täter und Täterinnen. Viele Überlebende, für die auch nach der Befreiung 1945 die „Kontinuität des Lebens zerbrochen“ (Imre Kertész) blieb, leiden am Ende ihres Lebens erneut unter bedrängenden inneren Bildern.

Dringender denn je ist heute zu fragen: Wie haben wir das Feld bestellt, um historisches Gedächtnis und Erinnerung lebendig zu halten? Welche „Gefühlserbschaften“ belasten die Nachfolgegenerationen, besonders die der Täter bis heute? Wie erleben Angehörige von Minderheiten die Folgen?

Diese Fragen sind Inhalt der Seminarreihe „Im langen Schatten des Holocaust; Erinnerung – ‚Gefühlserbschaften‘ – Vermächtnis“, die die Landeszentrale für politische Bildung anbietet. Die vier Seminar-Abende, zu denen alle Interessierten eingeladen sind, widmen sich jeweils verschiedenen Themenschwerpunkten und bauen nicht aufeinander auf, sodass auch die Teilnahme an einzelnen Abenden möglich ist:

  • Dienstag, 26. Februar 2013, 18 bis 21 Uhr
    Opfer und Täter: Erinnerung und zwei Formen des Schweigens.
  • Dienstag, 26. März 2013, 18 bis 21 Uhr
    Kriegskinder (in Polen und Deutschland): Leugnen oder innere Bilder, die nie vergehen
  • Mittwoch, 3. April 2013, 18 bis 21 Uhr
    „Gefühlserbschaften“: Wie gehen Kinder und Enkel der Täter mit ihren Familiengeschichten um?
  • Mittwoch, 17. April 2013, 18 bis 21 Uhr
    Wie setzen sich Angehörige „neuer“ Minderheiten mit der Last des „Fremderbes“ auseinander? Neue Ängste auf dem Hintergrund der NSU-Morde?
    Öffentliche Podiumsdiskussion mit:
    • Dr. Zekeriya Altuğ, Vorsitzender des DITIB-Landesverbandes Hamburg (Türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion e.V. – Diyanet İşleri Türk İslam Birliği) und Mitunterzeichner des ersten Staatsvertrages mit Muslimen in Deutschland
    • Ghied Alhashmy, deutsch-syrische Politik- und Erziehungswissenschaftlerin, Berlin

Überlebende haben uns ihre Zeugnisse als Vermächtnis hinterlassen. Kinder der Opfer setzen sich in vielfältigster Weise mit dem historischen Trauma auseinander. Auf der anderen Seite blieb die Masse der Täter nahezu unbehelligt. Einiges, was bisher in den Täter-Familien verdrängt bzw. nicht wahrgenommen werden konnte, bahnt sich indirekt den Weg an die Oberfläche: die emotionale Kälte der Väter, aber auch die der Mütter, alte Ängste vor ihrer Gewalt, diffuses (Halb-) Wissen um Verstrickungen in die NS-Zeit.

Zunehmendes Interesse an der deutschen NS-Vergangenheit kommt außerdem aus der neuen Mitte der jüngeren deutschen Gesellschaft. In Großstädten wie Hamburg haben mittlerweile fast 50 Prozent der unter 25-Jährigen einen Migrationshintergrund. Wie gehen diese Bürgerinnen und Bürger mit der NS-Geschichte, mit den „Gefühlserbschaften“ um?

Zum Abschluss der Seminarreihe sollen deshalb ausführlich Angehörige von Minderheiten mit ihren Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit dem verstörenden „Fremderbe“ zu Wort kommen.

Der Schwerpunkt dieser vierteiligen Seminarreihe liegt auf den Folgen des Holocaust und der NS-Zeit für die Nachfolgegenerationen. Begleitend zu Kurzreferaten sollen die Teilnehmenden anhand aufgezeichneter Interviews mit historischen Zeuginnen und Zeugen die Möglichkeit haben, sich sehr konkret sowohl mit Formen des Erinnerns als auch mit denen des Verschweigens und Verdrängens auseinandersetzen zu können. Persönliche Erfahrungen mit der Spurensuche in der eigenen Familie sind dafür sehr erwünscht, wie auch die Erfahrungen Angehöriger ethnischer Minderheiten.

Es gibt noch freie Plätze. Eine verbindliche Anmeldung zu den kostenlosen Seminaren ist unbedingt erforderlich.
Anmeldung: bei Annika Fritzsche (Landeszentrale für politische Bildung), [email protected] oder Telefon 040 / 4 28 23 48 08.

Die Seminare finden im Seminarraum der Landeszentrale für politische Bildung statt, der Zugang erfolgt über den Infoladen Dammtorwall 1, 20355 Hamburg statt. Der Raum ist barrierefrei zu erreichen.

(Redaktion)


 


 

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