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Kunstausstellung

Hamburgensie: Der Freihafen in historischen Dokumenten und aktuellen Fotografien

In der Reihe „Kunst in der Handelskammer“ widmet sich eine Ausstellung dem Hamburger Freihafen. Vom 23. Februar bis 22. April 2016 sind aktuelle Bilder des Fotografen Michael Zapf und historische Dokumente zu sehen.

Wo sich heute die HafenCity erstreckt und die Elbphilharmonie an den Start geht, Hamburgs neues Wahrzeichen mit internationaler Strahlkraft zu werden, gab es bis vor wenigen Jahren eine Besonderheit: den Hamburger Freihafen. Mancher wird sich noch daran erinnern, wer in dieses Gebiet „einreisen“ wollte, musste an den Zollstellen seinen Ausweis vorzeigen.

Denn: Mit dem Freihafen besaß Hamburg von 1888 bis 2012 ein Areal, das außerhalb des Zollgebietes Deutschlands lag. Dieses „Zollausland“ ermöglichte auf einer rund 16 Quadratkilometer großen Fläche beiderseits der Norderelbe einen Schiffs- und Warenverkehr frei von Zollformalitäten. Unternehmen konnten dort ihre Waren umschlagen, handeln und beliebig lange lagern. Zölle wurden erst bei Übertritt der Zollgrenze fällig. Außerdem siedelten sich im Freihafen industrielle Großbetriebe an, die dort ausländische Waren zollfrei verarbeiten und exportieren konnten.

Die Hamburger Handelskammer war an der Planung des Freihafens maßgeblich beteiligt. Unter ihrem damaligen Präses Arthur Lutteroth setzte sie sich vehement für die aufwendige Bauvariante „Projekt Vla“ ein, die den Abbruch der Stadtviertel Kehrwieder und Wandrahm zugunsten stadtnaher Speicherflächen vorsah.

Die Speicherstadt, deren erster Abschnitt zwischen 1883 und 1888 entstand, zählt heute zusammen mit dem Kontorhausviertel zum Unesco-Weltkulturerbe. Am 1. Januar 2013 trat das „Gesetz zur Aufhebung des Freihafens Hamburg“ in Kraft, und ganz Hamburg wurde Zollinland.

Mit Schriftstücken, Bildern und Plänen aus dem eigenen Archiv, aus der Commerzbibliothek und aus der Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv will die Handelskammer in der Ausstellung die Geschichte des Freihafens nachzeichnen. Ergänzt werden die historischen Bestände durch aktuelle Arbeiten des Hamburger Fotografen Michael Zapf. Er hält nicht nur die Schönheit des ehemaligen Freihafens fest. Er dokumentiert auch die Veränderungen, die dieses Gebiet an vielen Stellen erfahren hat.

Die Ausstellung „Plan VIa: Der Hamburger Freihafen“ ist bis zum 22. April 2016 in der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg, zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr, Freitag von 9 bis 16 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen geschlossen.

Die Reihe „Kunst in der Handelskammer“ startete im Jahr 2000 mit der Ausstellung „50 Jahre Freie Akademie der Künste“. Seither veranstaltet die Handelskammer in Kooperation mit der Elsbeth Weichmann Gesellschaft regelmäßig Ausstellungen. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf etablierten Künstlern aus Hamburg und Norddeutschland, zudem knüpft die Handelskammer mit Ausstellungen an aktuelle Projekte des Hauses oder Themen- und Länderschwerpunkte an.

(Redaktion)


 


 

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