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Kunstausstellungen

Deichtorhallen stellen Ausstellungsprogramm 2017 vor

Die Deichtorhallen in Hamburg haben ihre für 2017 geplanten Kunstausstellungen vorgestellt. Neben der Gruppenausstellung „Elbphilharmonie Revisited“ stehen vor allem Einzelausstellungen herausragender Künstlerpersönlichkeiten auf dem Programm.

Gruppenausstellung „Elbphilharmonie Revisited“

Das diesjährige Ausstellungsprogramm startet mit aktuellem Bezug: Anlässlich der Eröffnung der Elbphilharmonie lädt die Gruppenausstellung „Elbphilharmonie Revisited“ die Besucher ein, die Elbphilharmonie, Hamburgs neues Wahrzeichen, im Spannungsfeld von Architektur und bildender Kunst als architektonischen, musikalischen und menschlichen Lebensraum wahrzunehmen.

Elf international renommierte Künstler ließen sich von der Elbphilharmonie, in der mehrmonatigen Testphase des Gebäudes vor der Eröffnung, künstlerisch inspirieren; sie verbindet eine enge Beziehung zur Welt der Architektur. Die Ausstellung „Elbphilharmonie Revisited“ steht in der Tradition künstlerischer Reflexion und Adaption von Architektur.

Rauminstallationen, Skulpturen, Fotografie und Film

Mit der Ausstellung betreten die Deichtorhallen Neuland. Die Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich in ihren eigens für diese Ausstellung entwickelten Arbeiten mit ihrer Beziehung zur Architektur im Allgemeinen und dem Elbphilharmonie-Gebäude im Speziellen sowie mit der Beziehung des Gebäudes zu den Menschen. Sie sind in den verschiedensten Medien zu Hause – das Spektrum reicht von der Fotografie, über raumgreifende Installationen und Skulpturen bis hin zu filmischen Arbeiten. Auch wenn das Gebäude Anlass und Ursprung der Ausstellungsidee war, haben die Künstler völlig unabhängig davon ihre Arbeiten entwickelt.

So wird etwa die monumentale, klassische Erscheinung der Fotografien von Candida Höfer der pittoresken und dystopischen Unruhe in den Werken Peter Buggenhouts gegenüberstehen. Auch die künstlerischen Arbeiten etwa von Monica Bonvicini oder Sarah Morris setzen der auch optisch gewaltigen Inszenierung dieses Konzerthauses und der sich darum entwickelnden Wahrnehmung einer solchen Kulturmarke Überraschendes entgegen. Alle Künstler – darunter ferner Baltic Raw Org, Jean-Marc Bustamante, Janet Cardiff und George Bures Miller, Tacita Dean, Liam Gillick und Tomás Saraceno – sind mit hochinteressanten Werken vertreten, die subjektiv und assoziativ, polemisch und kritisch und/oder auch poetisch auf das Gebäude künstlerisch reagieren.

Kunstausstellung: Elbphilharmonie Revisited, vom 10. Februar bis 1. Mai 2017, Deichtorhallen Hamburg – Halle für aktuelle Kunst, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

Einzelausstellung: Hanne Darboven „Gepackte Zeit“ 


Mit Hanne Darboven wird eine Hamburger Künstlerin von Weltformat präsentiert. In der Sammlung Falckenberg zeigen die Deichtorhallen in Kooperation mit der Hanne Darboven Stiftung die Ausstellung „Gepackte Zeit“, welche anhand zahlreicher dokumentarischer Materialien einen neuen Blick auf das Schaffen der Künstlerin Hanne Darboven (1941-2009) eröffnet. Ein weiterer Schwerpunkt der Schau liegt auf dem Dialog ausgewählter Arbeiten Darbovens mit Werken von Künstlern wie Vito Acconci, John Cage, Mike Kelley oder Ed Ruscha.

Hanne Darboven ist eine der international bedeutendsten Künstlerinnen, die sich mit ihren Werken in einer von Männern dominierten internationalen Konzeptkunst-Szene etablierte. Bekannt ist Darboven vor allem für ihre Zeit und Raum umfassenden Schreibarbeiten und den daraus resultierenden seriellen Blattfolgen, die mit Zahlenreihen, Schrift und später auch mit Bildmaterial gefüllt sind und oftmals durch dreidimensionale Objekte ergänzt werden. Darbovens raumübergreifende Installationen funktionieren wie kompensierende Zeitspeicher, die tausend und abertausende von Jahrhundertdaten in eine greifbare Form bringen. Ihr Werk wird somit zum Inbegriff für „Gepackte Zeit“. Die Deichtorhallen widmen der Künstlerin damit zum dritten Mal eine Ausstellung. 1991 zeigten sie „Hanne Darboven – Die geflügelte Erde“ und 2000 „Hanne Darboven – Hommage à Picasso“.

Die Ausstellung legt einen weiteren Schwerpunkt auf den Dialog ausgewählter Arbeiten Hanne Darbovens mit Arbeiten von Künstlerfreunden wie Carl Andre, Sol LeWitt und Lawrence Weiner sowie weiteren Exponaten der Sammlung Falckenberg unter anderem von Vito Acconci, John Baldessari, Fiona Banner, John Cage, Sophie Calle, Guy Debord, Oyvind Fahlström, Richard Hamilton, Mike Kelley, Imi Knoebel, Olaf Nicolai und Ed Ruscha. Darüber hinaus gewährt die Ausstellung anhand von Künstler- und Tagebüchern Hanne Darbovens sowie Filmen einen außergewöhnlichen Einblick in die Werkentwicklung Darbovens und ihre Verbindung zu ihrem künstlerischen Umfeld insbesondere der Konzeptkunst der New Yorker Zeit und bestätigt darüber den großen Einfluss Hanne Darbovens auf internationaler Ebene.

Dokumentationszentrum der Hanne Darboven Stiftung

Parallel zum Auftakt der Ausstellung in der Sammlung Falckenberg eröffnet die Hanne Darboven Stiftung das Dokumentationszentrum Am Burgberg. Es ist eine der Aufgaben der Hanne Darboven Stiftung, den Nachlass von Hanne Darboven an ihrem einstigen Schaffens- und Wirkungsort Am Burgberg in Rönneburg (Hamburg-Harburg) aufzubereiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erstmals werden an diesem Ort dokumentarische Materialien ergänzend zur Ausstellung zu sehen sein.

Kunstausstellung: Hanne Darboven „Gepackte Zeit“, vom 25. Februar bis 3. September 2017,
Deichtorhallen Hamburg – Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Straße 71, 21073 Hamburg-Harburg

Multimedia-Installationen von Bill Viola

Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums folgt eine große Ausstellung mit den bis zu 10 Meter hohen Multimedia-Installationen von Bill Viola. Zentrale Themen des menschlichen Lebens – Geburt, Tod, Liebe, Emotion und Spiritualität – finden in seinen interreliösen Arbeiten eine Form.

Kunstausstellung Bill Viola, vom 2. Juni bis 10. September 2017. Deichtorhallen Hamburg – Halle für aktuelle Kunst, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

Werke von Andreas Mühe und Viviane Sassen

Zwei der zurzeit erfolgreichsten jüngeren fotografischen Positionen, die maßgeblich die gegenwärtige Fotografie prägen, werden mit Andreas Mühe und Viviane Sassen vom 19. Mai bis 20. August 2017 im Haus der Photographie präsentiert. Andreas Mühe wird durch seine deutschen Themen und eine neue Art der Porträtfotografie in Deutschland stark wahrgenommen. Die von VW unterstützte Ausstellung wird auch eine neue Werkgruppe erstmalig zeigen. Viviane Sassen ist dagegen nicht nur in der Fashion-Welt extrem international rezipiert. Die Werke aus der Serie „Umbra“ zeigen im Wechselspiel von Licht und Schatten, von Texturen und Strukturen alle Elemente, die Viviane Sassens Bildsprache so einzigartig machen.

Einzelausstellungen von Alice Neel, Alec Soth und Peter Saul

Eine Art amerikanischer Herbst folgt mit Einzelausstellungen von Alice Neel, Alec Soth und Peter Saul, alle bedeutende Positionen der amerikanischen Malerei und Fotografie. Die mit grellen Farben gesprayten Bilder Peter Sauls knüpfen an die Werke von Philip Guston in der Ausstellungsgeschichte der Sammlung Falckenberg an. Die in Kooperation mit der Frankfurter Schirn realisierte Ausstellung (30. September 2017 bis 28. Januar 2018) stellt die ganze Spannbreite seines Werkes vor, das sehr persönliche Themen, aber auch Bilder der amerikanischen Geschichte und bedeutende Kunstwerke reflektiert.

Mit Alice Neel wird eine der bedeutendsten Porträtmalerinnen des 20. Jahrhunderts in der Ausstellung „Painter of Modern Life“ vom 13. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018 in Kooperation mit Helsinki, Den Haag und dem Van-Gogh-Museum in Arles vorgestellt. Die Jahrhundert-Künstlerin malte bereits in den 1920er-Jahren als Zeitgenossin von George Grosz wie in den 1980er-Jahren in Zeiten Andy Warhols.

Alec Soth gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter der Dokumentarfotografie in die Tradition von Robert Frank, Stephen Shore oder Joel Sternfeld. Die Ausstellung „Gathered Leaves“ im Haus der Photographie ermöglicht vom 17. November 2017 bis zum 11. Februar 2018 einen tiefen Einblick in das Schaffen des Magnum-Fotografen.

Junge Fotografie

Darüber hinaus werden die Deichtorhallen in zwei Projekten erneut junge Fotografie in den Fokus rücken. In Kooperation mit der Körber-Stiftung zeigt das Haus der Photographie die Ausstellung „epea03“ mit der höchst aktuellen Thematik „Shifting Boundaries“ vom 3. März bis 1. Mai 2017. In der Ausstellung zeigen zwölf Fotografen geographischer Veränderungen der Ländergrenzen innerhalb Europas, innerstädtischen Grenzverschiebungen, sozio-politischen Veränderungen, Migrationsprozessen und psychologischen Wahrnehmungsgrenzen.

Nahezu parallel zu „epea03“ stellt die Ausstellung „gute aussichten“  vom 10. März bis 1. Mai 2017 im Haus der Photographie wieder die Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs für Absolventen von Fotografie-Studiengängen vor.

Das Beste aus deutschen Zeitschriften, Zeitungen und dem Internet ist in der Ausstellung „Visual Leader“ vom 9. September bis 29. Oktober 2017 zusehen.

Weitere Information: www.deichtorhallen.de

(Redaktion)


 


 

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