Weitere Artikel
Landesärztekammer

Ärzte wollen Gesundheitswissen in Schulen stärken

Deutschlands Kinder und Jugendliche wissen zu wenig über eine gesunde Lebensweise. Die Landesärztekammer Hamburg wirbt deshalb dafür, mehr Gesundheitsthemen in die Lehrpläne der Schulen aufzunehmen.

Gesundheitswissen und ein gesunder Lebensstil sollen in den Bildungs- und Lehrplänen von Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen verankert werden. Dafür wirbt die Landesärztekammer Hamburg. Sie unterstützt damit die Forderung von 14 Spitzenverbänden des Gesundheitswesens und des Bundesgesundheitsministeriums, die sich kürzlich zu einer „Allianz für Gesundheitskompetenz“ zusammengeschlossen haben. Ein gesunder Lebensstil – eingeübt schon im Kindes- und Jugendalter – könne zu besserer Gesundheit im späteren Leben führen und auch schulische Leistungen positiv beeinflussen, heißt es in einer Mitteilung.

Übergewicht weiter auf dem Vormarsch

Ein besonderes Problem stelle nach wie vor das Übergewicht dar, so die Ärztekammer Hamburg. Etwa ein Drittel der übergewichtigen Kinder sind der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS) zufolge sogar adipös. Das entspricht etwa zwei Millionen übergewichtigen und 700.000 adipösen Kindern und Jugendlichen. Im Vergleich zu den 1980er- und 1990er-Jahren hat sich der Anteil der übergewichtigen Kinder um 50 Prozent erhöht. Dabei sind sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche häufiger von starkem Übergewicht betroffen als andere.

„Wenn wir Kindern schon früh eine gesunde Lebensweise vermitteln und sie dafür begeistern, können sie die Zusammenhänge zwischen Lebensführung und Gesundheit besser verstehen und gesundheitsförderliches Verhalten üben“, sagt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg und der Bundesärztekammer. „Lehrerinnen und Lehrer brauchen dafür den Freiraum, Gesundheitsthemen in den Unterricht zu integrieren, ohne mit dem Lehrplan in Konflikt zu geraten.“

Vorschläge für die Realisierung

Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt die Landesärztekammer eine Reihe von Maßnahmen vor. So könnten gesundheitsrelevante Themen in die Ausbildung von Lehrern und Erziehern sowie in die schulischen Lehrpläne aufgenommen werden. Denkbar seien auch ein projektbezogener Unterricht, eigene Unterrichtseinheiten zu gesundheitsrelevanten Themen sowie ein eigenes Schulfach „Gesundheit“. In einem Schreiben an Senator Thies Rabe regte die Landesärztekammer eine gemeinsame Initiative an.

Projekt an Hamburger Grundschulen

Die Ärztekammer Hamburg hat gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg das Projekt Gesund macht Schule (www.gesundmachtschule.de), initiiert von der Ärztekammer Nordrhein, an mehreren Hamburger Grundschulen etabliert. Doch darüber hinaus, vor allem auch an weiterführenden Schulen, sehen die Kammern großen Bedarf. Die Landesärztekammer erklärt sich bereit, ihre Expertise bei der Entwicklung von Lehrprogrammen und -materialien zur Verfügung zu stellen und Ärzte als Referenten für die Lehrerausbildung, für Elternabende oder zur Unterstützung des Unterrichts zu vermitteln.

Auch der diesjährige Deutsche Ärztetag in Freiburg hat sich für eine frühzeitige Förderung von Gesundheit und gesundheitlichen Kompetenzen ausgesprochen und unter anderem gefordert, das Thema in die Ausbildung von Lehrern und Erziehern sowie in die schulischen Lehrpläne aufzunehmen.

(Redaktion)


 


 

Gesundheit
Gesundheitswissen Lehrplan
gesunder Lebensstil im Bildungsplan
Bundesärztekammer
übergewichtige Kinder
Allianz für Gesundheitskompetenz

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Gesundheit" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: