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Landessozialgericht Hamburg

Präsidentenkonferenz: 10 Jahre Hartz IV – keine Entwarnung für die Sozialgerichte

Die Präsidentinnen und Präsidenten der 14 deutschen Landessozialgerichte trafen sich vom 6. bis 8. Mai 2013 in Warnemünde zu ihrer jährlichen Arbeitstagung, an der zeitweise auch der Präsident des Bundessozialgerichts und eine Vertreterin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales teilnahmen.

Das große Thema der Tagung: 10 Jahre nach der Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV) ist die Belastungssituation der Sozialgerichtsbarkeit in der Mehrzahl der Bundesländer nach wie vor sehr hoch. Insbesondere sind die hohen Bestände an Klageverfahren, vor allem in den neuen Bundesländern, weiterhin kritisch.

Die Konferenzteilnehmer sehen mit großer Sorge, dass die Verfahren, die älter als zwei Jahre sind (Altfälle), weiterhin ansteigen. Gerade in der Sozialgerichtsbarkeit, wo es oft um existenzsichernde Leistungen wie Sozialhilfe, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Renten, geht, sei effektiver und zeitnaher Rechtsschutz, der im Grundgesetz verankert ist, unabdingbar. Trotz des anhaltend großen Einsatzes der Richterinnen und Richter seien in einigen Bundesländern mehr als ein Fünftel der Klageverfahren zwei Jahre und älter.
Wegen der seit der Einführung von Hartz IV durch die Sozialgerichtsbarkeit zu bewältigenden Eingangsflut gelinge es trotz Ausschöpfung aller Effizienzreserven nicht, Bestände in maßgeblichem Umfang abzubauen. Ursache hierfür sei auch die unzureichende und oft verspätete personelle Verstärkung der Gerichtsbarkeit gewesen. Dies habe sich in ersten Verurteilungen des Bundes und einzelner Länder zu Entschädigungen nach dem Ende 2011 in Kraft getretenen Gesetz über den Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren niedergeschlagen. Die Konferenz befürchtet, dass diese Entschädigungsklagen zunehmen werden, zumal bei den Sozialgerichten inzwischen vermehrt Verzögerungsrügen eingehen. 

Die Belastungssituation der Sozialgerichtsbarkeit habe sich seit der letztjährigen Dienstbesprechung nicht wesentlich gebessert und es könne keine Entwarnung gegeben werden.

(Redaktion)


 


 

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