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Leergut-Aktion

„Spende Dein Pfand“ am Hamburger Flughafen schafft Arbeitsplätze

Der Hamburger Flughafen hat die Aktion „Spende Dein Pfand“ gestartet. Aus den Erlösen finanziert das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt die Arbeitsplätze für drei ehemalige Langzeitarbeitslose.

Fluggäste, die die Sicherheitskontrollen des Hamburger Flughafens passieren, kennen das Thema: Die Getränke dürfen nicht mit ins Flugzeug genommen werden. So landen viele hundert Pfandflaschen dort jeden Tag im Müll. Am 1. September 2015 hat Hamburg Airport sechs durchsichtige Behälter in den Terminals aufgestellt, damit Passagiere ihre Pfandflaschen spenden können. Eine geschätzte Menge von mindestens 250.000 Flaschen (Einweg- und Mehrwegpfand) pro Jahr soll auf diese Weise zusammenkommen.

Der Erlös aus dem gesammelten Leergut geht 1 zu 1 an Hinz&Kunzt. Das Hamburger Straßenmagazin finanziert darüber die Arbeitsplätze für drei ehemalige Langzeitarbeitslose, die nun am Flughafen zu Mindestlohn-Konditionen beschäftigen werden. Sie sind als Leergutbeauftragte dafür zuständig, die durchsichtigen Sammelbehälter – ausschließlich im Bereich vor den Sicherheitskontrollen – in regelmäßigen Abständen zu leeren, das Pfandgut zu sortieren und für die Abholung bereitzustellen. Zu dem Vorhaben gehört auch ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter, den der Flughafen zur Verfügung stellt.

Neben Hamburg Airport und Hinz&Kunzt ist das Recycling-Unternehmen Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) an der Initiative beteiligt. „Die Mitarbeiter von Hinz&Kunzt leeren die Behälter, und der Grüne Punkt macht die sortierten Flaschen dann zu Geld“, erläutert Mercedes Lazar-Heubel, Projektleiterin im Flughafen-Geschäftsbereich Aviation. „Das Projekt vereint vorbildlich Umwelt- und Ressourcenschutz mit sozialem Engagement. Wir bringen uns daher sehr gern mit unserem Know-how als versierter Pfand-Dienstleister in dieses Projekt ein“, sagt Dr. Markus van Halteren, DSD-Geschäftsführer.

Im vergangenen Jahr war der Hamburger Flughafen in die Kritik geraten, weil er in 97 Fällen Strafanzeige erstattet hatte gegen Flaschensammler, die trotz geltendem Verbot weiterhin Leergut zusammentrugen. Zur Unterstützung für diese Sammler startete Hinz&Kunzt im Februar dieses Jahres eine Online-Petition. Innerhalb von drei Tagen unterschrieben mehr als 57.000 Menschen den Aufruf, alle Strafanzeigen gegen Flaschensammler zurückzunehmen und das Pfandsammeln am Flughafen zu erlauben. Der Flughafen zog daraufhin alle Anzeigen zurück und erlaubt das Pfandsammeln für eine dreimonatige Testphase mit Ausblick auf eine langfristige Lösung.

Studentenprojekt der Uni Hohenheim dient als Vorbild

Die Idee für „Spende Dein Pfand“ stammt von Studenten der baden-württembergischen Universität Hohenheim, die der internationalen, unpolitischen Organisation Enactus angehören. An der Uni Hohenheim wird bereits seit längerem der Erlös aus gesammelten Pfandflaschen für einen wohltätigen Zweck gespendet. Nach ersten positiven Erfahrungen wurde das Projekt auch am Flughafen Stuttgart und in Köln gestartet.

(Redaktion)


 


 

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