31.05.2010  11:08 Uhr
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Lehrkräfte
Hamburg stellt fast 1.000 neue Lehrer ein

Hamburg. In Deutschland herrscht seit einigen Jahren ein drastischer Mangel an Lehrkräften, trotzdem werden in den meisten Bundesländern kaum neue Lehrkräfte eingestellt. Da die Schulen zum Sparen verdammt sind, was durch die Wirtschaftskrise noch verstärkt wurde, bleibt kaum Platz im Budget für Neueinstellungen.

Teilweise müssen die Schuldirektoren ihren Telefonservice und Büroservice selber erledigen, da an den Schulen aus Kostengründen keine weiteren Sekretärinnen eingestellt werden können. Die Hamburger können sich dagegen glücklich schätzen, trotz der allgemeinen, prekären Finanzlage plant die Stadt die Einstellung neuer Lehrer.
Der Hamburger Senat hat beschlossen, 970 neue Lehrer im Rahmen der geplanten Schulreform einzustellen. Die Einstellung der Lehrer macht auch den Hauptanteil an den Kosten der Schulreform aus, die auf rund 74 Millionen beziffert wird. Auch wenn die Schulreform durch den am 18. Juli stattfindenden Volksentscheid abgelehnt würde, solle das geplante Reformpaket zum Großteil trotzdem in Kraft treten.

Rund 560 der neu eingestellten Lehrer werden genutzt, um die durchschnittliche Schüleranzahl in den Klassen zu senken. In Zukunft sollen die Klassen in Hamburg auf maximal 23 Schüler begrenzt werden, um einen effektiveren Unterricht zu gewährleisten, schlechtere Schüler effektiver fördern zu können und die teils überforderten Lehrer zu entlasten. Weitere 430 Lehrkräfte werden im Bereich der effektiveren Förderung eingesetzt, also beispielsweise um den Unterricht zu indivualisieren, einen besseren Sprachunterricht zu gewährleisten oder mehr fachbezogenen Unterricht abhalten zu können.
Durch die geplante Schulreform würde in Hamburg die vierjährige Grundschule durch eine sechs Jahre dauernde Primarschule abgelöst.

Nach der Primarschule würde es künftig nur mehr entweder das Gymnasium oder Stadtteilschulen geben. Doch im Moment wird noch kräftig Stimmung gegen die geplante Schulreform gemacht, man darf also gespannt sein, wie die Bürger am 18. Juli entscheiden werden. Wenn die Reform wider Erwarten abgelehnt wird, würde die Hamburger Stadtregierung trotzdem eine „Reform light“ durchziehen. Die fünften und sechsten Klassen würden dann nicht wie geplant in die neue Gesamtschule aufgenommen und würden daher auch nicht von der Verringerung der maximalen Schüleranzahl pro Klasse profitieren. Deshalb würden dann auch „nur“ 620 Lehrer anstatt der geplanten 970 eingestellt werden.

Die für die Schulreform eingeplante Summe von 74 Millionen Euro würde dann um 18 Millionen Euro gesenkt werden. Während der Hamburger Senat und die Regierung die Kosten der Schulreform mit 74 Millionen Euro beziffern, werden immer wieder kritische Stimmen laut, die der Ansicht sind, die Regierung unter Ole von Beust verschweige die wahren Kosten. So hätte die Stadtregierung erst auf Nachfrage zugegeben, dass neben den Mehrkosten für neue Lehrer auch die Bauausgaben der Stadt um stolze 190 Millionen erhöht werden müssten, um sämtliche Punkte der Reform umsetzen zu können. So müssten beispielsweise die Schulen ausgebaut werden, denn eine geringere Schüleranzahl pro Klasse führt natürlich auch zu einem erhöhten Raumbedarf pro Schulklasse. Wie auch immer sich die Bürger entscheiden werden, die Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern der Reform wird wohl so oder so nicht so schnell beendet sein.



 

(Redaktion)



 


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