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Logistik

Digital Hub Logistics in der Hansestadt an den Start gegangen

Unternehmen aus Deutschland sollen auch in Zeiten der Digitalisierung Leitanbieter in der Logistik bleiben. Deshalb entstehen bundesweit Zentren, in denen Unternehmen Erfahrungen austauschen und Neues entwickeln können. Anfang April 2017 fiel der Startschuss für das Digital Hub Logistics in Hamburg.

Selbstfahrende Lastwagen und Schiffe, autonome Drohnen, selbstlernende Bestellsysteme: Die Logistik steht vor einer echten Revolution. Die Wirtschaft muss sich darauf einstellen. Anfang April hat Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch deshalb den Startschuss für den Digital Hub Logistics in der Hansestadt gegeben. Der Schwerpunkt in Hamburg liegt auf den maritimen Logistikketten sowie bei der City-Logistik.

In diesem Zentrum sollen Global Player, Mittelständler und Start-ups gemeinsam an innovativen digitalen Lösungen rund um die Logistik forschen und marktreife Produkte entwickeln. Rund 30 Unternehmen haben laut Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) bereits ihre Bereitschaft zur Mitarbeit und Unterstützung erklärt.

9 von 10 Unternehmen arbeiten noch nicht mit Start-ups zusammen

Die Förderung von Kooperationen auf dem Gebiet der Logistik scheint dringend erforderlich zu sein. Laut einer repräsentativen Befragung des Bitkom von 508 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern mit Logistikprozessen aus allen Branchen arbeiten nämlich nur rund sieben Prozent aller deutschen Unternehmen im Bereich der Logistik mit Start-ups zusammen. Neun von zehn Unternehmen sind noch keinerlei Kooperationen eingegangen. Dabei gelte: Je kleiner das Unternehmen, desto weniger wahrscheinlich ist bislang der Kontakt mit Start-ups. Bei den Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern arbeiten 97 Prozent nicht mit Start-ups zusammen. Bei Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern sind es mit 70 Prozent deutlich weniger.

„Deutschland ist in der Logistik zweifellos Weltmarktführer – und die Logistik ist heute schon eine der digitalsten Branchen überhaupt“, sagte Bitkom-Geschäftsleiter Dr. Joachim Bühler. „Angesichts des rasanten Innovationstempos müssen wir aber alles dafür tun, dass wir bei disruptiven Entwicklungen wie Artificial Intelligence und autonomen Fahrzeugen ganz vorne mit dabei sind. Gerade Mittelständler können durch die Zusammenarbeit mit Start-ups enorm profitieren und ihren digitalen Horizont erweitern, umgekehrt bietet sich Start-ups die Möglichkeit, konkrete Probleme zu lösen und erste Kunden zu gewinnen.“

Twin-Hub mit Dortmund

In Zukunft wird Hamburg gemeinsam mit Dortmund ein Twin-Hub für die Logistik. Während es im Ruhrgebiet um die Intralogistik und den Einsatz des Internet of Things (IoT) für die Logistik geht, liegt der Schwerpunkt in Hamburg auf den maritimen Logistikketten sowie City-Logistik.

In und um Hamburg haben laut Bitkom 12.000 Logistikunternehmen mit zusammen mehr als 330.000 Beschäftigten ihren Sitz. Unter anderem soll in der Hansestadt ein Next Logistics Accelerator entstehen, der innerhalb von zwei Jahren insgesamt 20 Logistik-Start-ups in ihrer Gründungsphase fördern soll. Bühler: „In den kommenden Monaten wird das Hub-Konzept vor Ort weiter entwickelt. Unternehmen, die die Digitalisierung der Logistik nicht nur bewältigen, sondern gestalten wollen, haben dazu in Hamburg jetzt die Chance.“

Weitere Digital Hubs sind bereits in Frankfurt (FinTech) und München (Mobility) gegründet worden, in Berlin entsteht ein Hub zu IoT. Weitere Standorte für Hubs rund um die deutschen Leitindustrien werden auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung am 12./13. Juni 2017 in Ludwigshafen bekanntgegeben.

(Redaktion)


 


 

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