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Pflegemindestlohn

Jetzt aufmerksam Lohnabrechnung lesen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zieht einen Monat nach Inkrafttreten des Pflegemindestlohns für die rund 750.000 Pflegebeschäftigten eine kritische Bilanz.

In den vergangenen Tagen hatte ver.di eine Hotline zum Thema Pflegemindestlohn geschaltet, die sehr gut in Anspruch genommen wurde. „Eine erste Auswertung der Anrufe hat ergeben, dass Arbeitgeber nichts unversucht lassen, um den Pflegemindestlohn zu umgehen“, kritisierte ver.di-Fachsekretärin Ulrike Glogger aus Südbaden.

Alle Pflegebeschäftigten sollten jetzt ihre August- Abrechnungen genau prüfen. So müsse ein Mindestlohn von 8,50 Euro ermittelt werden, da ansonsten Nachzahlungen fällig werden. Weil davon auszugehen sei, dass sich aus dieser Prüfung viele offene Fragen ergäben, werde ver.di vom 6. bis 8. September erneut seine Hotline schalten.
Obwohl dies nach dem Mindestlohngesetz nicht erlaubt ist, würden beispielsweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Schichtzulagen oder Leistungsprämien auf den Stundenlohn umgelegt und dieser so von 7,48 Euro auf die in der entsprechenden Rechtsverordnung vorgeschriebenen 8,50 Euro erhöht. Auch die sogenannten Fahrgelder, Zuschüsse für private Fahrzeuge, die dienstlich genutzt werden, würden plötzlich auf den Stundenlohn angerechnet. Außerdem würden Fahrzeiten zwischen den Patienten nicht mehr als Arbeitszeit anerkannt, sondern nur noch die beim Patienten verbrachte Zeit. „Wir hatten schon damit gerechnet, dass Arbeitgeber alle erdenklichen Tricks nutzen werden, um den Pflegemindestlohn faktisch zu drücken. Die Schilderungen der Kolleginnen und Kollegen bestätigen unsere Befürchtungen. Natürlich werden wir das nicht dulden und für unsere Mitglieder tätig“, kündigte Glogger an.

Der Pflegemindestlohn wurde auf Initiative von ver.di und verschiedener Arbeitgeber zum 1. August 2010 eingeführt. Er beträgt 8,50 € im Westen und 7,50 € im Osten und gilt für die stationäre und ambulante Pflege. Unabhängig vom Mindestlohn gelten bei tarifgebundenen Arbeitnehmern und Arbeitgebern höhere Tariflöhne.

Die ver.di Hotline lautet am 6.9.2010 bis 8.09.2010: 0180 222 44 33

(ver.di Südbaden)


 


 

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