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Luftfahrt

Crystal Cabin Award 2018: 24 Innovationen fürs Flugzeug im Finale

Die internationale Experten-Jury hat die 24 Finalisten für den Crystal Cabin Award 2018 bekanntgegeben. Die Trophäen werden in acht Kategorien vergeben. Wer Sieger wird, entscheidet sich am 10. April 2018 anlässlich der Fachmesse Aircraft Interiors Expo in Hamburg.

Der vom Luftfahrtcluster Hamburg Aviation 2007 initiierte „Crystal Cabin Award“ ist ein renommierter internationaler Preis für Innovationen im Bereich Flugzeugkabine und vergibt Auszeichnungen in acht Kategorien: „Kabinenkonzepte“, „Kabinensysteme“, „IFEC“, „Grünere Kabine, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt“, „Materialien & Komponenten“, „Passagierkomfort-Hardware“, „Universität“ sowie „Visionäre Konzepte“. Zur Jury gehören Wissenschaftler, Ingenieure, Vertreter von Flugzeugherstellern und Fluggesellschaften sowie Fachjournalisten.

Für den Crystal Cabin Award 2018 stehen jetzt laut Mitteilung des Crystal Cabin Award e.V. von Anfang März 2018 die Finalisten fest. Insgesamt 24 außergewöhnliche Produkte und Konzepte – von der neuen A380 First Class von Singapore Airlines, über elektrische Leitungen aus dem Drucker, bis zu einem umweltschonenden Wasserhahn britischer Studenten – stehen sich in der Endrunde gegenüber.

Einblicke in einige der Innovationen

Neu in diesem Jahr ist die Kategorie „IFEC“ – abgekürzt für „In-Flight Entertainment & Connectivity“. Dass es sich hierbei nicht um ein rein technisches Thema handeln muss, zeigt Finalist Bluebox Aviation Systems: Die „Bluebox Accessible IFE“ Plattform ermöglicht Sehbehinderten, das Bordunterhaltungsprogramm auf Langstrecken barrierefrei zu nutzen. Bei Kooperationspartner Virgin Atlantic kommt das Produkt bereits zum Einsatz.

Barrierefreiheit der anderen Art bietet das neue „European Aviation Network“ des Finalisten Inmarsat: Mt über 300 Bodenstationen der Deutschen Telekom sollen Fluggäste schon ab diesem Jahr in ganz Europa über den Wolken den Zugang zum LTE-Netz erhalten. Technisch noch visionärer ist das Bordunterhaltungs-Konzept, mit dem United Screens ins Finale einzieht: das Hamburger Unternehmen bietet den ersten 3D-Fernseher fürs Flugzeug, ohne dass der Passagier auf eine Brille zurückgreifen muss.

Drei Branchengrößen stellen innovative Kabinenkonzepte vor

Ein Finale dreier namhafter Branchenvertreter steigt in diesem Jahr in der Kategorie „Kabinenkonzepte“: Die „Airspace“-Kabine für die A320-Familie von Airbus bietet dem Passagier klassenunabhängig ein angenehmeres Flugerlebnis. Extragroße Gepäckfächer, luftige Verkleidungen und stimmungsvolle Lichtszenarien sollen künftig auch auf Kurz- und Mittelstrecken für ein spürbares Wohlbefinden sorgen.

Mit einem Business-Class-Produkt für die Langstrecke schaffte es PriestmanGoode in die Endrunde: Die Designagentur platzierte ihren Kunden Qatar Airways mit der neuen „Qsuite“ erfolgreich unter den letzten Drei. In der „Qsuite“ können bis zu vier Sitze zueinander positioniert werden, um einen Bereich für die ganze Familie zu schaffen.

Noch eine Klasse höher ist Finalist Singapore Airlines mit den neuen First Class Suites für die A380 angesiedelt. Der Clou: Bei Bedarf lässt sich die Trennwand zur benachbarten Suite verstauen, sodass ein echtes Doppelbett entsteht. Fliegen fast wie im Hotel!

In anderen Kategorien stellen Finalisten zum Beispiel Innovationen vor, die den Airlines etwa Zeit sparen oder die Hygiene verbessern: So ermöglicht der Passme Innovative Aircraft Seat, Finalist in der Kategorie „Kabinensysteme“, die Sitze einer Economy-Reihe während des Einsteigens zusammenzuschieben, um mehr Platz im Gang zu erhalten. Das Resultat: weniger Stau, schnelleres Boarding.

Der US-Hersteller Boing schaffte es mit dem „Boeing Cabin Dry Floor“ ins Finale der Nachhaltigkeits-Kategorie „Grünere Kabine, Gesundheit, Sicherheit & Umwelt“. Das Besondere: Der neuartige Fußboden saugt Feuchtigkeit fast wie ein Schwamm auf, zurück bleibt ein keimfreier trockener Bereich. Auch das österreichische Unternehmen Villinger widmet sich dem Kabinenfußboden mit einem angeblich unzerstörbaren beheizten Boden-Panel. Die beigelegten Fotobeweise von der Bearbeitung des Produkts mit der Spitzhacke konnten das Argument offenbar erfolgreich unterstreichen: Finaleinzug.

In der Kategorie „Materialien & Komponenten“ befindet sich unter anderen das schwäbische Unternehmen Weigele Aerospace in der Reihe der Finalisten. Weigele Aerospace stellt das leibliche Wohl in den Vordergrund und schaffte es mit dem „Airborne Cooking Robot“ ins „Endspiel“: Der neue energiesparende Ofen für die Bordküche ermöglicht unter anderem die gleichzeitige Zubereitung von kalten und warmen Speisen auf einem Teller und damit der Crew ein Servieren „a point“.

Einen Blick auf Einzel-Komponenten zur Erhöhung des Passagierkomforts richtet die Kategorie „Passagierkomfort-Hardware“. Dabei stehen auch die hinteren Reihen des Flugzeugs im Fokus: Wie man auch in der Touristenklasse auf Langstrecke angenehm sitzt, entwickelte das kalifornische Unternehmen LIFT by EnCore zusammen mit Boeing für die 787 und flog damit unter die letzten Drei der Kategorie.

Kategorie „Universität“ gibt dem Nachwuchs eine Chance

Neben den großen Namen der Luftfahrtbranche bietet der Crystal Cabin Award auch Nachwuchsgrößen die Chance, sich mit kreativen Ideen ein Standing zu erarbeiten. Auch in diesem Jahr sind Hochschulen aus der ganzen Welt in der Kategorie „Universität“ vertreten. Hier gelang zum Beispiel der University of Edinburgh der Sprung in die Endrunde: Die bahnbrechende „Li-Fi“-Technologie nutzt sichtbares Licht zur Übertragung von Daten, ähnlich wie im WLAN. Auch aus Sicherheitsaspekten ist „Li-Fi“ extrem praktisch: das Übertragungsnetz ist nur dann vorhanden, wenn auch das menschliche Auge die Lichtquelle sieht. Heimliche Hackerangriffe sind ausgeschlossen.

Blick in die ferne Zukunft

In die fernere Zukunft blickt zudem die Kategorie „Visionäre Konzepte“. Dort findet sich in diesem Jahr das „Day and Night“-Konzept von Airbus, welches Premium-Kabinen in einen Wohn- und Arbeitsbereich sowie einen eigenen Schlafbereich unterteilt. VR lässt den Passagier ähnlich wie bei Google Street View schon bei der Sitzplatzwahl zuhause einen Gang durch die Kabine machen, um den Lieblingsplatz für den nächsten Flug zu finden. Eine deutlich weitreichendere Studie präsentiert Finalist Rockwell Collins mit dem „Universal Passenger Seat Interface“, einer Sitzelektronik, die sich vom Flugzeug bis ins eigene Auto verwenden lässt und so völlig neue Synergien im gesamten Transportsektor schafft.

(Red. / Crystal Cabin Award / Hamburg Aviatio)


 


 

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