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Luftfahrtforschung

Hamburg ist Sitz von zwei neuen Luftfahrtinstituten

Um die Digitalisierung der Luftfahrt voranzubringen, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Hansestadt zwei neue Institute für anwendungsorientierte Forschung eröffnet.

Die Luftfahrt der Zukunft steht vor der großen Herausforderung, ihre Emissionen deutlich zu senken. Die Digitalisierung der Luftfahrt eröffne dafür neue Wege, schon in der Designphase effizienterer Flugzeuge das Gesamtsystem Luftfahrt zusätzlich Effizienz steigernd mitzudenken und später im Betrieb die passgenaue und kosteneffektive Wartung zu revolutionieren, heißt es in einer Mitteilung des DLR anlässlich der Institutseinweihungen in Hamburg. Mit dem Institut für Systemarchitekturen in der Luftfahrt und dem Institut für Instandhaltung und Modifikation bündele und erweitere das DLR nun die Forschungsaktivitäten zur Digitalisierung der Luftfahrt, die vom ersten digitalen Flugzeugentwurf bis zur simulierten Außerdienststellung reiche.

Im Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) angesiedelt

„Wir freuen uns nun auch in Hamburg an einem der weltweit größten Standorte der zivilen Luftfahrt mit zwei neu gegründeten DLR-Instituten vertreten zu sein und im ZAL eng mit unseren Industriepartnern in der anwendungsorientierten Forschung zusammenzuarbeiten“, sagt die DLR-Vorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund anlässlich der Eröffnung am 10. November 2017.

DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke betont: „Die beiden neuen Hamburger DLR-Institute sind tragende Pfeiler unter dem ‚Dach der Digitalisierung der Luftfahrt‘, denn sie werden es ermöglichen, die Komplexität von Luftfahrzeugen über den gesamten ‚digitalen Faden‘, vom Entwurf, über Produktion und Betrieb bis hin zur Außerbetriebsetzung abzubilden.“

„Ort innovativer Ideen“

„Wir freuen uns über die Entscheidung des DLR, Hamburg zu einem seiner Sitzländer zu machen. Aus der engen Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft entstehen Innovationen, die zukunftsweisend für die gesamte Branche sein werden. Das ZAL ist ein Ort für innovative Ideen, aus denen am Ende neue Produkte für die Luftfahrtindustrie entstehen“, so Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz in seinem Statement.

Das Institut für Systemarchitekturen in der Luftfahrt untersucht dabei schwerpunktmäßig die Themen digitaler Entwurf und dessen Verbindung zur digitalen Produktion, um Luftfahrzeuge mithilfe digitalisierter Prozesse ideal auslegen und fertigen zu können („digitales Flugzeug“). Dabei rücken die Wechselwirkungen zwischen einzelnen Systemebenen in den Fokus der Forschung. Denn das komplexe System Luftfahrt besteht aus vielen Bereichen, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen – vom Lufttransportsystem als Ganzes über das einzelne Flugzeug bis hin zur Produktion seiner Einzelteile.

Das Institut für Instandhaltung und Modifikation befasst sich mit dem Betrieb von Luftfahrzeugen, darunter vor allem mit der Weiterentwicklung von Instandhaltungsprozessen und -technologien sowie dem Lebenszyklusmanagement („digitaler Zwilling“). Dabei wird es erstmals den ganzen Wartungsprozess von der Untersuchung und dem Monitoring einer Struktur, über die Ableitung der Maßnahme bis hin zu deren Durchführung abdecken, wobei innovative Technologien wie das 3D-Druck-Verfahren in den Fokus rücken.

Ergänzt wird die Arbeit beider Hamburger Institute durch Konzepte und Entwicklungen in den Bereichen Hochleistungsrechnen, Simulationsumgebungen und Softwaremethoden des Instituts für Softwaremethoden zur Produkt-Virtualisierung in Dresden. Das Institut für Test und Simulation für Gasturbinen, welches in Augsburg neu gegründet wurde, ergänzt das Portfolio um das „virtuelle Triebwerk“, die komplexeste Komponente im Flugzeug, die sich ihrerseits auf die Softwaremethoden aus Dresden stützt und bei den Instituten für Systemarchitekturen sowie Instandhaltung und Modifikation integriert wird.

Enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern

Für die industrienahe Forschung ist eine sehr enge Zusammenarbeit mit den relevanten Unternehmen aus Industrie und Mittelstand erforderlich. Im ZAL habe das DLR laut Mitteilung die Möglichkeit, „gemeinsam mit einer Vielzahl von Industriepartnern aus dem Luftfahrtbereich, darunter sowohl Airbus und Lufthansa Technik als auch Zulieferer und Start-ups, im selben Gebäude und an gemeinschaftlich genutzten Großversuchsträgern zu forschen“. Eine enge Abstimmung der aufzubauenden Forschungskompetenz für eine bestmögliche Verwertbarkeit der Forschungsergebnisse bei den Industriepartnern habe bereits begonnen. Über die regionale Vernetzung hinaus werde partnerschaftliche Forschung mit einer Vielzahl deutscher und internationaler Unternehmen angestrebt.

Die neuen Hamburger Institute werden jährlich mit zehn Millionen Euro durch den Bund und die Stadt Hamburg finanziert, der Bund trägt dabei 90 Prozent. Die Stadt Hamburg stellt darüber hinaus in der Aufbauphase zwei Millionen Euro für Investitionsmaßnahmen bereit.

(Redaktion / DLR)


 


 

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