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Wie Demografie-Management gelingt

Akute Gefahr für Unternehmen: Überalterung der Mitarbeiterstruktur

In der Verantwortung des CEO

Ob alleiniger Geschäftsführer, Vorstand eines Unternehmens oder Vorsitzender der Geschäftsführung – bei deutschen CEOs (Chief Executive Officer) ist das Thema längst angekommen. Dies beweist auch die Studie „14th Annual Global CEO Survey 2011“, im Rahmen der die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC weltweit 1.201 Vorstandsvorsitzende befragte. Gerade die deutschen CEOs beunruhigt, trotz positiver Wirtschaftsprognose und gerade wegen deutlicher Wachstumsplänen der Unternehmen, der Fachkräftemangel: „So fürchten weltweit zwei Drittel der CEOs, dass in den kommenden drei Jahren ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte knapp werden. Besonders ausgeprägt ist diese Sorge in Deutschland (74 Prozent der Befragten) und den Niederlanden (77 Prozent)“ Auch wenn es im Unternehmen aktuell gut läuft, stellen sich die CEOs zurecht die Frage, wie es auch weiterhin gut laufen soll, wenn entsprechende Fach- und Führungskräfte fehlen. Hinzu kommt die Gefahr steigender Ausfallzeiten durch zunehmende Krankheitstage einer immer älter werdenden Belegschaft. Der demografische Wandel wird also in jedem Fall deutliche Auswirkungen – auch finanzieller Art – auf die Unternehmen haben. Für die CEOs wie für alle Personalverantwortlichen heißt es also, „Ohren anlegen“ und statt reaktiv vorzugehen, endlich aktiv zu werden.

Aktives Talentmanagement ist Pflicht

Unternehmen können (und müssen) sich durch Neueinstellungen verjüngen. Denn nur mit einem gesunden Generationswechsel bei den Mitarbeitern verjüngt sich auch die Kultur, können Unternehmen im globalen Wettbewerb bestehen. Allerdings spielt bei dieser Verjüngung gerade das Know-how der älteren Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Ein optimaler Transfer wird idealerweise durch altersgemischte Teams erreicht. So werden die älteren Mitarbeiter durch „frisches Blut“ motiviert – vorausgesetzt, sie dürfen ihr Wissen an die jüngeren Kollegen weitergeben und erhalten dafür Wertschätzung. Anders als noch vor einigen Jahren müssen sie auch nicht mehr fürchten, dass jüngere Mitarbeiter sie von ihren Plätzen verdrängen, viel zu wertvoll ist dafür ihre Arbeitskraft.

Die jungen Mitarbeiter sind begeistert, wenn erfahrene Mentoren sie für den Weg ins Berufsleben fit machen oder ihnen in einer ersten Führungsverantwortung beratend zur Seite stehen. Längst haben Unternehmen erkannt, dass die besten Produkte nichts nützen ohne entsprechende Mitarbeiter quer durch alle Bereiche, die diese Produkte oder Dienstleistungen entwickeln, produzieren, vertreiben, verbessern und vermarkten. Umso wichtiger ist es, die Schlüsselpositionen im Unternehmen – bis tief hinein in die Strukturen – zu identifizieren und für eine dauerhaft hohe Besetzungsqualität zu sorgen, entweder indem man eigene Talente erkennt und fördert oder für externe Bewerber so interessant ist, dass ein Nachfragesog ausgelöst wird.

Das Thema HR erfordert in Unternehmen heute eine deutlich umfassendere Personalstrategie. Prozesse und Entscheidungen können nicht mehr losgelöst betrachtet werden, sondern stehen horizontal wie vertikal in einem großen Abhängigkeitsverhältnis. Talentmanagement gehört hier ebenso zu den entscheidenden Aufgaben der Zukunft wie ein gezieltes Recruiting bis hin zu der Frage: „Haben wir ausreichend und die richtigen Manager und Führungskräfte an Bord, um das Unternehmen in der jeweils aktuellen Lebensphase erfolgreich zu steuern?“

Ohne die interne Kompetenz zu untergraben, kann es Sinn machen, sich externe Unterstützung zu holen, denn ob Personalverantwortliche in Konzernen oder Geschäftsführer in Doppelfunktion im Mittelstand, sie alle stehen vor der gleichen Herausforderung: Das Tagesgeschäft ist zeitintensiv, sodass sie sich so kaum strategischen Themen widmen können. Gerade diese werden es jedoch sein, die zukünftig darüber entscheiden, wer dank eines strukturierten Demografie Managements, was Personalplanung und -gewinnung anbelangt, als zukunftsfähiges Unternehmen als Sieger aus dem demografischen Kampf hervorgeht.

(Norbert Markut)


 


 

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