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Masterplan Industrie 2014

Bekenntnis zum Industriestandort Hamburg

Gemeinsam wollen der Hamburger Senat, die Handelskammer Hamburg, der Industrieverband Hamburg e.V. und der Deutsche Gewerkschafsbund Nord den Industriestandort Hamburg weiter stärken. Sie verlängern den Masterplan Industrie, der Leitlinien für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung umfasst.

Mit dem Masterplan Industrie wollen die Akteure die Zukunftsfähigkeit der Hamburger Industrie dauerhaft sichern sowie Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Industrie erhalten und neu schaffen. Dabei dient der 2007 initiierte Masterplan Industrie als ein gemeinsames Instrument und Handlungsleitfaden für die Abstimmung und gemeinsame Entwicklung von Strategien.

„Die Industrie ist in Hamburg ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Um die Leistungsfähigkeit des Industriestandorts Hamburg zu erhalten, braucht die Industrie geeignete Rahmenbedingungen. Der Masterplan verfolgt das Ziel, Hamburgs Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit in dieser Hinsicht zu stärken, um Beschäftigung und wirtschaftliches Wachstum auf Dauer sicherzustellen“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz am Dienstag zum Beschluss der Fortschreibung am vergangenen Dienstag.

Auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen umfasst der fortgeschriebene Masterplan Industrie Zielsetzungen, Maßnahmen, Projektumsetzung und -kontrollfunktionen zu verschiedenen Schwerpunkten. Dazu gehören Flächen für die Industrie, Verkehr als Bedingung für Industrie, Innovationsmetropole Hamburg, Industrie und Umwelt, Energie für die Industrie, Fachkräfte für die Industrie (inklusive Integration und Gleichstellung) sowie Akzeptanz der Voraussetzungen für Industrie. Die clusterpolitischen Themen finden sich wieder in den Handlungsfeldern „Innovationsmetropole Hamburg“ und „Fachkräfte für die Industrie“.

„Wir haben uns viele Handlungsfelder vorgenommen, die alle wichtig für den Standort sind. Mir liegt das Thema „Innovationsmetropole Hamburg“ besonders am Herzen. Hier sollen unter anderem die für die Industrie wichtigen anwendungsorientierten Forschungseinrichtungen in Hamburg weiter ausgebaut und die Weiterentwicklung der hamburgischen F&I-Parks vorangetrieben werden, sagte Wirtschaftsenator Senator Frank Horch. Die Innovationsfähigkeit eines Standortes hänge ebenfalls entscheidend davon ab, ob in ausreichendem Maße exzellent ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stünden. Deshalb wollten Stadt und Industrie gemeinsam geeignete Rahmenbedingungen dafür schaffen, so Horch weiter.

Fritz Horst Melsheimer, Präses der Handelskammer, betonte die Bedeutung des produzierenden Gewerbes für den Wirtschaftsstandort Hamburg: „Ein starker industrieller Kern liegt nicht nur im Interesse der Branche selbst, sondern auch vieler anderer, mit den Industrieunternehmen unserer Stadt unmittelbar verbundener Branchen im Zuliefer-, Absatz- und Dienstleistungsbereich."

Auch der IVH-Vorsitzende Michael Westhagemann würdigt das Strategiepapier positiv: Der Masterplan Industrie habe sich, trotz einiger bisher nicht verwirklichter Vorhaben, als strategisches Instrument zur Abstimmung und Festlegung wichtiger Rahmenbedingungen für die Industrie in Hamburg bewährt. Insgesamt sei die Fortschreibung des Masterplans Industrie deutlich von einer positiven Haltung gegenüber der Industrie geprägt, einer zentralen Voraussetzung für den Erhalt der Zukunftsfähigkeit der produzierenden Unternehmen an unserem Standort. Im neuen Masterplan Industrie bekenne sich der Hamburger Senat in der öffentlichen Diskussion zur herausragenden Bedeutung der Industrie für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und für die soziale Stabilität in der Stadt und in der Region. „Aus gutem Grund haben wir in den Masterplan Industrie 2014 das Handlungsfeld ‚Akzeptanz als Voraussetzung für Industrie‘ neu aufgenommen, weil die Bedeutung von Akzeptanz für unseren Wirtschaftszweig wächst. Für eine erfolgreiche Industriepolitik ist ein industriebejahendes Klima in Politik und Verwaltung und ebenso in der Öffentlichkeit eine Grundvoraussetzung. Wenn hingegen dieser gesellschaftliche Konsens gestört ist, sehen wir, wie mancher Orts zum Beispiel im Vorfeld von großen Infrastrukturprojekten, langwierige öffentliche Auseinandersetzungen und wirtschaftliche Stagnation“, so Westhagemann.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschafsbundes Nord (DGB Nord) ergänzte: „Gute Industriepolitik denkt nicht nur in Quadratmetern und Ländergrenzen – sie fördert attraktive Arbeitsbedingungen für Fachkräfte, Beschäftigung und Qualifizierung, innovative Produkte und die regionale Zusammenarbeit. Industrie darf kein Schimpfwort sein, in ihrer sozialen und ökologischen Erneuerung liegen große Chancen für Wohlstand und Arbeitsplätze“. Und weiter: Die Gewerkschaften wollten alle Menschen an diesem Wandel beteiligen, sie förderten den Dialog aller Akteure und unterstützen eine gestaltende und aktive Industriepolitik, denn der Markt sei blind gegenüber sozialen und ökologischen Herausforderungen. Die Kooperation der norddeutschen Länder komme endlich voran, etwa beim Ausbau der Windenergie oder in der Verkehrspolitik. Der Senat spreche mit den Sozialpartnern auf Augenhöhe – das schaffe Chancen, dass die Verabredungen fruchtbar werden. Der Masterplan Industrie leiste einen wichtigen Beitrag, um die Metropolregion zu einem Kraftzentrum qualitativen Wachstums für die gesamte Bundesrepublik zu entwickeln.

(Redaktion)


 


 

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