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Mehrwegbecher-Pfandsystem

Recup-Becher für „Coffee to go“ nun an 250 Standorten

Die Recup-Pfandsystem für Mehrwegkaffeebecher scheint sich in Hamburg durchzusetzen. Jetzt macht auch die Bäckereikette Dat Backhus mit 118 Filialen mit. Auch die Kehr.Wieder-Rabattaktion für eigene Mehrwegbecher kommt weiterhin gut an.

Wenn es um den Kaffee zum Mitnehmen geht, sind immer mehr Menschen offen für umweltschonende Alternativen, wie sie das Münchner Start-up Recup mit seinem deutschlandweiten Pfandsystem für Coffee-to-go-Mehrwegbecher entwickelt hat: Die Becher aus 100 Prozent recyclebarem Kunststoff überstehen laut Unternehmensangaben mindestens 500 Spülgänge.

Die Umweltbehörde Hamburg arbeitet seit April 2018 mit Recup an der Umsetzung in der Hansestadt zusammen. Jetzt zieht sie eine Zwischenbilanz. Danach machen inzwischen rund 250 Bäckereien, Filialen und Cafés im ganzen Stadtgebiet mit. Seit dieser Woche geht nun auch in den 118 Fachgeschäften von „Dat Backhus“ der Recup-Pfandbecher über den Tresen. Ganz frisch dabei ist auch die Supermarktkette Rewe mit den Vorkassen-Bäckereien „Allwörden“ und „Nur Hier“ in 29 Märkten. Auch viele kleinere Cafés und Einzelfilialen beteiligen sich am System.

Ein paar Minuten Trinkgenuss, dann wandert der Pappbecher in den Müll. Diese Gepflogenheit ist bequem, aber höchst umweltschädlich: Rund 2,8 Milliarden Einwegkaffeebecher pro Jahr – 320.000 Becher pro Stunde – werden in Deutschland benutzt und weggeworfen, mit erheblichen Folgen hinsichtlich Ressourcenverbrauch und Freisetzung von CO2-Emissionen bei der Herstellung sowie Umweltverschmutzung durch achtlos weggeworfenen Müll (Quelle: Deutsche Umwelthilfe).

So funktioniert das Pfandsystem

Das Verfahren ist einfach: Der Kunde hinterlegt für seinen Mehrwegbecher einen Euro Pfand und bekommt zudem den Kaffee noch günstiger als im Einwegbecher. Leere Becher können laut Recup hamburg- und deutschlandweit bei allen teilnehmenden Partnern abgegeben werden. Wo der nächstgelegene Standort ist, erfahren Interessenten per Recup-App. Die Becher werden vor Ort gereinigt und anschließend direkt wieder im System eingesetzt.

Kaufdeckel statt Pfanddeckel

Einen Schwachpunkt gibt es dennoch: Die Deckel gehören nicht zum Pfandsystem. Ein Grund ist, dass der Spülaufwand und das damit verbundene Handling für die Deckel hoch sind. Auch Hygieneaspekte spielen eine Rolle. Viele Unternehmer ziehen da laut Recup nicht mit. Alternativ bieten die Münchner den Kaffeetrinkern einen mit allen Bechergrößen kompatiblen Mehrwegdeckel zum Kauf an. Der Deckel muss in Eigeninitiative zu Hause selbst gespült werden.

Hochbahn Hamburg: bis zu 560.000 Pappbecher jährlich weniger

Viele städtische Stellen gehen bereits mit gutem Beispiel voran: Die Kantine der Gesundheitsbehörde in Rothenburgsort hat gerade den Recup eingeführt. Die Mensa der Akademie der Polizei folgt in Kürze. Einsparpotenzial an beiden Orten: rund 100.000 Einwegbecher pro Jahr.

Und auch alle Busfahrerinnen und Busfahrer und die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochbahn Hamburg trinken seit Mitte Oktober „to go“ auch aus dem Pfandbecher. Das zahlt sich für die Umwelt aus: Mit der Einführung des Systems trage die Hochbahn jährlich zur Vermeidung von bis zu 560.000 Wegwerfbechern bei, so Claudia Güsken, Hochbahn-Vorständin für Personal und Betrieb.

Auch zwischen Riesenrad und Geisterbahn wird an die Umwelt gedacht: Der Hamburger Dom ist jetzt Partner des Pfandsystems, dort wird an 35 Stellen Kaffee ausgeschenkt.

Alternative: Kehr.Wieder-Aktion mit eigenen Kaffeebecher

Neben dem Pfand- und Rücknahmesystem gibt es noch einen weiteren Weg zur Müllvermeidung: einfach den eigenen Becher füllen lassen. Seit gut einem Jahr bilden die Umweltbehörde und zahlreiche Hamburger Cafés und Bäckereien mit der Kehr.Wieder-Aktion eine Allianz gegen Wegwerfbecher. An mehr als 260 Standorten bekommen Kunden einen Rabatt zwischen 10 und 30 Cent auf Kaffee im mitgebrachten Mehrwegbecher.

Grob gerechnet konnten durch die Kehr.Wieder-Aktion laut Mitteilung bereits rund 120.000 Einwegbecher vermieden werden. Um die Kehrwieder-Rabatt-Allianz und das Recup-Pfandsystem zu verbinden, gibt es jetzt auch Hamburg-Deckel mit dem Kehrwieder-Logo. Zunächst gehen 2.000 Stück davon in den Umlauf.

Im Bistro der Umweltbehörde gibt es seit 2016 nur noch Mitnehm-Kaffee aus dem hauseigenen Porzellan-Mehrwegbecher. Zahlreiche Kantinen in Firmen und öffentlichen Unternehmen sind inzwischen diesem Beispiel gefolgt.

(Redaktion)


 


 

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