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Leseförderung

Lesen können, um die Welt zu verstehen

Wer nicht lesen kann, bleibt in vielen Fällen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Die Hamburger Freiwilligen-Initiative „Mentor – Die Leselernhelfer Hamburg e.V.“ unterstützt Kinder dabei, die Sprach- und Lesekompetenz zu erweitern. 2014 feiert der Verein zehnjähriges Bestehen.

zu Sieben Millionen Menschen in Deutschland können nicht lesen. Allein in Hamburg leben etwa 60.000 Analphabeten. Aber nur wer lesen kann, hat die Chance, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und sich erfolgreich im Arbeitsleben zu behaupten. Das ist der Ausgangspunkt des Vereins Mentor e.V.: Seit 2004 engagieren sich Freiwillige in Hamburg, die Sprach- und Lesekompetenz von Kindern zwischen sechs und 16 Jahren zu verbessern. Unterstützt von namhaften Unternehmen wie tesa SE, der Hamburger Sparkasse und der Buchhandlung Heymann, treffen sich dafür etwa 700 ehrenamtliche Mentoren regelmäßig mit einem persönlichen Lesekind zur gemeinsamen Schmökerstunde.

Die Leselernhelfer haben sich zum Ziel gesetzt, bei den Kindern die Freude am Lesen wecken und deren Fantasie anzuregen. Eine verbesserte Lesekompetenz soll das Selbstbewusstsein der Kinder stärken und die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe erhöhen, unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Hintergrund.

Das Erfolgsrezept der Leselernhelfer: In enger Zusammenarbeit mit den Hamburger Grund- und Stadtteilschulen vermittelt der Verein persönliche Mentoren an Kinder, die Probleme beim Lesen und Verstehen von Texten haben. 60 Prozent dieser Kinder kommen aus anderen Kulturkreisen, Deutsch ist oft nur ihre Zweitsprache. Da emotionale Bindung Lernen erleichtert, arbeiten die ehrenamtlichen Mentoren nach dem Eins-zu-eins-Prinzip: Für mindestens ein Jahr treffen sich Mentor und Lesekind in der Schule einmal in der Woche zu einer gemeinsamen Lesestunde. Diese Stunde ist nicht als Nachhilfe gedacht, Leistungsdruck oder Kontrolle gibt es hier nicht. Vielmehr soll das Lesekind sie als „eine Zeit der besonderen Zuwendung“ erleben.

Dass die Methode funktioniert, zeigen regelmäßige Umfragen des Vereins an den etwa 100 kooperierenden Schulen: Stellten die Lehrer zu Beginn der Unterstützungsphase bei dem Großteil der Kinder ein mangelndes Textverständnis fest, hätten nach mindestens sechsmonatiger Betreuung 89 Prozent aller Kinder ihren Wortschatz erweitert und ihr Textverständnis verbessert, so der Verein. Bei 86 Prozent der Kinder hätten sich die schulischen Leistungen insgesamt verbessert. „Die Lesestunde stellt eine wichtige soziale Komponente dar. Nicht nur die schulischen Leistungen verbessern sich, auch die Integration der Kinder wird maßgeblich gefördert“, so eine Lehrerin in einer der Lehrerumfragen.

Für den Wirtschaftsstandort Hamburg hat die Arbeit des Vereins eine besondere Bedeutung: „Wer in Kinder investiert, sichert die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens“, erklärt Claudia Schön von tesa SE. Das Unternehmen arbeite bereits seit fünf Jahren mit dem Verein zusammen. Zehn tesa-Mitarbeiter engagierten sich einmal in der Woche als Leselernhelfer – das Unternehmen stelle dafür Arbeitszeit zur Verfügung und finanziere die Ausbildung der Paten durch den Verein, heißt es. Die Lesetandems seien für alle Seiten ein großer Gewinn: Die Leselernhelfer aus dem Büro weckten bei den Kindern neben der Lesefreude auch das Interesse an der Arbeitswelt, die Mentoren wiederum profitierten von dem Blick über den Tellerrand.

2014 feiert der Verein sein zehnjähriges Bestehen. In dieser Zeit konnte Mentor Hamburg e.V. über 2.500 Kinder betreuen. Der gemeinnützige Verein ist dabei auf Spenden und ehrenamtliche Helfer angewiesen. Weitere Informationen: www.mentor-hamburg.de.

(Redaktion)


 


 

MENTOR – Die Leselernhelfer HAMBURG e.V.
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