Weitere Artikel
Migranten-Medizin

Albertinen-Stiftung und Malteser-Migranten-Medizin: starkes Bündnis für Menschen ohne Papiere

Die Malteser Migranten Medizin (MMM) in Hamburg bietet seit fünf Jahren ambulante medizinische Hilfe für Menschen ohne Papiere an. Künftig wollen die Malteser gemeinsam mit der Albertinen-Stiftung die stationäre Behandlung dieser Menschen, denen sonst nicht geholfen werden kann, erweitern.

Durch die Zusammenarbeit könnten auch Flüchtlinge, die außerhalb der Hamburger Stadtgrenzen leben, behandelt werden, heißt es einer Presseinformation des Albertinen-Diakoniewerkes. Die neue Partnerschaft solle auch dann zum Tragen kommen, wenn das Budget der Hamburger Clearingstelle für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen ausgeschöpft ist. 

Die beiden Partner kennen sich bereits aus der Zusammenarbeit zwischen dem ambulanten Malteser Hospiz-Zentrum und dem stationären Diakonie-Hospiz Volksdorf. Andreas Damm, Diözesanleiter Malteser Hilfsdienst e.V., begrüßte die neue Partnerschaft: „Wir helfen mit der Malteser Migranten Medizin Menschen, die mitten unter uns leben und doch im Schatten. Solange diese Hilfe gebraucht wird, wollen wir sie so gut wie möglich leisten. Und dazu brauchen wir Partner wie Albertinen“. Cord Meyer, Vorstand in der Albertinen-Stiftung und Hauptgeschäftsführer des Albertinen-Diakoniewerkes ergänzt, Menschen in Not medizinisch zu helfen, sei Kern des diakonischen Auftrags von Albertinen. Er freue sich sehr, dass Albertinen in der ökumenischen Kooperation mit den Maltesern die Möglichkeiten, Menschen ohne Papiere zu helfen, deutlich verbessern könne. 

Ausreichend ambulante medizinische Versorgung
Drei Ärzte übernehmen ehrenamtlich die Sprechstunden in der Ambulanz, die jeden Donnerstag ihre Tür im Katholischen Marienkrankenhaus öffnet. Über 60 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte unterstützen die drei MMM-Ärzte Dr. Detlev Niebuhr, Dr. Helgo Meyer-Hamme und Dr. Hubertus-Eberhard Zimmermann, wenn zusätzliche ambulante Behandlungen notwendig sind. Im Jahr 2012 konnten Dr. Niebuhr und seine MMM-Kollegen so 242 Patientinnen und Patienten in 437 Behandlungen helfen, so die Information des Albertinen-Diakoniewerks. Neben der MMM-Ambulanz gibt es in Hamburg noch weitere ambulante Hilfsprojekte für Menschen ohne Papiere. 

Engpass stationäre Behandlung
Seit Februar 2012 koordiniert und finanziert die Clearingstelle für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen die ambulante und die stationäre medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere im Hamburger Stadtgebiet. Finanzielle Engpässe entstehen regelmäßig bei der Versorgung von Kranken, die unter chronischen Erkrankungen oder HIV leiden, bei Patient/innen mit Schlaganfall oder Krebs- und Herzerkrankungen. Auch bei der Behandlung psychischer Erkrankungen und posttraumatischer Belastungsstörungen kann  häufig nicht geholfen werden, informiert das Albertinen-Diakoniewerk.

Da die Finanzierung aus Mitteln des Hamburger Senats erfolgt, ist die Clearingstelle nicht zuständig für die Behandlung von Kranken aus der Metropolregion Hamburg.

Um die medizinische Versorgung von Flüchtlingen nachhaltig zu verbessern und solche Probleme zu lösen, arbeiten fast alle Hamburger Initiativen seit Februar 2012 im Beirat der Clearingstelle zusammen.

Das Projekt ist auf Spenden angewiesen
Zur Finanzierung der medizinischen Behandlungen sind der Malteser Hilfsdienst und die Albertinen-Stiftung auf Spenden angewiesen. Eine Geburt ohne Komplikationen kostet laut der Presseinformation beispielsweise etwa 2.000 Euro, eine Operation an der Gallenblase zirka 3.000 Euro.

Angestoßen wurde die Kooperation durch die Hilfe für einen serbischen Roma-Jungen, der als Flüchtling in Norderstedt lebt. Ihm konnte im Sommer 2013 durch eine orthopädische Operation im Albertinen-Krankenhaus geholfen werden, sich wieder schmerzfrei zu bewegen.

Weitere Informationen: www.malteser-hamburg.de und www.albertinen-stiftung.de.

(Redaktion)


 


 

Behandlung Menschen ohne Papiere
Versorgung von Flüchtlingen
Clearingstelle
Malteser Migranten Medizin
Albertinen-Stiftung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Behandlung Menschen ohne Papiere" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: