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Naturschutz

Großprojekt für mehr Artenvielfalt in Hamburgs Parks und Grünanlagen

Mehr Natur in der Stadt – darum geht es bei dem Großprojekt „Natürlich Hamburg!“. Bis 2031 soll eine Gesamtfläche von 6.200 Hektor über ganz Hamburg verteilt von dem Arten- und Biotopschutz profitieren. Als erste Metropole in Deutschland bekommt Hamburg dafür Bundesmittel.

Pflanzen, Insekten und andere Tierarten: Das wilde und das gärtnerische Grün sollen in Hamburg noch enger zusammenwachsen. Ziel sei mehr biologische Vielfalt in Parks und Naturschutzgebieten und mehr Erholungswert für die Menschen, heißt es in einer Pressemitteilung der Hamburger Umweltbehörde. Konkrete Maßnahmen solle es zum Beispiel im Stadtpark, im Duvenstedter Brook oder in der Fischbeker Heide geben.

Hamburg erste geförderte Metropole

Mit dem Start des Naturschutzgroßprojekts „Natürlich Hamburg!“ bekommt Hamburg als erste Metropole in Deutschland überhaupt Bundesförderung für ein Großprojekt dieser Art. Das Vorhaben hat ein Gesamtvolumen von rund 22 Millionen Euro und verläuft in zwei Phasen. Für das Projekt I (Erhebungsphase)sind 2,9 Millionen Euro veranschlagt. Davon fördert das Bundesumweltministerium 2,1 Millionen Euro (75 Prozent) über das Programm „chance.natur-Bundesförderung Naturschutz“. Für Projekt II (Umsetzungsphase) sind insgesamt 18,8 Millionen Euro vorgesehen, von denen der Bund bis zu 75 Prozent übernehmen kann.

Im Rahmen von „Natürlich Hamburg!“ sollen in den kommenden 14 Jahren Naturschutzgebiete besser und attraktiver werden. Zugleich sollen in Park und anderen Grünanlagen naturbelassene Bereiche entstehen. „Wer künftig in Naturschutzgebiete geht, soll dort einladende Wege, Erklärungen und Aussichtsplätze finden, die das Naturerleben erleichtern, ohne die Natur zu gefährden. Damit steigern wir die Attraktivität von Hamburgs Grün und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz in der Stadt“, so Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan. „Auch seltene Arten wie Waldkauz oder Wachtel, Moorfrosch oder Biber werden in Hamburg so hoffentlich noch bessere Lebensräume finden.“

21 Park- und Grünanlagen, 19 Naturschutzgebiete sowie drei Bereiche des Biotopverbundes wurden über ganz Hamburg verteilt als Fördergebiet für die Umsetzung ausgewählt – mit einer Gesamtfläche von 6.200 Hektar.

Zwei Projektphasen von 2017 bis 2031

In Projekt I von 2017 bis 2021 wird neben ersten sichtbaren Maßnahmen auch der Zustand dieser Flächen detailliert erhoben, im Anschluss wird ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Den Anfang machen die innerstädtischen Parks Wallanlagen und „Planten un Blomen“, bei den Naturschutzgebieten das Schnaakenmoor. Und sogar Straßenränder werden auf ihre Naturpotenziale untersucht: Die großen Ausfallstraßen Eiffe- und Bergedorfer Straße, die Hamburger Straße bis Bergstedt und weitere sollen bunter und ökologisch vielfältiger werden, indem durch naturnahe Vegetation optische Akzente gesetzt werden. Als Pilotprojekt für naturnahe Bereiche in Parks soll als erstes ein Schaugarten in „Planten un Blomen“ entstehen.

Von 2022 bis 2031 läuft dann in Projektphase II die Umsetzung. Unter anderem ist geplant, in Parks artenreiche Blumenwiesen anzulegen, Wildstauden zu fördern und Altbäume und Totholz in Grünanlagen zu sichern. Die Naturschutzgebiete sollen ökologisch aufgewertet und durch beschilderte Rundwege, Schautafeln und Naturerlebnis-Apps besucherfreundlicher gestaltet werden.

Beste Voraussetzungen für die Pionierrolle

„Durch seine Lage in drei Landschaftszonen (Geest, schleswig-holsteinisches Hügelland, Elbe-Urstromtal) hat Hamburg eine vielfältige Stadtnatur zu bieten und stellt einen Hotspot der biologischen Vielfalt dar. Kaum eine andere Großstadt weist eine so enge Verzahnung zwischen Bebauung und naturnahen Flächen auf wie Hamburg“, so die Hamburger Umweltbehörde. Diese Besonderheiten dürften vermutlich dazu beigetragen haben, dass Hamburg als erste Großstadt in Deutschland für die Förderung im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts ausgewählt worden ist.

(Redaktion)


 


 

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