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Naturwissenschaftliche Strukturforschung

Neues Nanoforschungszentrum stärkt Forschungsstandort Hamburg

Das neu eröffnete Center for Hybrid Nanostructures (CHyN) ist ein Meilenstein für die moderne Erforschung von Nanostrukturen in Hamburg. Bund und Stadt haben in die Forschungseinrichtung mehr als 61 Millionen Euro investiert.

Das interdisziplinäre Center for Hybrid Nanostructures (CHyN) auf dem Forschungscampus Bahrenfeld ist am 19. Juli 2017 eröffnet worden. Die Idee des CHyN sei weltweit einmalig, so die Wissenschaftsbehörde in einer Mitteilung: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Physik, Chemie, Biologie und Medizin Nanostrukturen erforschten in einem interdisziplinären Ansatz Nanostrukturen. Diese Forschung biete ein immenses Potenzial für Anwendungen in Medizin und Biologie. Zum Beispiel könnten in Zukunft kleinste bioelektronische Implantate zerstörte Sinneszellen ersetzen und Menschen Sehen, Hören oder das Bewegen von Armen oder Beinen wieder ermöglichen.

Vernetzte Nanoforschung

Das Gebäude schaffe die Rahmenbedingungen für eine vernetzte Forschung der Disziplinen Physik, Biologie, Chemie und Medizin im Nanobereich. Ziel sei, die Eigenschaften von Festkörpern und von Biomaterialien zu analysieren, diese einander anzupassen, um daraus schließlich neue Materialeigenschaften – hybride Nanostrukturen – für chemische, biologische und medizinische Anwendungen zu entwickeln. Mit rund 5.000 Quadratmetern Raum bietet das Gebäude Platz für rund 130 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank sagte anlässlich der Neueröffnung, das CHyN füge sich perfekt in die bestehende und entstehende Infrastruktur am Forschungscampus Bahrenfeld ein und leistete somit einen wichtigen Beitrag, „Hamburg zur internationalen Wissenschafts- und Innovationsmetropole auszubauen und kluge Köpfe aus aller Welt anzuziehen“.

CENTER FOR HYBRID NANOSTRUCTURES
Das CHyN ergänzt den Schwerpunkt naturwissenschaftliche Strukturforschung am Standort Bahrenfeld. Zielsetzung der Arbeiten am CHyN ist die Erforschung und Anwendung von Strukturen auf der Nanometerskala, den „Nanostrukturen“. Diese Nanoteilchen haben eine Größe von wenigen Atomen bis zu 100 Nanometern; ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im CHyN sind dabei spezialisiert auf die Verbindung von nanoelektronischen und biologischen Materialien. Die dabei entstehenden hybriden (gemischten) Nanostrukturen bieten ein immenses Potenzial für neue Anwendungen in Medizin und Biologie. Der Bereich Nanophysik ist essenzieller Bestandteil des hochschul- und strukturpolitischen Forschungsschwerpunktes „Materie und Universum“ der Universität Hamburg. Er soll mit der Ansiedelung des CHyN in Bahrenfeld eng an die dortigen Aktivitäten der Universität Hamburg angebunden und weiter gestärkt werden. (Quelle: Wissenschaftsbehörde Hamburg)

Passgenaues Gebäude

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg weist darauf hin, dass die Universität Hamburg mit dem CHyN im kompetitiven Forschungsfeld der Nanowissenschaften international sowie national sichtbar werden und den aussichtsreichen Forschungsbereich der Nanophysik in Hamburg langfristig etablieren könne. „Das CHyN ist eine wichtige Maßnahme zur weiteren universitären Strukturbildung sowie zur Stärkung des Campus Bahrenfeld. Ich danke dem Bund und dem Land für diesen spektakulären Neubau und wünsche allen beteiligten Wissenschaftlern einen guten Start. Es ist ein großer Vorzug, dass sich nicht die Wissenschaft einem schon vorhandenen Gebäude anpassen muss, sondern ein Gebäude passgenau für die Wissenschaft errichtet wurde.“

Herzstück schwingungsarmer Reinraum

Der schwingungsarme Reinraum mit „Käselochboden“ bietet bis zu 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre hybriden Nanostrukturen selbst zu präparieren. Er ist das Herzstück des neuen Forschungsbaus, der darüber hinaus mit rund 60 Laboren ausgestattet ist, die teils elektromagnetisch besonders abgeschirmt sowie schwingungsisoliert sind und somit die Forschung an Quanten- und Biomaterial erst möglich machen. Eine Heliumverflüssigungsanlage und zehn weitere Großgeräte ermöglichen höchst aufgelöste Messungen bei tiefsten Temperaturen.

Prof. Dr. Robert H. Blick, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Nanostruktur- und Festkörperphysik, freut sich auf die zukünftigen Aufgaben: „Wir wollen neuartige Festkörperstrukturen herstellen und eine Brücke schlagen zwischen der physikalisch orientierten und der biologischen sowie medizinischen Forschung an der Universität Hamburg oder auch zum Deutschen Elektronen-Synchrotron, zum Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie, zum Helmholtz-Zentrum Geesthacht, zum Centre for Structural Systems Biology oder zum Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.“

Den Neubau realisierte die Sprinkenhof GmbH im Auftrag der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. Dafür investierten die Bundesrepublik Deutschland sowie die Freie und Hansestadt Hamburg mehr als 61 Millionen Euro.

(Redaktion / Wissenschaftsbehörde)


 


 

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