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Neue Führungskräfte-Generation

Warum Kooperation die bessere Managerstrategie ist

Man muss kein Karrierist sein, um Karriere zu machen. Und kein Alpha-Gehabe an den Tag legen, um einen großen Laden zu führen. Der Autor Adam Grant fordert in seinem Buch „Geben und Nehmen“ dazu auf, soziales Denken und Engagement nicht in den Feierabend zu verlegen, sondern im Job zu leben.

An wen denken Sie, wenn von „erfolgreichen Machern“ die Rede ist? An die Gattung dominanter Alpha-Tiere wie Jeff Bezos, Josef Ackermann oder Steve Jobs? Typen, die mit ihrem Ego nicht nur einen Chefsessel, sondern komplette Sitzreihen im Stadion füllen könnten? Adam Grant hat andere Menschen im Sinn, stille, kooperative Typen, die Ihren Kopf nicht im TV und ihren Namen nicht in der Zeitung lesen müssen, um den persönlichen Erfolg zu genießen. Von „Gebern“ eben.

In seinem Buch „Geben und Nehmen“ hat sich Adam Grant auf die Suche gemacht nach Führungs- und Persönlichkeitsmustern erfolgreicher Manager und Unternehmer. Und dabei interessante Entdeckungen gemacht. Da gibt es die „Nehmer“, Erfolgstypen, die mit brachialer Gewalt ihre Ziele verfolgen und „Gefälligkeiten immer mit Bedingungen verknüpfen“. Auf der anderen Seite stehen die „Geber“, die in Vorleistung treten und nicht sofort das Feld abernten, das sie just bestellt haben. Die mit Geduld soziale Netzwerke aufbauen und ihre kooperativen Gesten nicht in Dollar oder Applaus aufwiegen. Ihnen widmet Grant sein Buch.

Der Vater der „Simpsons“

Der Autor portraitiert Menschen, die nicht trotz, sondern wegen ihres verantwortungsvollen Führungsstils bahnbrechende Erfolge erzielen konnten. Auch wenn ihre Köpfe selten oder nie die Manager-Magazine schmücken. Wie George Meyer: Allerweltsname, kennt keiner? Stimmt, aber die Simpsons kennen Sie und den „Letterman“? Meyer hat den witzigen Figuren mit seinem bissigen Humor einen persönlichen Stempel aufgedrückt. Nach Grant sind Meyers „komödiantische Wirkungsmacht“ und dessen „enorme Kreativität“ mit der Persönlichkeit des Gebers verwurzelt. Sein Erfolg basiert nicht auf Alleingängen, sondern auf Kooperationen. Das dankten ihm die Kollegen, indem sie „sein komisches Genie bewunderten und darauf vertrauten“.

Ist der Ruf erst ruiniert …

In zahlreichen Fallstudien belegt Grant, dass Geber langfristig oben schwimmen, und Nehmer für die (kurzfristigen) Erfolge irgendwann die Zeche zahlen. Weil Sie „als Zentralgestirne im Sonnensystem Ihrer Unternehmen“ früher oder später an Vertrauen und Glaubwürdigkeit einbüßen. Sympathie ist dann eh schon verspielt: „Wenn Sie ein Nehmer sind und alle Welt über Ihre Beziehungen und Ihren Ruf Bescheid weiß, ist es schwerer, nachhaltigen Erfolg zu haben.“

Der Erfolg Ihrer Partner wird zu Ihrem Erfolg

Nehmer verbreiten Angst, Geber bekommen den Respekt geschenkt, weil sie als Vorbilder fungieren. Weil Sie clever vorgehen, denn „je intelligenter man ist, desto mehr hilft man seinem Verhandlungspartner, selbst erfolgreich zu sein“. Top-Managerin Sherryann Plasse bilanziert treffend: „Ein Geber zu sein, hat zu meinem persönlichen und beruflichen Erfolg beigetragen. Es ist befreiend.“ Und wie wird man selbst (wieder) zum Geber, obwohl längst die Nehmer-Qualitäten überwiegen? Indem die Wettkampforientierung zugunsten des ursprünglichen „Wertekanons“ kritisch hinterfragt wird. Klingt so, als wäre es unbedingt einen Versuch wert.

Fazit: „Geben und Nehmen“ ist ein 400 Seiten starker Beleg dafür, dass Anstand, Empathie und soziale Verantwortung auch in den Chefetagen ihre Berechtigung haben. Gerade dort! Weil sie das Auslaufmodell patriarchischer Führungsstrukturen prima ersetzen können.

Das Buch
Adam Grant: „Geben und Nehmen“, Droemer 2013 ISBN: 3426276208

(Redaktion)


 


 

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