Sie sind hier: Startseite Hamburg Aktuell News
Weitere Artikel
Öffentliche Hand

Kosten für Telekommunikationstechnik und IT übersteigen 20 Milliarden Euro

Im laufenden Jahr geben Bund, Länder und Kommunen voraussichtlich 20,4 Milliarden Euro für Informations- und Kommunikationstechnik sowie Dienstleistungen aus. Das ist ein Plus um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2014 werden die Ausgaben auf etwa 20,9 Milliarden Euro steigen.

Diese Zahlen zu den Ausgaben von Bund, Ländern und Kommunen gab er Hightech-Verband Bitkom bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern (BeschA) und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) während der Messe „Moderner Staat“ bekannt. Die Daten basieren auf Berechnungen des Beratungsunternehmens Techconsult.

Laut der Datenauswertung zahlt die öffentliche Hand mit Abstand am meisten Geld für IT-Dienstleistungen, das heißt Beratung, Implementierung und Service: rund 9,4 Milliarden Euro, ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber 2012. „Die öffentliche Hand steht für rund ein Fünftel des Business-Marktes in der ITK-Branche. Allerdings sind viele Ausschreibungen für öffentliche Einkäufer wie für die Anbieter mittlerweile mit so viel Verwaltungsaufwand verbunden, dass vermehrt innovative Lösungen wie die elektronische Vergabe oder die Musterverträge der sogenannten EVB-IT eingesetzt werden sollten“, sagte Marco Junk von der Bitkom-Geschäftsleitung bei der Präsentation der Zahlen.

Die elektronische Vergabe wird durch die aktuelle EU-Richtlinie ab 2016 verpflichtend vorgeschrieben. Einschließlich sämtlicher Umsetzungsfristen müssten die E-Vergabe-Systeme voraussichtlich im Jahr 2019 betriebsbereit sein. Der gesamte Vergabeprozess von der Bekanntmachung bis zur Zuschlagserteilung wird digitalisiert. Franz-Reinhard Habbel, Sprecher beim Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB), sagte: „Die Einführung der elektronischen Vergabe wird gerade kleinere Kommunen und Städte zunächst vor organisatorische Herausforderungen stellen und größere Investitionen erfordern, mittelfristig aber die Kosten des Vergabeprozesses deutlich senken“.

Bund, Länder und Kommunen sollen zudem künftig beim Einkauf von IT-Hardware soziale Nachhaltigkeitskriterien stärker beachten. „Angesichts der Milliarden-Ausgaben für ITK müssen sich öffentliche Beschaffer und bietende Unternehmen gleichermaßen ihrer sozialen Verantwortung stellen. Wir unterstützen beide Seiten mit unserer Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung“, sagte Michael Dickopf, stellvertretender Leiter des BeschA. Der Hightech-Verband und BeschA hatten sich im Sommer über die nachhaltigen Kriterien für öffentliche Ausschreibungen geeinigt und eine entsprechende Mustererklärung für Anbieter von Hardware erarbeitet. Es war die erste Branchenvereinbarung dieser Art überhaupt. Die Mustererklärung orientierte sich an den „Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation“ (ILO). So müssen Hersteller versichern, dass ihre Produkte ohne Kinder- und Zwangsarbeit, ohne Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe oder Herkunft und ohne Beschneidung der Rechte der Arbeitnehmer hergestellt werden. Junk: „Die Mustererklärung schafft Sicherheit für die Vergabestellen und die Bieter und ist in der Praxis für die bietenden Unternehmen und Hersteller realisierbar.“ Mittlerweile ist die Mustererklärung bereits erfolgreich zum Einsatz gekommen, beispielsweise bei einer Ausschreibung für Drucker. Nach einer gemeinsamen Evaluation wollen Bitkom und BeschA die Zusammenarbeit für weitere Bereiche fortsetzen.

Die gemeinsam erarbeitete Mustererklärung und die vertragliche Regelung steht unter www.nachhaltige-beschaffung.info.

(Redaktion)


 


 

Kommunen
Bund
Länder
Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern
BeschA
Ausgaben der öffentlichen Hand
Beschaffungswesen in Kommunen
Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung
Beschaffungswesen
Einkauf
nachhaltigen Kriterien für

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Kommunen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: