Sie sind hier: Startseite Hamburg Finanzen Finanz-News
Weitere Artikel
Öl- und Energiepreise

Günstiges Öl spart Deutschen 700 Millionen Euro

Billiges Öl sorgt derzeit für große Einsparungsmöglichkeiten. Dank niedriger Energiekosten sinkt die Inflation. Nach Einschätzung von Postbank-Experten steigt der Ölpreis auf 105 US-Dollar.

Der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen kräftig gefallen und liegt aktuell bei 100 US-Dollar pro Fass. Dass diese Marke für längere Zeit unterschritten wird, halten Experten allerdings für unwahrscheinlich. „Wir erwarten bis zum Jahresende zunächst eine Rückkehr des Ölpreises in den Bereich von 110 US-Dollar pro Fass. Mittelfristig sollte sich vor allem der sich fortsetzende Aufstieg der USA zu einem der weltweit größten Ölförderstaaten positiv auf das Angebot auswirken. Das Potenzial für Preisanstiege wird damit geringer. Auf Jahressicht erwarten wir den Ölpreis im Bereich von 105 US-Dollar“, so Marco Bargel, Chef-Anlagestratege der Postbank.

Rückläufiger Ölpreis dämpft Inflation vorerst weiter

Der niedrige Ölpreis wirke sich doppelt mäßigend auf die Inflation aus, so die Bank. Zum einen direkt, zum anderen aber auch über die Mitte 2012 begonnene Aufwertung des Euro zum US-Dollar. Kostete ein Fass Öl Im März 2012 noch knapp 98 Euro, liege der aktuelle Preis bei nur noch gut 75 Euro. Der deutliche Ölpreisrückgang – gemessen in Euro – sei nicht ohne Folgen für die Inflationsentwicklung in der Eurozone geblieben. Nachdem im November 2011 ein zyklisches Hoch bei gut drei Prozent erreicht wurde, sank die EWU-Inflationsrate stetig bis auf nur noch 0,4 Prozent im Juli dieses Jahres.

Auch in Deutschland war in dieser Zeit ein markant nachlassender Inflationsdruck auszumachen, so die Bank. Um den Jahreswechsel 2011/2012 betrug die Teuerung in Deutschland gut zwei Prozent. Zuletzt habe sie sich knapp unterhalb von einem Prozent eingependelt. Die Komponente „Haushaltsenergie und Kraftstoffe“ zeige seit August 2013 eine unterdurchschnittliche Teuerung. Dadurch habe sich die deutsche Inflationsrate im Schnitt um 0,15 Prozentpunkte verringert. „Auf Jahressicht sollte sich der Ölpreis dann auf von heute aus betrachtet etwas höherem Niveau einpendeln. In Verbindung mit einer Abwertung des Euro zum US-Dollar dürfte der Ölpreis zu einer leicht steigenden Inflation in Deutschland und der Eurozone führen“, glaubt Marco Bargel.

Anstieg der Kaufkraft durch niedrige Energiepreise

Niedrigere Öl- bzw. Energiepreise sorgen für einen Anstieg der Kaufkraft. Die privaten Haushalte gaben laut der Bank im vergangenen Jahr zirka 35 Milliarden Euro für verschiedene Komponenten aus, die in einen engen Zusammenhang zum Ölpreis stehen, also zum Beispiel für flüssige Brennstoffe, Kraft- und Schmierstoffe sowie für Verkehrsdienstleistungen. Für ein Fass Öl zahlten sie dabei im Jahresdurchschnitt knapp 82 Euro. Im Durchschnitt von Januar bis Juli 2014 kostete ein Fass Öl umgerechnet etwa 79 Euro. Durch diesen Preisrückgang hätten die deutschen Privathaushalte im bisherigen Jahresverlauf insgesamt etwa 700 Millionen Euro gespart, so die Bank. Im Schnitt bedeute das für jeden der 40,7 Millionen deutschen Haushalte eine Ersparnis von gut 17 Euro. Nicht berücksichtigt seien dabei indirekte Effekte eines dauerhaft niedrigeren Ölpreises, etwa dass Unternehmen ihre gesunkenen Produktionskosten über niedrigere Preise an die Verbraucher weitergeben.

(Redaktion)


 


 

Ölpreis
Energiepreis
US-Dollar
Inlationsdruck Teuerung in Deutschland
Kaufkraft Deutschland
Rohstoffpreise

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ölpreis" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: