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Offshore-Industrie

„Runder Tisch Offshore“ fordert verbindliche und langfristige Rahmenbedingung für die Branche

Die Wirtschaftssenatoren Frank Horch (Hamburg) und Martin Günthner (Bremen) hatten zum „Runden Tisch Offshore“ ins Hamburger Rathaus eingeladen. Etwa 20 Vertreter großer Unternehmen der Offshore-Industrie und Banken sowie Gewerkschaftsvertreter waren der Einladung gefolgt. Auch Staatssekretär Dr. Frank Nägele aus Schleswig-Holstein war nach Hamburg gekommen. Mit einem Plädoyer für eine kontinuierliche und nachhaltige Förderung der Offshore-Windenergie gind die Expertenrunde gestern zu Ende.

„Uns geht es darum den engen Dialog mit der Offshore-Wirtschaft weiter zu vertiefen, um eine gemeinsame Energie- und industriepolitische Perspektive für die Zeit nach der Bundestagswahl zu entwerfen“, sagte Frank Horch. Und Martin Günthner ergänzte: „Die Zeit des Stillstands und der Unsicherheit muss überwunden werden. Sonst wird ein im Aufbau befindlicher Industriezweig massiv gefährdet.

Die Energiewende braucht die Offshore-Technik. Die Offshoreindustrie braucht Verlässlichkeit.

Die Offshore-Windindustrie biete für die deutsche Küste große industrie- und energiepolitische Chancen. Offshore sei das Fundament der Energiewende – grundlastnah, wettbewerbsfähig und mit hervorragenden Perspektiven für die mittelständische Industrie, heißt es in der Presseinformation der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

Bereits heute gebe es etwa 10.000 Arbeitsplätze in dieser Zukunftsbranche. Über 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze könnten bis zum nächsten Jahrzehnt geschaffen werden. Damit verbunden seien neue Perspektiven für Werften, Häfen und Mittelstand. Derzeit befinden sich acht Offshore-Windparks vor der deutschen Nordseeküste in Bau. Weitere 20 seien genehmigt und annähernd hundert weitere Parks beantragt. Die Windparks bestehen in der Regel aus bis zu 80 einzelnen Anlagen.

Nachdem die Bundesregierung im Frühjahr mit ihrem Versuch, die bestehenden Vergütungsregelungen rückwirkend zu ändern, massiv das politische Vertrauen in den Standort Deutschland gefährdet habe, halte die Industrie die notwendigen Investitionsentscheidungen in die zweite Ausbauwelle derzeit zurück. Dies gefährde die Offshore-Industrie als immer wichtiger werdenden industriellen Kern der Region. Um dies zu verhindern, braucht diese für Norddeutschland und ganz Deutschland essenzielle wirtschaftliche Entwicklung verbindliche und klare Rahmenbedingung.

„Der heutige Schulterschluss zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmer, Betreibern, Verbänden, Herstellern und der Politik zeigt die Relevanz des Themas Offshore für die Region. Die Branche hat erneut gezeigt, dass sie sich in der Verantwortung und in der Lage sieht, unverzichtbare Beiträge zum Gelingen der Energiewende zu leisten. Dies schließt die Bereitschaft ein, konsequent an der Kostenschraube zu drehen und alle Einsparpotentiale zu nutzen“, sagten Horch und Günthner nach der Sitzung.

Am „Runden Tisch Offshore“ betonten alle Seiten, dass aktuelle Probleme lösbar seien. Jedoch müsse es im Rahmen der anstehenden EEG-Novelle nach der Wahl zum Deutschen Bundestag klare Rahmensetzungen geben. Dazu Holger Lange, Staatsrat der für Energiepolitik zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: „Gerade wegen der Bedeutung der Offshore-Windenergie für das Gelingen der Energiewende und der engen Verknüpfung von Industrie- und Energiepolitik ist es notwendig, dass wir uns auch weiterhin länderübergreifend für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Branche engagieren.“ Die Offshore-Industrie ist als junge Industrie auf politisches Vertrauen angewiesen. Die Branche fordert zuverlässige und langfristige politische Zusagen, um der Verunsicherung von Investoren entgegenzuwirken.

Die Forderungen des „Runden Tisches Offshore“

  • Das Stauchungsmodell muss verlängert werden, damit die von dem verzögerten Netzausbau betroffenen Offshore-Projekte unter den ursprünglichen Bedingungen realisiert werden können.
  •  Für bereits fertiggestellte Windparks müssen die heute geltenden Förderbedingungen garantiert werden.
  •  Die Übertragungsnetze und Netzanschlüsse der Windparks müssen planmäßig ausgebaut werden.
  • Der Bund muss die Länder beim Ausbau der notwendigen Infrastruktur, insbesondere der Hafeninfrastruktur an der norddeutschen Küste unterstützen.

Den Informationen der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation zufolge waren sich die Teilnehmer auch darüber einig, dass es wichtig sei, in der Zukunft Kostensenkungspotentiale systematisch zu erarbeiten und zu realisieren. Dazu sei es aber unabdingbar erforderlich, dass die geplanten Folgeprojekte umgesetzt werden können. Günthner und Horch: „Für die dauerhafte gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende ist es wichtig, dass die Energiepreissteigerungen abgebremst werden. Es ist aber nicht akzeptabel, dass ausgerechnet der Ausbau der Offshore-Windparks hierfür verantwortlich gemacht wird. Offshore wird mit jedem Projekt das realisiert wird, rentabler werden und damit mittelfristig einen Beitrag zur Beruhigung der Energiepreise liefern können.“

(Redaktion)


 


 

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