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Osteuropa

Ukraine auf dem Weg nach Europa – schon mehr als 60 Unternehmen in Hamburg aktiv

Mit der Anbindung der Ukraine an Europa entwickelt sich Hamburg zum wichtigsten Standort der ukrainischen Wirtschaft in der Europäischen Union. Mehr als 60 ukrainische Unternehmen unterhalten eine Niederlassung an der Elbe und etwa 200 Hamburger Unternehmen haben Geschäftsbeziehungen mit der Ukraine. Das Handelsvolumen beträgt fast 180 Millionen Euro im Jahr.

Das teilte die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH mit. Sie unterstützt Unternehmen bei Expansions-, Restrukturierungs- und Investitionsprojekten in Hamburg und akquiriert national und international neue Firmen für den Wirtschaftsstandort Hamburg. „Die Ukraine ist nur zwei Flugstunden von Hamburg entfernt und rückt immer näher an die Europäische Union. Seit dem Jahr 2011 ist der Handelsumsatz sprunghaft gestiegen und wir konnten in den letzten Monaten bereits sechs Firmen aus der Ukraine ansiedeln“, erläutert Jutta Ludwig, Vorsitzende der Geschäftsführung der HWF. Und Yuriy Yarmilko, Generalkonsul im Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg, ergänzt: „Diese Tendenz macht uns glücklich und wir als Generalkonsulat werden den Eintritt von ukrainischen Unternehmen auf den deutschen Markt immer fördern“. Zum Ausbau der Wirtschaftskontakte hatte die HWF gerade eine Akquisitionsreise in die Ukraine unternommen. Dort wurden Gespräche mit Kammern und Verbänden geführt und weitere Ansiedlungen in Hamburg vorbereitet.

Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner der Ukraine. Dabei weist der Außenhandelsbereich beider Länder ein großes Entwicklungspotenzial auf. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus Hamburg und der Ukraine entwickelt sich sehr erfolgreich. Generalkonsul Yarmilko: „Die Ukraine ist ein europäisches Land und der Eintritt in die Europäische Union ist unser strategisches Ziel in der Außenpolitik. Dabei wäre die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir hoffen, dass das Abkommen auf dem Gipfeltreffen zur Östlichen Partnerschaft Ende November in Vilnius unterzeichnet wird und dass es dann die wirtschaftliche und politische Basis für die weitere Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen der Ukraine und Deutschland bildet.“

Die ukrainischen Unternehmen in Hamburg entstammen den vielfältigsten Branchen. Zum Beispiel eröffnete 2012 die Firma iLogos, das größte unabhängige Unternehmen für Spieleentwicklung und Spiele- Outsourcing in der Ukraine, seine Europazentrale in Hamburg. Hauptziel von iLogos Europe sollen Geschäftsentwicklung und Marketing in Europa sein. Auch vor Ort ansässig ist HUB Concept, eine Tochter der ukrainischen Industrievereinigung „IT Ukraine“. Sie soll ukrainische IT Unternehmen beim Start in Deutschland unterstützen. CuBe Matrix ist ein innovatives Marktforschungsunternehmen mit ukrainischen Wurzeln. Weitere Unternehmen sind in der Beschaffung oder im Baubereich tätig.

Umgekehrt ist die Ukraine auch ein wachsender Markt für Hamburger Unternehmen. Namhafte Unternehmen wie zum Beispiel Beiersdorf, Bode Chemie, Blohm & Voss, Jungheinrich, Reemtsma oder RWE Dea, und sind in der Ukraine aktiv. Besondere Bedeutung hat die Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Hamburg beim Projekt „Modernisierung der ukrainischen Häfen“. Hamburg Port Consulting hat dafür ein Joint Venture mit der Hafenverwaltung von Odessa gegründet. Ein weiteres Beispiel für eine gute Zusammenarbeit ist die Josef Moebius BAU-AG. Die Baufirma beteiligt sich an der Vertiefung des Donau-Deltas.

Die Ukraine ist an einem weiteren Ausbau der Handelsbeziehungen interessiert. Generalkonsul Yarmilko: „Heutzutage ist bekannt, dass Bereiche wie Energie, Landwirtschaft, IT-Technologie sowie Maschinenbau vielversprechend sind. Deswegen möchte ich trotz der Finanzkrise die Hamburger Firmen zur Arbeit in die Ukraine einladen. Umgekehrt wäre es auch schön, wenn noch mehr ukrainische Unternehmen sich in Hamburg niederlassen.“

Aber nicht nur im Bereich der Wirtschaft gibt es Berührungspunkte zwischen Hamburg und der Ukraine. So arbeitet das Oberverwaltungsgericht der Ukraine aktiv mit Hamburg zusammen. Jährlich findet der Besuch von Vertretern der Verwaltungsgerichte im Rahmen der Delegation der ukrainischen Richter in Hamburg statt, um rechtliche Grundlagen und praktische Erfahrungen bei der Umsetzung von Mediation in Deutschland kennen zu lernen.

Auch zwischen ukrainischen und Hamburger Hochschulen bestehen zahlreiche Partnerschaften. Die Zusammenarbeit des Lehrstuhls für automatisierte Steuerungssysteme (ASS) am Polytechnischen Institut Charkiw und der Technischen Universität hat zum Beispiel bereits im Jahr 2000 begonnen. Weitere Aktivitäten wie Praktika für Studenten und Doktoranden des Lehrstuhls ASS an der Technischen Universität, Anfertigungen gemeinsamer Publikationen, Besuche der Professorenschaft mit Vorträgen über aktuelle wissenschaftliche Probleme der Wirtschaft, nehmen von Jahr zu Jahr zu. Die Nationaluniversität Dnіpropetrowsk betreibt seit 2002 eine gemeinsame Forschung in der molekularen Neurobiologie mit dem Zentrum für Molekulare Neurobiologie in Hamburg. Außerdem arbeitet der Lehrstuhl für Physik an der Nationalen Universität der Bioressourcen und Naturnutzung der Ukraine aktiv mit dem Internationalen Wissenschaftszentrum Hamburg zusammen. Und die Klinik für Psychiatrie, Psychologie und Sexualwissenschaft an der Nationalen Danilo-Halitzki-Medizinuniversität in Lemberg kooperiert mit der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg.

Seit 2006 wird die Freie und Hansestadt Hamburg in der Ukraine durch einen Hamburg-Ambassador vertreten. Norddeutschland ist die Wahlheimat für rund 30.000 Menschen ukrainischer Herkunft. Die Klitschko Brüder sind hiervon sicherlich die bekanntesten. Über 300 ukrainische Studenten studieren an Universitäten in Hamburg.

(Redaktion)


 


 

Ukraine
Deutschland
HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

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