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Otto-Group-Trendstudie 2013

Deutsche Konsumenten legen großen Wert auf Umwelt- und Sozialstandards

Nachhaltigkeitsaspekte rücken verstärkt ins Bewusstsein der Verbraucher: Immer mehr Menschen in Deutschland kaufen Waren und Dienstleistungen auch nach ethischen Kriterien ein. Das ist das zentrale Ergebnis der vierten Otto-Group-Trendstudie zum ethischen Konsum „Lebensqualität – Konsumethik zwischen persönlichem Vorteil und sozialer Verantwortung“.

Ethischer Konsum, bei dem die Verbraucher auch auf Umwelt- und Sozialstandards schauen, ist im Alltag der Menschen angekommen: Erstmals geben mehr als die Hälfte der Verbraucher (56 Prozent) an, häufig Produkte zu kaufen, die ethisch korrekt hergestellt sind. Dabei habe sich der Wert in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt. Soziale Aspekte wie faire Arbeitsbedingungen spielten hier eine hervorgehobene Rolle – auch und vor allem im Hinblick auf die damit gewonnene Lebensqualität. So lautet das Fazit der repräsentativen Untersuchung, die das Hamburger Trendbüro in diesem Jahr bereits zum vierten Mal im Auftrag des internationalen Handels- und Dienstleistungsunternehmens erstellt hat.

Der Kauf regionaler Produkten nimmt zu

Das Verständnis von Konsumethik hat sich der Studie zufolge bei den deutschen Verbrauchern verbreitert: So gewinne etwa die regionale Herkunft beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen an Bedeutung. Hätten bei der letzten Studie vor zwei Jahren noch 77 Prozent der Befragten unter ethischem Konsum verstanden, regional erzeugte Produkte zu kaufen, seien dies nun 87 Prozent. Für umweltfreundlich hergestellte Produkte sei dieser Wert zwar leicht von 89 auf 92 Prozent gestiegen, jedoch sei die konkrete Bereitschaft, für Bio-Produkte mehr Geld auszugeben, erstmals rückläufig.

Verbraucher legen großen Wert auf faire Arbeitsbedingungen

Eine besondere Bedeutung messen Verbraucher beim Kauf von Gütern sozialen Aspekten bei: Für 92 Prozent der Deutschen bedeute ethischer Konsum, Produkte zu kaufen, bei deren Herstellung auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen geachtet wird. Darüber hinaus zeigten Ergebnisse aus Experteninterviews, die ebenfalls in die Studie einflossen, und die Betrachtung der Gesamtentwicklung, dass viele Menschen für soziale Themen sehr sensibel seien. Das korrespondiere mit der in den Medien gerade im Wahlkampf stark thematisierten Gerechtigkeitsdebatte.

Unterstrichen werde der Stellenwert des Sozialen, wenn Konsumethik vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für die Lebensqualität betrachtet werde – dem thematischen Schwerpunkt der diesjährigen Studie. So stimmten 97 Prozent der befragten Verbraucher der Aussage zu, dass ein Unternehmen dazu beitragen könne, ihre Lebensqualität zu erhöhen, wenn es auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen achte und Mitarbeiter fair behandele. Während 60 Prozent ethisch korrekte Produkte kauften, weil sie ihre eigene Lebensqualität erhöhten, täten dies sogar 83 Prozent, weil sie damit die Lebensqualität anderer erhöhten. „Immaterielle Werte werden in einer materiell geprägten Lebenswelt immer wichtiger. Mit ethischem Konsum können Verbraucher diese beiden Enden verbinden und so ihre eigene Lebensqualität und die anderer verbessern“, fasst Prof. Peter Wippermann, Gründer des Trendbüros, die Entwicklung ethischen Konsums im Hinblick auf die Lebensqualität zusammen.

Unternehmen sollten sorgenfreien Konsum ermöglichen

Laut der Studie werden Medien und NGOs als Impulsgeber für ethischen Konsum immer wichtiger. 22 Prozent der Befragten seien der Meinung, dass diese die zentralen Impulse setzen sollten, um das Thema Konsumethik für die Menschen attraktiver zu machen. Vor vier Jahren waren dies noch 12 Prozent. Auf die Wirtschaft vertrauen in dieser Beziehung wie im Vorjahr 21 Prozent.

Die Ergebnisse zeigten die Herausforderungen, aber zugleich auch Chancen für Unternehmen auf. Firmen könnten die Lebensqualität von Verbrauchern steigern, indem sie Konsumentenwohlbefinden durch sorgenfreien Konsum ermöglichten und hierfür vor allem soziale Aspekte berücksichtigten, heißt es.

Der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader, betont die Wichtigkeit, Nachhaltigkeit von innen heraus zu leben: „Aus Tradition messen wir bei der Otto Group Werten wie Nachhaltigkeit und dem fairen Umgang mit Mitarbeitern einen hohen Stellenwert bei. Diesen Anspruch wollen wir auch in einem hochintensiven Wettbewerbsumfeld beibehalten und haben uns mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie bis 2020 ehrgeizige Ziele gesetzt.“

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Lesen Sie auch den Beitrag Sustainability: Nachhaltigkeit als strategische Management-Aufgabe – zwischen Greenwashing, jutebasiertem Ökoverständnis und Industriehype.

(Redaktion)


 


 

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