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Leser fragen - Peter Hahn antwortet

Zertifikate-Verlust: Anleger sollten Rechtslage prüfen

Derzeit herrscht aufgrund der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers und der damit einhergehenden aktuellen Finanzmarktkrise unter den geschädigten Anlegern von Zertifikaten eine allgemeine Unsicherheit darüber, wie sie erfolgreich außergerichtlich gegen ihr Kreditinstitut vorgehen können.

Bei der außergerichtlichen Geltendmachung Ihrer Schadensersatzansprüche sollten Sie beachten, dass die möglichen Erfolgsaussichten von der jeweiligen Bank abhängig sind, die die Anlageberatung durchgeführt haben. So sind diverse Sparkassen wie etwa die Haspa durchaus zu außergerichtlichen Vergleichsgesprächen bereit. Andere Banken wie die Dresdner Bank oder die Citibank lehnen dies zurzeit noch ab.

Je nach Art des Zertifikates sind die Erfolgsaussichten für ein außergerichtliches Vorgehen unterschiedlich zu beurteilen. Als Leitformel gilt: Je spekulativer das Zertifikat, desto größer sind grundsätzlich die Erfolgsaussichten für Schadensersatzansprüche bei Teil- oder Totalverlusten. Sollten Ihre Anlageziele mit der Risikoträchtigkeit des Zertifikates nicht übereinstimmen, ist dies ein erfolgversprechender Ansatz. Zudem bestehen keineswegs nur Erfolgsaussichten für Schadensersatz beim Erwerb von Lehman-Zertifikaten mit dem eingetretenen Emittentenrisiko.

Hinsichtlich des Schadensausgleiches sollten Sie die Gespräche mit Ihrer Bank oder Sparkasse nicht selbst führen. Erfahrungsgemäß ist es immer besser, wenn Sie einen Zeugen, am besten einen Anwalt mitnehmen. Wegen der Komplexität der Fälle sollten Sie einen spezialisierten Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beauftragen. Diesbezüglich können Sie sich bei den örtlichen Anwaltsvereinen erkundigen.

Bei der Inanspruchnahme Ihrer Bank müssen Sie darüber hinaus die dreijährige Verjährung im Auge behalten. Grundsätzlich verjähren nach § 37 a WpHG Schadensersatzansprüche in drei Jahren ab Erwerb der Zertifikate.

Für den Fall, dass Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt bei Ihrer Bank erkundigt haben, ob Sie das Zertifikat veräußern oder weiter halten sollen und Ihre Bank eine nicht anlagegerechte Empfehlung erteilt hat, ergeben sich auch hieraus Schadensersatzansprüche mit einer neu zu berechnenden Verjährungsfrist. Voraussetzung dafür ist, dass die Halteempfehlung der Bank fundamental oder von der Chartanalyse nicht zu vertreten war.

Sie haben Fragen zum Verlust von Zertifikaten? Stellen Sie diese unserem Experten Rechtsanwalt Peter Hahn. Aus allen Einsendungen werden in regelmäßigen Abständen ausgesuchte veröffentlicht.

Füllen Sie dazu das Kontaktformular an unsere Redaktion aus und schreiben Sie uns im Feld „Ihr Anliegen“ Ihre Frage auf. Bei Veröffentlichung wird Ihr Name nicht genannt.

(Peter Hahn)


 


 

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