01.01.2010  08:00 Uhr

Die Pferdeakademie
Führungspersönlichkeit entwickeln mit Trainer Pferd

Hamburg. Wie gehe ich mit neuen Herausforderungen im Arbeitsalltag um? Wie ist es um meine Fähigkeit bestellt, im Team zu agieren? Besitze ich Führungskompetenz?

Diesen und vielen weiteren Fragen wird in den Seminaren der Pferdeakademie nachgegangen. Lehrmeister sind die Pferde, denn sie spiegeln die Persönlichkeit jedes einzelnen Teilnehmers auf direkte, ehrliche und unvoreingenommene Art und Weise wider. Wie viel wir über uns und unser (Führungs-) Verhalten von Pferden lernen können, erfuhren Jennifer Siekmann und Mirjam Brungs eindrucksvoll bei einem Probeseminar der Pferdeakademie.

Nemo, Michel, Tiada, Jorina und Rübe

Die acht Teilnehmer, die sich an einem kühlen Apriltag im Schulungsraum der Pferdeakademie einfinden, sind gespannt auf das, was sie in den kommenden Stunden erwartet. Diejenigen, die Pferdeerfahrung mitbringen, vielleicht selbst jahrelang geritten sind oder seit Jahren reiten, wähnen sich vielleicht im Vorteil gegenüber denjenigen ohne „Pferdekenntnisse“. Jedenfalls kommt uns dieser Gedanke, als wir zusammen mit den anderen in die helle und großzügige Reithalle schauen und unsere Lehrmeister, die vier Friesen Nemo, Michel, Tiada, Jorina und das Pony Rübe, begutachten. Weit gefehlt! Hier geht es nicht um reiterliches Wissen oder Kenntnisse im Umgang mit Pferden, sondern allein um die Erkenntnis über das eigene Verhalten und die eigene Persönlichkeit.

Bewusst wirken und wirksam kommunizieren

Nachdem wir die Vierbeiner eine Weile beobachtet und ihr Verhalten allein und in der Gruppe anhand eines Fragebogens eingeordnet haben, gehen wir hinunter in die Halle und machen uns mit den vierbeinigen Trainingspartnern bekannt. Hier zeigt sich, wer forsch auf die Tiere zugeht und wer ihnen mit einer gewissen Zurückhaltung begegnet. Nach der ersten Kontaktaufnahme wartet die erste Übung auf uns: Das Führen an Halfter und langem Strick über einen einfachen Parcours. Es folgt die Übung „Führen und Folgen“, was bedeutet, dass derselbe Parcours ohne das „Hilfsmittel“ Strick zurückgelegt wird. Das Pferd soll dem Menschen auf seinem Weg vom Anfangs- bis zum Endpunkt folgen. Schon bei diesen ersten Übungen machen wir interessante Erfahrungen. Wir merken schnell, dass unser Partner Pferd auf jede Unsicherheit, jedes Zögern, jede „Planlosigkeit“ direkt reagiert. Wer Weg und Ziel für sich nicht klar im Auge hat, verliert schnell die Verbindung zu seinem vierbeinigen Lehrmeister. Das Pferd bleibt stehen, wechselt von sich aus die Richtung oder lässt sich von den bunten Kegeln des Parcours ablenken.

Weitere Übungen folgen, zum Beispiel diejenige, bei der wir hinter dem Pferd laufend, dieses mit Halfter und Kutschleine über einen Parcours führen sollen. Zum Schluss werden vier Teams gebildet: immer zwei Teilnehmer und ein Pferd tun sich zusammen. Dann starten wir einen kleinen Wettbewerb in Form eines Staffellaufs. Welche Gruppe zuerst mit seinem Pferd die Runden zurückgelegt hat, ist Gewinner. Hierbei geht es darum, als Team das Ziel zu erreichen – auch das ist eine interessante Erfahrung.


 
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Die Pferdeakademie



 


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