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  • 20.03.2020, 08:01 Uhr
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  • Hamburg
Pflegeberufe

Hamburger Arbeitgeber in der Pflege stellen sich auf neuem Online-Portal vor

Die Partner der „Allianz in der Pflege” in Hamburg geben im neuen Portal einen Einblick in ihre Einrichtungen und Arbeitsbedingungen. Die Transparenz soll Pflegekräften und Interessierten an einer Ausbildung helfen, den für sie richtigen Arbeitsplatz zu finden.

Die Hamburger „Allianz für Pflege” setzt sich aus führenden Arbeitgebern für Pflegekräfte zusammen, die sich auf Standards für gute Arbeit in der Pflege verständigt haben. Sie wurde im April 2019 von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) gegründet, um dem Fachkräftemangel durch attraktivere Arbeitsbedingungen entgegenzuwirken.

Mit dem neuen Arbeitgeberportal, das im Februar 2020 startete, geht die Allianz mit einem transparenten Online-Informationsangebot in die Öffentlichkeit. Auf der Plattform präsentieren sich insgesamt 102 Krankenhäuser, Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und Tagespflegeeinrichtungen der Hansestadt.

Prüfer-Storcks: Gute Pflege benötigt ausreichend Fachkräfte

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks sagt in einer Mitteilung der Behörde, gute Pflege gebe es nur mit einer guten Ausstattung mit Fachkräften. „Dazu müssen wir Jugendliche für den Pflegeberuf begeistern, Pflegekräfte möglichst langfristig im Beruf halten oder zur Rückkehr bewegen. Das alles wird sich dauerhaft nur über gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten realisieren lassen. Dazu haben wir die ,Allianz für die Pflege' gegründet.” Nun sei der nächste Schritt erfolgt: „In dem neuen Arbeitgeberportal stellen die Allianz-Partner ihre Einrichtungen transparent dar, legen Arbeits- und Rahmenbedingungen offen und zeigen berufliche Zukunftsperspektiven auf. Sie werben gleichzeitig für sich als Arbeitgeber und gemeinsam für das Image des Pflegeberufs.”

Das Arbeitgeberportal richtet sich an alle, die eine Tätigkeit im Bereich Pflege suchen oder eine Ausbildung in diesem Bereich beginnen möchten. Das Onlineangebot bietet vielfältige Informationen über Arbeitgeber im Bereich Pflege, wie zum Beispiel über die Ausbildungsvergütungen, die Bezahlung beim Einstieg und mit mehreren Jahren Berufserfahrung.

Außerdem können mit wenigen Klicks weitere Angaben der Einrichtungen eingesehen werden: die Zahl der dort beschäftigten Pflegekräfte und der jährlich eingestellten Auszubildenden in der Pflege, welche Zulagen, Zuschüsse und Sonderzahlungen es gibt, Arbeitszeiten, Urlaubstage, Angebote zur Gesundheits-, Weiterbildungs- und Karriereförderung sowie Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Migrationshintergrund, beim Wiedereinstieg in den Beruf oder bei der Wohnungssuche.

Bewegung bei Gehältern

Junge Menschen, die sich für den Pflegeberuf interessieren, können künftig mit einer besseren Bezahlung rechnen. So hat sich die Pflegekommission laut Mitteilung auf höhere Mindestlöhne in der Altenpflege ab 1. Juli 2020 sowie auf einen einheitlichen Mindestlohn für alle Pflegefachkräfte und qualifizierte Pflegeassistenzkräfte ab 1. Juli 2021 geeinigt hat. Pflegefachkräfte verdienen demnach auf der Basis von 15 Euro Stundenlohn etwa 2.535 Euro brutto monatlich. Qualifizierte Pflegeassistenzkräfte kommen bei 12,50 Euro Stundenlohn monatlich auf etwa 2.100 Euro brutto. Eine weitere Erhöhung der Mindestlöhne für diese Berufsgruppen soll zum 1. April 2022 erfolgen.

Derzeit liegen die Grundgehälter bei den Allianz-Partnern ohne Zulagen oder Zuschüsse für ausgebildete Pflegefachkräfte ohne Berufserfahrung („Einstiegsgehalt“) zwischen 2.609,62 Euro und 3.086,90 Euro. Wer vier bis sechs Jahren Berufserfahrung mitbringt, kann mit einem Gehalt zwischen 2.703,00 Euro und 3.408,45 Euro rechnen. Die Ausbildungsvergütungen für Auszubildende zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann liegen im ersten Ausbildungsjahr zwischen 1.025 Euro und 1.160 Euro.

49 Einrichtungen im Arbeitgeberportal Pflege bieten ihren Pflegekräften für das Ankommen in Hamburg eigene Wohnmöglichkeiten an. Viele unterstützen dies durch Kooperation mit Wohnungsgenossenschaften und -unternehmen, bei denen sie auf Wohnungen zurückgreifen können.

Stimmen von Arbeitgebern

Landespastor Dirk Ahrens, Leiter des Diakonischen Werks Hamburg, das nach eigenen Angaben der größte gemeinnützige Pflege-Anbieter in der Hansestadt ist, sagt zur Online-Initiative: „Wichtig ist, dass sich Alten- und Krankenpflege in einem gemeinsamen Portal präsentieren: Das bringt Jobsuchende auf neue Ideen, schafft schnell Orientierung und Transparenz. So kommen wir dem Ziel, auch künftig alle, die auf Alten- oder Krankenpflege angewiesen sind, gut zu versorgen, wieder einen Schritt näher.“

Jörn Wessel, Geschäftsführer des Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, erklärt: „Den Partnern der Allianz für die Pflege ist es gelungen, über Wettbewerbsgrenzen hinweg ihre Zahlen, Daten, Fakten öffentlich zu machen. Damit entsprechen sie einem wichtigen Standard, auf den sich die Allianz für die Pflege im vergangenen Jahr bei ihrer Gründung geeinigt hat: Die Allianz macht einer wichtigen Zielgruppe – jungen Menschen in der Berufsorientierung – in einer zeitgemäßen Form transparent, wie attraktiv der Pflegeberuf, entgegen vieler Vorurteile, ist.“

Neue Allianzpartner willkommen

Weitere Arbeitgeber in der Pflege, die sich zur Einhaltung den vereinbarten Standards verpflichten, der Allianz für die Pflege beitreten und sich als Arbeitgeber auf dem Hamburger Arbeitgeberportal Pflege präsentieren möchten, können die BGV jederzeit über allia[email protected] kontaktieren.

Das Portal ist erreichbar unter: www.hamburg.de/arbeitgeber-pflege

(Redaktion)


 


 

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