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Plötzlicher Herzstillstand

Notfall-App zeigt öffentlich zugängliche Defibrillatoren

Erleidet ein Mensch einen plötzlichen Herzstillstand, zählt für eine Soforthilfe jede Minute. Umso wichtiger, dass auch Laien wissen, was zu tun ist. Der Arbeiter-Samariter-Bund Hamburg hat für solche Fälle die Smartphone-Applikation „Hamburg schockt“ entwickelt. Die kostenfreie Notfall-App soll dazu beitragen, die Überlebenschancen bei Herzstillstand zu verbessern.

Der plötzliche Herzstillstand gilt als die häufigste Todesursache in Deutschland. Dabei trifft dieser „Sekundentod“ nicht nur herzkranke oder ältere Menschen. Auch Junge können betroffen sein, etwa durch eine verschleppte Infektion, die auf Herzmuskel oder Herzkranzgefäße übergreift. So schwierig die Beurteilung einer Notfall-Situation für mögliche Helfende auch sein kann: Je schneller ein Betroffener Erste Hilfe bekommt, desto höher sind seine Überlebenschancen.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme für die Wiederbelebung kommt neben einer anfänglichen Herzdruckmassage vor allem dem schnellen Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED), kurz Defi, eine entscheidende Rolle zu. Hierbei handelt es sich um ein kleines tragbares Gerät, das durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen beenden kann. Solche Defis gibt es zunehmend in Behörden, in Unternehmen sowie an öffentlichen Plätzen.

„Hamburg schockt“ will lebensrettende Soforthilfe verbessern

Der ASB Hamburg hat im Rahmen seiner Initiative „Hamburg schockt“ öffentlich zugängliche AED-Geräte für den Großraum Hamburg zusammengetragen und auf einer Karte verzeichnet. Erklärtes Ziel ist es, die lebensrettende Soforthilfe beim plötzlichen Herzstillstand zu verbessern. Informationen zu der Initiative finden sich auf der Website „Hamburg schockt“. Auch gibt es dort die kostenlose Smartphone-App zum Herunterladen. Über diese App lasse sich im Ernstfall ein Notruf absetzen. Umgehend werde der Standort geortet und der nächste verfügbare Defibrillator angezeigt, heißt es. Zudem würden die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen in der gebotenen Kürze erklärt.

AED-Geräte melden

Damit die Initiative dazu beitragen kann, viele Leben zu retten, ist der ASB auf Unterstützung angewiesen. Er bittet all diejenigen, die im Großraum Hamburg einen Defi haben, diesen bei „Hamburg schockt“ registrieren zu lassen, um eine möglichst hohe Standortdichte dieser wichtigen Geräte und damit ein qualitativ hochwertiges Netzwerk zu erhalten. Erste Früchte trägt diese Arbeit bereits. Mit 250 in der Notfall-App verzeichneten Standorten ist der ASB nach eigenen Angaben im vergangenen November gestartet. Heute umfasst diese Liste bereits 350 Einträge.

Selbsterklärender Umgang mit einem Defibrillator

Durch den Einsatz eines Defibrillators besteht eine Chance, bei einem plötzlichen Herzstillstand ein möglicherweise ursächliches Herzkammerflimmern zu beenden und einen Impuls zu geben, dass das Herz des Betroffenen seine normale Tätigkeit wieder aufnimmt. Der ASB erläutert auf seiner Internetseite, dass die halbautomatisierten Modelle den Ersthelfenden anweisen, welche Maßnahmen am Patienten durchzuführen sind. Bevor es zum Auslösen des Stromschocks per Knopfdruck komme, analysiere das Gerät die Herzaktivität des Patienten. Wenn es ein Herzkammerflimmern erkenne, werde die Defibrillation freigeschaltet und per Knopfdruck angewiesen. Dabei übernehme das Gerät selbsttätig die Auswahl und Aufladung der notwendigen Energie für den Schock. Es folge dabei programmierten Abläufen gemäß den Empfehlungen internationaler notfallmedizinischer Gremien (ILCOR, ERC). Falls das Gerät einen Herzrhythmus messe, für den keine Defibrillation vonnöten sei, fordere es den Helfer zur Herzdruckmassage auf. 

Weitere Informationen: www.hamburg-schockt.de

(Redaktion)


 


 

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