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Produktion zurück in Deutschland

Positive Bilanz für die Incourcing-Maßnahmen der Pfannenberg GmbH

Trotz des anhaltenden Trends, osteuropäische Länder wie Polen und Bulgarien als Standorte für eine günstige Produktion zu nutzen, hat sich der deutsche Mittelständler Pfannenberg GmbH im Jahr 2006 entschlossen, diesen Trend rückgängig zu machen. Seit 2007 ist die Blechfertigung und seit Beginn 2008 die Kunststofffertigung wieder in Hamburg angesiedelt.

Die Firmenführung um Andreas Pfannenberg sah sich in 2007 vor die Entscheidung gestellt, weiterhin mit externen Lieferanten zu arbeiten oder umzudenken. „Höchste Qualität ist für Pfannenberg ein entscheidender Faktor in allen Produktionslinien, darüber hinaus wird die Kunststofftechnik einen immer größeren Stellenwert in unseren Produkten einnehmen“, so der Sohn des Firmengründers, Andreas Pfannenberg. Man entschied sich deshalb dafür, nicht nur das Produktions- Know-how, sondern auch das Engineering für die Kunststofftechnik im eigenen Hause aufzubauen. Dazu mussten alle Prozesse komplett – von A bis Z – abgedeckt werden.

Bei einer dafür benötigten Investitionssumme von circa 1 Million Euro kalkulierte Pfannenberg im Vorhinein genau: „Wir mussten uns überlegen, für welches Volumen wir die Produktion auslegen müssen und welche Einsparungen wir durch eine Verlagerung der Produktion an unseren Standort erwarten können“, erklärt der Geschäftsführer. Das letztendlich Entscheidende war der Aufbau spezifischen Expertenwissens im Kunststoffspritzen und im Produktdesign – ein eindeutiger Zugewinn für den Hamburger Mittelständler.

Pfannenberg bezog bis dato alle Kunststoffteile für die Herstellung seiner Produkte, wie z. B. der Blitzleuchten für Gebäude-Illuminationen, aus Schleswig-Holstein. Obwohl der bisherige Zulieferer in Deutschland produzierte, konnte seit der Umstrukturierung das time-to-market deutlich verbessert werden. „Wir haben es in kürzester Zeit geschafft, eine gut funktionierende Abteilung mit zehn Mitarbeitern aufzubauen, die jetzt schon im 2-Schicht-Betrieb läuft. Das Produktions-Insourcing verlief deutlich problemloser, als wir das zunächst erwartet haben. So haben wir jetzt durch eine verbesserte Bestandskontrolle einen viel geringeren Lagerbestand und einen kurzen Produktionszyklus und konnten dadurch unsere Lieferperformance deutlich erhöhen“, erklärt Andreas Pfannenberg.

Massive Einsparungen in der Blechbearbeitung



Die Blechbearbeitung ist ein weiteres Beispiel für erfolgreiches Insourcing der norddeutschen Firma. Ursprünglich war dieser Bereich schon einmal im Unternehmen selbst angesiedelt, gehörte jedoch nicht zu den Kernkompetenzen. In den zurückliegenden Jahren wurde in diesen Fertigungsbereich nicht mehr investiert, so dass Volumenteile und das Wachstum mehr und mehr outgesourced wurden. Der zunehmende Preisdruck führte dazu, dass Lieferanten aus dem Hamburger Umland durch Osteuropäische und Lieferanten aus Indien ersetzt wurden. Die Kosten für Transport und Qualitätskontrolle stiegen erheblich. Teilweise gab es bis zu 20 Prozent Ausschuss. Nur durch eine Neuproduktion in kleinen Stückzahlen in Deutschland konnte ein Lieferverzug an die Kunden verhindert werden. „Es rechnete sich einfach nicht mehr“, erklärt Andreas Pfannenberg: „Wir analysierten die Overheads und die Anforderungen an die In-house-Produktion, verglichen Vor- und Nachteile und kalkulierten die Disposition. Schlussendlich kamen wir zu dem Ergebnis, dass wir Geld sparen können, wenn wir die Blechbearbeitung wieder in die eigenen Hände nehmen.“

So wurde dieser Produktionsbereich zu Beginn 2008 von Indien und Bulgarien nach Hamburg zurückgeführt. In den letzten sechs Monaten konnte Pfannenberg die Produktion in Hamburg preislich so optimieren, dass diese nun auf dem gleichen Niveau wie in Bulgarien liegt. „Der Betrieb läuft in zwei Schichten – bei Bedarf sogar in drei Schichten; der Lagerbestand ist leichter zu kontrollieren und das Handling ist einfacher. Unser Plan ist also voll und ganz aufgegangen“, freut sich der Geschäftsführer.

Auch wenn hier weniger Know-how-Aufbau erforderlich war als bei der Kunststofftechnik, wurden trotzdem 0,5 Millionen Euro in neue Maschinen investiert. Das bestehende Team von drei Mitarbeitern wurde jetzt auf neun Mitarbeiter erweitert. Insgesamt sind bei Pfannenberg in Hamburg-Allermöhe 167 Festangestellte und bis zu 20 Leiharbeiter beschäftigt. Durch das Insourcing – also den forcierten Know-how-Erwerb und den Produktionsausbau – wurden und werden auch weiterhin Arbeitsplätze für Facharbeiter geschaffen.

www.pfannenberg.com/de

Quelle: Ziegfeld Enterprise GmbH

(Redaktion)


 


 

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