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Kommentar von Matthias Beermann

Der Provinz-Pastor aus Florida und die Koran-Provokation

Die globalisierte Welt macht es möglich: Da geht ein übergeschnappter Provinz-Pastor hin und kündigt im Internet eine Koran-Verbrennung an, pünktlich zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001. Der Islam-Hass eines Einzelnen und seiner mehr als überschaubaren Gefolgschaft droht rund um den Globus eine Welle der Gewalt auszulösen.

Die kalkulierte Verletzung der religiösen Gefühle von Muslimen spielt islamistischen Scharfmachern perfekt in die Hände, die wie schon in der Vergangenheit die prächtige Gelegenheit nutzen werden, den Hass auf den Westen weiter zu schüren. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Fanatiker aller Religionen denselben perversen Denkmustern folgen - Terry Jones hat ihn erbracht. Man darf den Islam kritisieren, insbesondere bestimmte Formen seiner Interpretation, die sich mit unserer Auffassung von Menschenrechten nicht in Einklang bringen lassen. Aber die mutwillige Schändung der heiligen Schrift einer anderen Religion ist ein barbarischer Akt. Nicht von ungefähr hat das Vorhaben auch unter Christen und Juden Empörung ausgelöst - und ein Gefühl der Hilflosigkeit. Es scheint so einfach für die Prediger des Hasses, uns alle als Geiseln zu nehmen.

Der Autor schreibt für die in Düsseldorf erscheinende Tageszeitung "Rheinische Post".

(ots)


 


 

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