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Qualität der Arbeit

Jeder zweite Selbstständige in Vollzeit hat überlange Arbeitszeiten

Sie arbeiten „selbst und ständig“ – im Jahr 2014 gaben in Deutschland mehr als die Hälfte der vollzeittätigen Selbstständigen (53,0 Prozent) an, gewöhnlich über 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Dies gilt nach internationaler Konvention als überlange Arbeitszeit.

Selbständige mit Beschäftigten waren stärker von überlangen Arbeitszeiten betroffen (63,8 Prozent) als Solo-Selbständige (41,4 Prozent). Unter den Angestellten in Vollzeit betrug der Anteil lediglich 7,0 Prozent. Damit lag im Jahr 2014 der Anteil der Vollzeiterwerbstätigen, die gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, bei 12,3 Prozent. Der Anteil der Erwerbstätigen mit überlanger Arbeitszeit ist seit seinem Höchststand im Jahr 2012 (13,6 Prozent) wieder etwas zurückgegangen. Das teilte das Statistische Bundesamt anlässlich der Veröffentlichung des Indikatorenberichts „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ Anfang November 2015 mit.

Insbesondere Führungskräfte waren demnach häufiger von überlanger Arbeitszeit betroffen: 37,6 Prozent der Vollzeiterwerbstätigen in Führungsposition arbeiteten gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche. Dies ist jedoch zum Teil auch auf den überdurchschnittlich hohen Anteil Selbstständiger unter den Führungskräften (50,7 Prozent) zurückzuführen. Während 63,9 Prozent der selbstständigen Führungskräfte in Vollzeit Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden pro Woche aufwiesen, berichtete nur gut jeder vierte abhängig Beschäftigte in Führungsposition (26,4 Prozent) von überlanger Arbeitszeit.

Vollzeiterwerbstätige Männer wiesen mit 15,0 Prozent deutlich häufiger überlange Arbeitszeiten auf als Frauen (7,2 Prozent). Dies lässt sich laut den Statistikern unter anderem darauf zurückführen, dass Frauen im Vergleich zu Männern deutlich seltener Führungspositionen ausüben.

Der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen, die eigentlich eine Vollzeitstelle gesucht haben, lag im Jahr 2014 bei 13,6 Prozent. Männer (18,5 Prozent) waren häufiger betroffen als Frauen (12,4 Prozent). Der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten hat sich seit 1992 (5,4 Prozent) fast verdreifacht. Nach seinem Höchststand von 22,3 Prozent im Jahr 2006 ist er seit 2009 jedoch wieder kontinuierlich gesunken.

Abend- und Nachtarbeit, wie auch überlange Arbeitszeiten können den Raum für private Aktivitäten einschränken und auch mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen. Gut ein Viertel der Erwerbstätigen (25,7 Prozent) arbeitete 2014 regelmäßig am Abend, das heißt von 18 bis 23 Uhr. Im Jahr 1992 hatte der Anteil mit 14,9 Prozent auf einem deutlich niedrigeren Niveau gelegen. Im gleichen Zeitraum ist die Nachtarbeit (von 23 bis 6 Uhr) lediglich um 1,4 Prozentpunkte von 7,2 Prozent auf 8,6 Prozent gestiegen.

Selbstständige (36,6 Prozent) arbeiteten 2014 häufiger am Abend als Angestellte (24,4 Prozent). Bei der Nachtarbeit zeigte sich ein umgekehrtes Bild: Während 5,2 Prozent der Selbstständigen auch in der Nacht arbeiteten, lag der Anteil unter den abhängig Beschäftigten bei 9,0 Prozent.

(Redaktion)


 


 

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