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Ratgeber Kündigung Teil 3

Abfindung – der versüßte Abschied

Müssen Abfindungen versteuert werden?

Wenn eine hohe Abfindung ausgehandelt wurde, ist das ist ein Grund zur Freude – allerdings auch für das Finanzamt! Denn 2006 wurde der Steuerfreibetrag für Abfindungen abgeschafft. Damit unterliegen sie in voller Höhe der Lohnsteuerpflicht. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Als außerordentliche Einkünfte werden Abfindungen im Vergleich zum gewöhnlichen Arbeitsverdienst steuerlich besonders behandelt (§ 34 EStG). So lässt sich die Steuerlast durch die sogenannte Fünftelregelung (auch Fünftelungsmethode genannt) senken. Wie sie funktioniert? Einfacher als es vielleicht den Anschein hat: Zunächst errechnet man die Lohn- oder Einkommenssteuer für das reguläre Jahreseinkommen. Dann wird ein Fünftel der Abfindung zum Einkommen hinzuaddiert und wiederum die Einkommenssteuer ermittelt. Die Differenz zwischen den beiden Einkommenssteuersummen wird nun verfünffacht. Dieser Posten wird der Steuerlast hinzugerechnet, die sich ohne Abfindung ergeben würde. Insbesondere für Arbeitnehmer mit eher niedrigerem Einkommen zahlt sich die Fünftelregelung aus. Wer sowieso schon zu den Top-Verdienern zählt, profitiert dagegen weniger oder sogar gar nicht.

Abfindungen sind nicht sozialabgabenpflichtig

Für Sozialkassen sind bei Erhalt einer Abfindung keine zusätzlichen Abgaben zu entrichten. Weder für die Kranken- und Rentenversicherung noch für die Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.

Mindern Abfindungen das Arbeitslosengeld?

In der Regel nicht. Ganz gleich, wie hoch die Abfindung ist: Sie hat keine Auswirkungen auf einen Anspruch auf Arbeitslosengeld (im Gegensatz zum Arbeitslosengeld II). Es gibt aber eine Ausnahme, die zur Anrechnung der Abfindung auf das Arbeitslosengeld führen kann. Nämlich dann, wenn man sich mit seinem Arbeitgeber bei einem Abfindungsvergleich – etwa im Rahmen eines Kündigungsschutzverfahrens – auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses geeinigt hat – und dadurch die geltende Kündigungsfrist verkürzt wird. Das heißt jedoch nicht, dass man als Leistungsbezieher insgesamt weniger Geld von der Arbeitsagentur erhält, so wie das bei einer Sperrzeit der Fall wäre. Die Zahlung der Bezüge setzt einfach zu einem späteren Zeitpunkt ein. Vorsicht ist aber bei Aufhebungs- und Abwicklungsverträgen geboten. Diese zu unterschreiben kann sich nachteilig auf Ansprüche auf das Arbeitslosengeld auswirken. Unsere Empfehlung: Unbedingt den Rat eines Fachanwalts für Arbeitsrecht einholen, wenn man die Unterzeichnung solcher Dokumente in Erwägung ziehen sollte.

Zum ersten des Ratgebers (Kündigungsfristen 1) geht es hier.
Zum zweiten Teil des Ratgebers (Kündigungsfristen 2) geht es hier.
Zum vierten Teil des Ratgebers (Abfindungen 2) geht es hier.

(lifePR)


 


 

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