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Selbstverantwortung: neue Wege in der Organisationsbewältigung

Noch vor wenigen Jahren waren Führungskräfte in Unternehmen unabdingbar. Sie leiteten Teams ihre Mitarbeiter an und bewerteten ihren Arbeitserfolg. Mit den neuen Arbeitnehmer-Generationen wird sich diese klassische Rollenverteilung weiter aufweichen, die Organisationsbewältigung steht vor neuen Herausforderungen. Psycholinguistin Susanne Klein gibt in ihrem Ratgeber „Kein Mensch braucht Führung“ 20 Impulse für eine Umkehr von hierarchischen Führungsmodellen hin zu eigenverantwortlichen Arbeiten.

Neue Generation fordert mehr Selbstverantwortung

In unserer mediengetriebenen Gesellschaft wird insbesondere der jungen Generation kommuniziert, dass Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung unser höchstes Gut sind. Das passt nicht mit der klassischen Organisationsbewältigung in kleinen und größeren Unternehmen zusammen.

„Immer weniger junge Menschen haben Lust dazu, eine Führungskarriere anzustreben. Zum einen lehnen sie die klassischen Führungsinstrumente ab und zum anderen haben sie keine Lust dazu, für andere Menschen Service zu leisten“, weiß Susanne Klein. Und das ist kein Beinbruch, denn die Wirksamkeit von Führungskräften ist nicht so stark, wie man annehmen könnte.

Weniger Führung – mehr selbstmotiviertes Handeln

Sie verweist auf die Forschungsergebnisse des Nobelpreisträgers und Psychologen Daniel Kahneman. Ihm zufolge führen leistungsstarke Führungskräfte zu 60 Prozent zum Erfolg, während alle anderen, schwächeren Führungskräfte ihr Unternehmen zu 50 Prozent zum Erfolg führen.

Führung ist also nicht der ultimative Erfolgsfaktor, vor allem nicht bei stark zunehmenden Komplexität und Volatilität des Marktes. Für Unternehmen wird es immer interessanter und erfolgsversprechender, auf das Prinzip Selbstverantwortung zu setzen. Sie kaufen sich kreative und höchst motivierte Arbeitskräfte ein. Dann sollen sie ihnen in ihrer Tätigkeit auch den Raum und die Möglichkeiten geben, sich zu engagieren und selbstwirksam zu sein.

„Junge Menschen wollen interessante und sinnvolle Aufgaben, die sie fordern und weiterbringen. Karriere ist keine attraktive Perspektive mehr“, so die Trainerin, „die Vorstellung davon, sich um die Leistung anderer Menschen kümmern zu müssen, Gespräche führen zu müssen, zu beurteilen, mutet eher uninteressant an.“

In ihrem Ratgeber stellt Susanne Klein 20 Impulse vor, wie Unternehmen das teamorientierte Arbeiten und das Abweichen von klassischen Führungsrollen gestalten können. Dazu gehören zum Beispiel das Anpassen von Strukturen, Stichwort Datentransparenz, sowie das Ausbrechen aus Silos mit Fluide Communitys.

Roter-Reiter-Fazit: Der Ratgeber gibt 20 praxisbezogene Ratschläge zum Gestalten einer zukunftsorientierten Organisationsbewältigung. Dabei greift Susanne Klein immer wieder auf Studien und Praxiserfahrungen zurück, die den Erfolg des Prinzips Selbstverantwortung belegen. Also etwas mehr Mut, bitte!

Das Buch: Susanne Klein, „Kein Mensch braucht Führung. Mehr Erfolg durch Selbstverantwortung“, Gabal Verlag, 2019, ISBN 978-3-86936-903-7

(Roter Reiter)


 


 

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