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  • 15.10.2020, 10:04 Uhr
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  • Hamburg
Rechtsschutzversicherung

Wertvoller Schutz bei gerichtlichen Auseinandersetzungen

Ob ungerechtfertigte Kündigung, Abmahnung für den privaten Onlineshop oder Streit mit dem Nachbarn: Oft hilft nur noch ein Anwalt, um sich gerichtlich zu wehren und die eigenen Ansprüche geltend zu machen. Eine Rechtsschutzversicherung schützt vor hohen Anwalts- und Prozesskosten.

Wann sich eine Rechtsschutzversicherung lohnt

Die Kosten für eine gute Rechtsschutzversicherung können sich je nach Police auf mehrere hundert Euro im Jahr belaufen. Ob sich der Abschluss einer solchen Versicherung lohnt, hängt vor allem von den eigenen Lebensumständen ab. Ein Pendler in einer ländlichen Region, der täglich über hundert Kilometer mit dem eigenen Auto fährt, hat ein weit größeres Risiko, in verkehrsrechtliche Auseinandersetzungen zu geraten, als ein Großstädter, der meist mit der Straßenbahn oder zu Fuß unterwegs ist. Der Mitarbeiter einer großen Firma mit schlechtem Betriebsklima, in der es immer wieder zu Kündigungen kommt, benötigt eher Schutz als der Mitarbeiter in einem kleinen Betrieb mit herzlicher familiärer Atmosphäre.

Ganz wichtig zu wissen: Die eine allgemeine Rechtsschutzversicherung gibt es nicht. Versicherungsnehmer haben die Möglichkeit, individuelle Versicherungen für bestimmte Bereiche abzuschließen oder einen Rundumschutz zu erwerben. Ein solches Paket lohnt sich jedoch nur in seltenen Fällen. Die einzelnen Bereiche im Überblick:

  • Verkehrsrecht: Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, zum Beispiel wenn nach einem Verkehrsunfall die Schuldfrage vor Gericht geklärt werden muss.
  • Arbeitsrecht: Erlaubt es Arbeitnehmern, sich gerichtlich gegen eine ungerechtfertigte Kündigung oder eine Abmahnung zu wehren.
  • Mietrecht: Hilft bei Auseinandersetzungen mit dem Vermieter, zum Beispiel wenn dieser Eigenbedarf anmeldet oder die Kostenübernahme einer Renovierung verweigert.
  • Strafrecht: Schutz bei Vorwürfen wie Ordnungswidrigkeiten, Verkehrsdelikten und anderen kleineren Straftaten.
  • Familienrecht: Die wichtige Hilfe bei Auseinandersetzungen im eigenen Familienkreis, zum Beispiel beim Streit um das Sorgerecht nach der Scheidung.

In der Regel erlauben die Versicherer die Zusammenstellung der benötigten Policen in einem Paket. Eine beliebte Kombination ist zum Beispiel ein Paket, welches den Rechtsschutz für das Privatleben rundum abdeckt und die Bausteine Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz verknüpft.

Wartezeiten und Ausnahmeregeln beachten

Grundsätzlich setzen die Versicherungen eine Wartezeit von drei bis sechs Monaten voraus. Damit verhindern sie, dass sie sofort für einen Rechtsstreit zahlen müssen. Wer also beispielsweise gerade eine betriebsbedingte Kündigung wegen Corona erhalten hat, kann nicht schnell eine Rechtsschutzversicherung abschließen, um den Arbeitgeber gerichtlich zu belangen. Erst nach einigen Monaten kann die Versicherung erstmals genutzt werden und auch nur, wenn die Ursache für den Rechtsstreit erst nach dem Ende der Wartezeit aufgetreten ist.

Daneben gibt es für jede Rechtsschutzversicherung eine ganze Reihe von Ausnahmeregeln. Manche sind allgemeingültig, andere gelten individuell für bestimmte Policen. Die meisten Versicherungen schließen Streitigkeiten rund um den Immobilienkauf und Hausbau grundsätzlich aus, weil diese sehr häufig vorkommen und sehr teuer sind. Auch bei vorsätzlichen Straftaten wird die Versicherung nicht für die Kosten aufkommen. Dies umfasst beispielsweise Diebstähle. Wird jedoch vor Gericht verhandelt, ob es sich um Fahrlässigkeit oder Vorsatz handelt, hängt es vom Urteil ab. Kann der Beschuldigte glaubhaft machen, dass es sich um Fahrlässigkeit handelte, muss die Strafrechtsschutzversicherung die Kosten übernehmen.

Was bei Vertragsabschluss zu beachten ist

Bei der Suche nach der besten Rechtsschutzversicherung zählt nicht alleine die Versicherungssumme. Im Kleingedruckten gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten. Hilfreich ist eine möglich kurze Wartezeit, damit der Versicherungsschutz möglichst bald aktiv wird.

Der Vertrag sollte die Klausel „Stichentscheid“ enthalten. Diese ist wichtig, wenn die Versicherung eine Kostenübernahme mangels Erfolgsaussichten verweigert. Der Anwalt kann eine eine begründete Stellungnahme zu den Erfolgsaussichten abgeben, auf die der Stichentscheid folgt. Dieser ist für beide Seiten bindend. Praktisch für den Versicherungsnehmer: Die Kosten dafür trägt grundsätzlich die Versicherung, er hat also nichts zu verlieren.

(Redaktion)


 


 

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