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Reederei-Fusion

Hapag-Lloyd und CSAV schaffen die viertgrößte Linienreederei der Welt

Riesen-Deal in der Container-Schifffahrt: Deutschlands größte Reederei, Hapag Lloyd, hat den Zusammenschluss mit dem chilenischen Wettbewerber CSAV besiegelt.

Die Hapag-Lloyd AG und Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV) haben am 16. April 2014 in Hamburg ein „Business Combination Agreement“ unterzeichnet und damit einen bindenden Vertrag über die Zusammenlegung des Containergeschäfts von CSAV mit dem Hapag-Lloyd-Konzern geschlossen. Damit soll das Containergeschäft von CSAV vollständig in Hapag-Lloyd aufgehen – die Wettbewerbsbehörden müssen dafür ihre Zustimmung erteilen. Im Gegenzug wird die chilenische Reederei neuer Hapag-Lloyd-Kernaktionär. Das teilte Hapag Lloyd mit.

Der Hauptsitz des Unternehmens soll Hamburg bleiben. Für das Lateinamerika-Geschäft sei eine Regionszentrale in Chile geplant. Durch die Integration gehöre Hapag-Lloyd künftig mit rund 200 Schiffen mit einer Gesamttransportkapazität von zirka einer Million Containereinheiten (TEU = Twenty-foot Equivalent Unit, Maß für Containereinheit) sowie einem jährlichen Transportvolumen von mehr als sieben Millionen TEU und zirka neun Milliarden Euro Umsatz zu den vier größten Linienreedereien der Welt, so die Reederei.

„Wichtiger Meilenstein in der Geschichte von Hapag-Lloyd“

Mit CSAV bekommt Hapag-Lloyd einen neuen Kernaktionär, neben den bisherigen größten Aktionären, der Stadt Hamburg, Kühne Maritime und dem TUI-Konzern. CSAV werde durch die Einbringung seines Containergeschäfts zunächst mit 30 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt. Nach dem Vollzug der Transaktion (Closing) sei eine Kapitalerhöhung von 370 Millionen Euro beschlossen, an der sich CSAV mit einem Betrag in Höhe von 259 Millionen Euro beteiligen werde, hieß es. Dadurch erhöhe sich der Anteil an Hapag-Lloyd auf 34 Prozent. Eine weitere Kapitalerhöhung in Höhe von 370 Millionen Euro soll im Rahmen eines geplanten Börsengangs von Hapag-Lloyd stattfinden. „Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, diese Partnerschaft zu schließen, und wir die Konsolidierung in der Linienschifffahrt als Unternehmen aktiv mit gestalten. Dieser Tag ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte von Hapag-Lloyd“, sagte Michael Behrendt, Vorsitzender des Vorstandes von Hapag-Lloyd, nach der Unterzeichnung des Vertrages. „Die Transaktion steigert den Wert des Unternehmens und damit auch den Wert der Anteile unserer Gesellschafter.“

Auch Oscar Hasbún, CEO von CSAV hob hervor, dass durch die Bündelung ein „größeres, stärkeres und globaleres Unternehmen mit bedeutenden Skaleneffekten und einer erheblich verbesserten Wettbewerbsposition“ entsteht. Durch die Integration der Container-Sparte von CSAV würden jährliche Synergien in Höhe von mindestens 300 Millionen US-Dollar erzielt. Neben dem Dienste-Netzwerk der beiden Reedereien ergänzten sich auch die Schiffsflotten hervorragend. „Die Verbindung mit CSAV, Lateinamerikas führender Containerreederei, stärkt Hapag-Lloyd erheblich in diesem Wachstumsmarkt. Zusätzlich zu Hapag-Lloyds Stärke in den Ost-West-Verkehren gewinnt das Unternehmen dadurch auch eine hervorragende Marktposition im Nord-Süd-Verkehr“, so Hasbún.

Die Auftragsbücher beider Unternehmen ergänzen sich laut Hapag-Lloyd ebenfalls bestens: Während Hapag-Lloyd Ende April das letzte von zehn bestellten 13.200-TEU-Schiffen für den Fernost-Verkehr in Fahrt nehmen will, befinden sich bei CSAV noch sieben Einheiten mit je 9.300 TEU für 2014 und 2015 im Zulauf. Diese Containerschiffe sind speziell für das südamerikanische Fahrtgebiet ausgelegt. „Das sorgt für eine junge und kosteneffiziente Flotte. Der Einsatz von optimaler Tonnage in den Fahrtgebieten ist heute eine der wichtigsten Voraussetzungen, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen“, sagte Hasbún.

Beide Reedereien verbindet eine lange Historie

CSAV, gegründet 1872, und Hapag-Lloyd, gegründet 1847, besitzen große Tradition verbunden mit einer klaren unternehmerischen Vision für die Zukunft. „Die Zusammenlegung des Containergeschäftes von CSAV mit Hapag-Lloyd stärkt unser Unternehmen. Hapag-Lloyd ist damit hervorragend für künftiges Wachstum aufgestellt“, sagte Michael Behrendt. „Damit verbessern wir unser Angebotsportfolio weiter und können unseren Kunden noch bessere weltweite Dienste bieten“, so Behrendt weiter.

Die zuständigen Gremien beider Unternehmen haben laut Hapag Lloyd dem Zusammenschluss bereits zugestimmt. Der Vollzug der Transaktion (Closing) steht demnach noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Eine weitere Bedingung sei, dass nicht mehr als fünf Prozent der CSAV-Minderheitsaktionäre ihr Rückzugsrecht ausüben, hieß es. Diejenigen, die einem Zusammenschluss mit Hapag-Lloyd nicht zustimmen wollen, haben nun bis zum 20. April 2014 die Möglichkeit, sich ihre Anteile vom Unternehmen auszahlen zu lassen. CSAV habe den Zusammenschluss mit Hapag-Lloyd davon abhängig gemacht, dass weniger als fünf Prozent all seiner Anteilseigner von diesem Rückzugsrechts Gebrauch machen.

Hapag-Lloyd steigt durch die Fusion mit der Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV) nach der dänischen Maersk, der Schweizer Mediterranean Shipping MSC und der französischen CMA CGM zur viertgrößten Linienreederei der Welt auf.

(Redaktion)


 


 

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