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Regenwassermanagement

Hamburg mit neuer Abwasserautobahn

Mit dem Bismarckstraßensiel in der Innenstadt stellte Hamburg jetzt die neue Abwasserautobahn fertig. Damit ist der bald ein Jahrzehnt dauernde große Sielausbau beendet, der die Hansestadt vor Wasserüberflutung schützen soll.

Das Bismarckstraßensiel ist der letzte Teilabschnitt eines Innenstadt-Entlastungsprogramms, in welches das städtische Wasserver- und Entsorgungsunternehmen Hamburg Wasser laut Unternehmensmitteilung in den letzten zehn Jahren rund 85 Millionen Euro investiert hat. Mit dem Neubau von 6,2 Kilometern Transport- und Speichersielen entstand demnach ein zusätzliches Speichervolumen von 17.600 Kubikmetern.

Herausforderungen: Starkregen und Flächenbebauung

Mit der Inbetriebnahme des neuen Sielabschnitts soll die Wasserqualität des Isebekkanals erheblich verbessert werden, die durch Überläufe in Starkregenzeiten belastet worden war. Gleichzeitig beendet Hamburg Wasser mit dem Abschluss der Baumaßnahme das größte Sielausbauprogramm der 2010er-Jahre. Insgesamt habe das Paket für den Gewässerschutz in Hamburg rund 695 Millionen Euro umfasst. Dafür wurden rund 215.200 Kubikmeter zusätzliches Speichervolumen geschaffen, teilt der städtische Wasserversorger mit.

Mit diesen Infrastruktur-Programmen habe sich Hamburg, wie andere große Städte auch, auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet, heißt es in der Mitteilung. Dazu gehören starke Regenfälle in kurzer Zeit und Stürme. Erschwert werde die Aufgabe dadurch, dass Hamburg wachse: Grünflächen würden zunehmend bebaut und befestigt. Dadurch könne das Regenwasser nicht mehr versickern, sondern fließe in die Kanalisation. Falle zu viel Regen in kurzer Zeit, gelange diese an ihre Grenzen. Überläufe aus dem städtischen Sielnetz in die Kanäle und Flüsse der Stadt könnten dann die Folge sein. Zum Schutz der Gewässer habe das städtische Unternehmen das Sielnetz Hamburgs deshalb gezielt ausgebaut, um etwa Alster, Elbe und Bille besser vor Überläufen aus der Kanalisation zu schützen.

Vision: Entwicklung zur „Schwammstadt”

Der Ausbau der Siele sei, so Hamburg Wasser, nur ein kleiner Baustein beim Regenwassermanagement: „Die Entwicklung von Hamburg zur Schwammstadt ist das langfristige Ziel. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, den Regen möglichst gar nicht erst in die Siele zu leiten. Regenwasser soll gespeichert und langsam wieder abgegeben werden. Erreicht werden soll dies durch den Einsatz versickerungsfähiger Materialien, Gründächer, begrünte Fassaden, Mulden und Teiche. Es wird angestrebt, einen möglichst naturnahen Wasserhaushalt zu erreichen. Dabei müssen die Grundstückseigentümer ebenfalls mitziehen.“

(Redaktion)


 


 

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