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Etikette in südländischen Restaurants

Die Sommerferien beginnen und für viele Deutsche steht der wohlverdiente Urlaub an. Bei den europäischen Reisezielen stehen Spanien und Italien in der Beliebtheitsskala ganz oben. Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch im zusammenwachsenden Europa. Wer sich im Urlaub stilsicher verhalten und Land und Leuten anpassen möchte, sollte die jeweiligen kulturellen Besonderheiten kennen. Hier finden Sie Tipps für Italien und Spanien.

 Bella Italia

„Dolce Vita“, das süße Leben spielt in Italien eine große Rolle. Dazu gehören beispielsweise ausgedehnte Mahlzeiten. Italiener genießen gutes Essen. Während das Frühstück häufig einfach ausfällt – etwa nur ein Espresso oder Cappuccino und ein Stück Gebäck im Stehen an der Bar –, sind Mittag- und Abendessen umfangreicher. Die wichtigste Mahlzeit des Tages ist dabei das Abendessen. Üblicherweise beginnt der abendliche Restaurantbesuch nicht vor 20.30 Uhr. Im Restaurant besteht das Essen aus mehreren Gänge, die mindestens den ersten und zweiten Hauptgang umfassen. Als „primo piatto” wird meist Pasta serviert. Wer hier stilsicher Spaghetti essen möchte, erledigt das Aufrollen nur mit der Gabel. Zum „secondo piatto” gibt es beispielsweise Fisch oder Fleisch. Ein vollständiges Menü sieht zudem eine Vorspeisen („antipasto”), Nachtisch („dolce“) und zum Abschluss einen Espresso („caffè“) vor. Wer hier einen Cappuccino vorzieht, könnte ein Fettnäpchen erwischen und outet sich auf jeden Fall als „unkundiger“ Tourist. Darf die Milch nicht fehlen, ist hier der Espresso mit Milchschaum („caffè macchiato“) eine aus italienischer Sicht angemessene Alternative.

Manch Tourist mag sich schon gewundert haben, wenn auf seiner Restaurant-Rechnung zusätzliche Posten auftauchten, die er nicht bestellt hat. In italienischen Restaurants wird landläufig eine Pauschale für Tischdecke und Besteck („coberto“) berechnet. Und gab’s zum Essen ein Brotkörbchen „pane“, dann darf der Gast meist auch dafür zahlen. Trinkgeld ist in der Gastronomie weniger üblich. Wer mit dem Service besonders zufrieden war, kann nach dem Bezahlvorgang ein paar Münzen – 5 bis 10 Prozent des Gesamtbetrags – auf dem Tisch oder auf einem kleinen Teller liegenlassen.

¡Olé, España!

Auch die Spanier legen großen Wert auf das Mittagessen und als Hauptmahlzeit das Abendessen. Wer deutsche Mittagszeiten schätzt und gern früh zu Abend isst, muss sich in Spanien deutlich umstellen. Das Mittagessen („comida“) findet normalerweise zwischen 13.30 und 16 Uhr statt. Das Abendessen („cena“) beginnt ab 20.30 Uhr, häufig sogar erst ab 21 Uhr. Die Mahlzeiten bestehen meist aus Vorspeise („entremés“ oder „primer plato“), Hauptgericht („plato principal“) und Nachtisch („postre“). Zur Mittagszeit bieten viele Restaurants ein dreigängiges Tagesmenü mit Getränk („menú del día“) zu einem festen Preis an.

Das Frühstück fällt auch eher knapp aus. Spanier trinken ihren Kaffee häufig vor der Arbeit wie die Italiener in einer Bar. Ein Kaffee (Espresso), schwarz, mit wenig Milch oder Milchkaffee („café solo“, „café cortado“, „café con leche“) und etwas Gebäck dazu. Wer lieber Filterkaffee trinkt, sollte nach einen „café americano“ fragen. Ein besonderes Frühstück gibt es an Sonn- und Feiertagen. Dann bestellen sich Spanier gern Churros oder Porras –frittiertes krapfenähnliches Gebäck – mit einer Tasse heißer Schokolade.

Im Lauf des Tages treffen sich Spanier in Bars und Kneipen, um am späten Vormittag etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Häufig findet man auf dem Bartresen eine Auswahl an „tapas“ und „pinchos“. Zwischen 17 und 19 Uhr gibt es zu dem die nachmittägliche „merienda“. Hier trifft man sich ebenfalls auf ein Bier oder einen Wein und isst dazu Tapas oder auch belegte Weißbrote „bocadillos“. Dabei nehmen die Gäste ihre Speisen häufig direkt am Tresen ein. Ungewohnt mutet da möglicherweise an, dass Zahnstocher, mit denen die „pinchos“ vor dem Verzehr aufgespießt waren, Servietten und Olivenkerne auch schon mal auf dem Boden landen.

Eine angenehme Besonderheit in Spanien ist die Siesta, die allerdings langsam aus dem Alltagsleben verschwindet. Während der nachmittäglichen Hitze zwischen 13.30 Uhr und 16.30 Uhr sind gewöhnlich alle Geschäfte geschlossen. Dann essen die Spanier zu Mittag und wer die Möglichkeit hat, zieht sich anschließend zum Mittagsschlaf („siesta“) zurück, der bis 17/18 Uhr dauern kann. Eine angenehme Sitte auch für Sommerurlauber auf der Iberischen Halbinsel. So bleibt genügend Ausdauer für einen langen Abend.

Die für Deutsche übliche Art, in der Gruppe getrennt zu bezahlen, ist in spanischen wie auch italienischen Restaurants verpönt. Also lieber reihum einladen oder den Gesamtbetrag teilen und gemeinsam begleichen. In Spanien lässt man sich ebenfalls erst das Wechselgeld zurückgeben und legt dann das Trinkgeld – etwa 10 bis 15 Prozent des Rechnungsbetrags – auf das Tellerchen, auf dem der Kellner das Wechselgeld gebracht hat.

Und zu guter Letzt: Höflichkeit kommt in allen Ländern gut an. Dazu gehören etwa elementare Dinge wie bitte und danke zu sagen – gern in der jeweiligen Landessprache, den so können Sie mit wenig Aufwand auch Ihr Interesse an Land und Leuten ausdrücken.

Genießen Sie Ihren Urlaub!

(Tanja Königshagen)


 


 

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