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Reiseplanung

Studie: Deutsche im Europavergleich nicht die langfristigsten Reiseplaner

Spontanurlaub oder lang geplante Reise? Die Deutschen gehen im Europavergleich bei der Planung ihrer Reise auf Nummer sicher, dennoch sind sie nicht die langfristigsten Reiseplaner. Bei Hotelbuchungen entscheidet vor allem der Preis. Das sind Ergebnisse einer Studie zum Konversions- und Buchungsverhalten von Verbrauchern.

Der Online-Marketing-Anbieter Rocket Fuel hat im November 2015 die Ergebnisse einer Studie zum Buchungsverhalten im Bereich Reisen und Freizeit unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse wurden nach Ländern aufgegliedert und zeigen die Entwicklungen der Branche. Sie beruhen auf der Auswertung von Rocket-Fuel-Kampagnen und einer Verbraucherumfrage. Daraus hat das Unternehmen die wichtigsten Ergebnisse zusammengestellt:

  • Franzosen buchen am längsten im Voraus: Die Franzosen sind mit ihrer Buchung durchschnittlich 54 Tage vor Reiseantritt die Spitzenreiter in der langfristigen Planung ihrer Freizeitaktivitäten. Die deutschen Urlauber liegen mit 49 Tagen vor Reiseantritt auf Platz zwei, gefolgt von den US-amerikanischen Reisenden, die sich im Durchschnitt 39 Tage vorher entscheiden.
  • Der Preis entscheidet: Insgesamt war für 73 Prozent der Befragten der Preis bei der Wahl des Hotels der wichtigste Faktor.
  • Frühbucher brauchen länger bis zur Konversion: Auf den ersten Blick paradox: Während die langfristigen Planer aus Frankreich, Deutschland und den USA im Durchschnitt bereits 8 Tage nach dem ersten Kontakt mit einer Anzeige konvertieren, sind die kurzfristigen Entscheider aus UK, Italien und Spanien erst 10 bis 11 Tage nach dem Erstkontakt zur Buchung bereit.
  • Früh- und Spätbucher achten auf unterschiedliche Dinge: Reisende, die sich sehr früh mit der Buchung eines Hotels beschäftigen, legen den Fokus hierbei auf Preis (plus 29 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt), Location (plus 28 Prozent) und Rezensionen (plus 10 Prozent) der gewünschten Unterbringung. Jene, die sich eher kurzfristig für ein Hotel entscheiden, geben an, besonderen Wert auf den Namen und die Marke des Hotels (plus 41 Prozent), den entsprechenden Service (plus 18 Prozent) und Food & Drinks (plus 24 Prozent) zu legen.
  • Cross-Device – Mobil suchen, auf dem Desktop buchen: 48 Prozent aller Befragten gaben an, über ein Mobilgerät eine Hotelübernachtung gesucht zu haben, aber nur 28 Prozent nutzten diesen Kanal auch zur Buchung.

Ländervergleich zeigt erhebliche Unterschiede beim Konversionsverhalten

Ein elementarer Bestandteil der Studie ist die Untersuchung und Zuordnung von Buchungen. Ausgesprochen viele Buchungen erfolgen demnach über Anzeigen, die auf Reiseseiten ausgespielt werden. In Deutschland und den USA ist die Wahrscheinlichkeit für eine Konversion im Zeitraum zwischen der sechsten und neunten ausgespielten Ad am größten. In Großbritannien und Italien wiederum wird am wahrscheinlichsten nach der achtzehnten bis dreiunddreißigsten Ad konvertiert.

Zwei Drittel der Verbraucher entscheiden sich in den ersten sieben Tagen nach der erstmaligen Sichtung einer Anzeige. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit für die Konvertierung stetig und geht nach vier bis fünf Wochen sogar gegen null. Während Reisende aus Großbritannien im Schnitt 14,0 Anzeigen sehen müssen und zehn Tage verstreichen lassen, um zu buchen, benötigen die Deutschen durchschnittlich 8,1 Tage und 11,5 Anzeigen, um sich zu entscheiden. Am konvertierungsfreudigsten zeigen sich die Reisenden aus den USA, die sich laut Umfrage schon nach 7,3 Anzeigen und 8 Tagen überzeugen lassen.

Recherche für Hotelbuchungen: Mobil suchen, auf dem Desktop buchen

Laut der Studie suchen und vergleichen Urlauber, die in Hotels nächtigen, die Unterkünfte mittlerweile verstärkt auf mobilen Endgeräten (48 Prozent), führen die Buchung jedoch letztendlich auf dem Desktop aus. Daher ist es für die Unternehmen der Reisebranche essenziell, die potenziellen Kunden auf allen Endgeräten wiedererkennen zu können und ihnen die Gestaltung ihrer Buchung so einfach und komfortabel wie möglich zu machen. Allein in Deutschland sind es bereits 16 Prozent der Konversionen, die über mobile Endgeräte generiert werden. Im Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) plus USA sind es insgesamt: 12 Prozent. Ganze 53 Prozent der Nutzer, die mobil nach Hotels suchen, buchen diese auch über das mobile Endgerät.

Vergleichsportale und hoteleigene Webseiten dominieren

Die Suche nach dem richtigen Hotel erfolgt sowohl über Vergleichsportale (66 Prozent), als auch direkt über die hoteleigenen Webseite (56 Prozent) und 45 (Prozent) der Suchenden nutzen beide Optionen. 63 Prozent der Deutschen gaben an, die Unterkunft für ihren nächsten Urlaub auf einem Vergleichsportal buchen zu wollen. Ausschlaggeben sei hierbei vor allem der Preis. 56 Prozent aller Nutzer würden von diesem Entschluss abweichen, wenn die hoteleigene Webseite einen besseren Preis bietet.

Hotelbuchungen oft mit anderen Online-Einkäufen verknüpft

Nutzer, die eine Unterkunft buchen, interessieren sich zu einer hohen Wahrscheinlichkeit auch für die Buchung eines Mietwagens, eines Fluges, Eventtickets oder führen einen anderweitigen Kauf im Einzelhandel aus. Bei deutschen Urlaubern steht mit 27 Prozent besonders die Buchung eines Fluges im Zusammenhang mit der Hotelsuche. Vergleichsweise wenige deutsche Hotel-Bucher (6 Prozent) buchen hingegen auch bei einem Mietwagenunternehmen.

(Redaktion)


 


 

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