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Rolfs Kolumne

Lieber Motivation als Depression

Sicher haben Sie auch schon mal gedacht, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Besonders wenn die Motivation (die Beweggründe des Willens) darniederliegt und sich nichts mehr zu bewegen scheint. Zuversicht in die eigene Zukunft und ein besseres Lebensgefühl täte uns dann besonders gut. Aber ohne den Glauben an uns und unsere Ziele reduzieren sich die für das Leben notwendigen Antriebskräfte – vergleichbar mit einer Batterie, die nicht aufgeladen wird.

Leider sind negative Grundstimmungen in unserem Land weit verbreitet. Wo immer man hinhört und hinsieht, wird geklagt. Anstatt sich zu bemühen, Mängel abzubauen, wird lieber kritisiert, denn dies ist bequemer, als selbst tätig zu werden, und etwas zum Besseren zu wenden. Leben braucht doch Aktivität und Dynamik. Dazu bedarf es einer starken Motivation. Aber leider versinken so viele Menschen in trostlosem Selbstmitleid, das immer wieder dazu führt, sich hängen zu lassen. „Aber nur Fledermäuse lassen sich hängen!“ Auch in den Misserfolgen, in den Niederlagen neue Chancen und Möglichkeiten entdecken und nutzen! – Das ist die Kunst, die wir lernen müssen! Misserfolgen und Fehlschlägen können wir nicht entkommen, aber wir können nach jedem Scheitern wieder aufstehen und es noch einmal versuchen. Scheitern ist nun mal ein fester Bestandteil unseres Lebens. Umso erstaunlicher ist es für mich, dass dieses Thema offenbar zu den großen modernen Tabus in unserem Lande gehört. Sogar unser Dichterfürst Goethe sagte, dass aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, etwas Schönes gebaut werden kann. Ich hoffe, dass es Ihnen trotz wiederholtem Kummer gelingt, nicht in hoffnungsloser Depression zu versinken, sondern immer wieder neue Chancen zu erkennen und etwas Besseres draus zu machen.

Fazit: Erfolglosigkeit ist kein unabwendbares Schicksal. Nur verwenden die meisten Menschen, denen die Selbstentfaltung nicht gelingen will, allzu viel Energie auf das Erfinden von Rechtfertigungen. Sich in die Tasche zu lügen, hat aber noch niemanden erfolgreich gemacht, geschweige denn glücklich.

(Rolf Burmester)


 


 

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1 Kommentar

von Tüechlidrugger
16.10.14 03:32 Uhr
Motivation vs. Depression

Eine blöde Frage vom Tüechlidrugger:
Ist es so, dass Erfolg glücklich macht?
führt es nicht eher zu einem Zwang?
"Ich bin nicht erfolgreich, ach wie bin ich unglücklich"
Ich bin nicht erfolgreich (zumindest nicht materiell messbar), tatsächlich nicht, aber nicht unglücklich deshalb. Es gab Zeiten in denen war ich am Ende, das hatte mit Erfolg aber wenig zu tun, sondern weil mein Lebensinhalt, die Familie futsch war. Nichts bedeutete mir mehr. Erfolgreich im Beruf (als Beispiel) nein. Ein gelernter Textilveredler welcher lange zeit als Monteur und dann für einen Hungerlohn als Schreinergehilfe gearbeitet hat ist nicht erfolgreich im üblichen Sinne. "Der kann doch mehr" - ja, mag stimmen, minimalist und es kümmert mich wenig, denn diese art Erfolg ist mir wurscht. Gelernt habe ich viel und darauf kommt es mir an, Erfahrungen sind auch ein Reichtum. Das kann mir niemand nehmen, sie gehören nur mir, kein Dieb kein Betrüger kommt an diesen Schatz. Natürlich mag ich es erfolgreich zu sein, wer nicht. Aber ich mag es nicht besonders wenn man Glück mit Erfolg verknüpft denn das ist aufgrund meines Erfahrungsschatzes schlicht falsch. Damit einer erfolgreich sein kann braucht es viele "Verlierer". Man kann nun darüber denken wie man will. Motivation beziehe ich weder über Erfolg noch über Rache (gibts ja auch), beides reicht bei mir nicht als Triebfeder. Einzig die Faszination für etwas, das motiviert mich. Und sind wir mal ehrlich, mangelt es nicht genau daran? Dinge nicht zu tun weil man Erfolgreich sein will oder weil es "Glück" verspricht sondern weil man gar nicht anders kann, weil es DAS Ding ist. Ich kann mir keine bessere Motivation vorstellen, wie gesagt alles ander versagt bei mir.
Begeisterung, von etwas beseelt sein, das ist die richtige und einzig gute Motivation.
Vor Depressionen braucht man dann keine Angst zu haben. Denn dazu hat der Schmerz nicht gereicht, er konnte mir meine Begeisterungsfähigkeit nicht rauben. Erfolg empfinde ich oft wenn ich jemanden anstecken kann mit diesem "Virus". Wenn ich Türen öffnen kann welche verschlossen waren.

 

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