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Rückengesundheit

Umfrage: Nur knapp Hälfte der Büromitarbeiter sitzt dynamisch

Während die Zahl der Büro-Beschäftigten in Deutschland weiter wächst, gibt es bei der ergonomischen Ausstattung von Büroarbeitsplätzen weiterhin Nachholbedarf. Das zeigt eine Forsa-Studie 2019 im Auftrag des Industrieverbandes Büro und Arbeitswelt e.V.

Einseitige Belastungen in Beruf und Alltag schwächen die stützenden Muskeln des Haltungsapparats und zählen unter Fachleuten zu den Hauptursachen für Rückenschmerzen. Das gilt auch für die Büroarbeit. Trotzdem investieren längst nicht alle Arbeitgeber in eine adäquate Büroausstattung. Das meldet der Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) zum „Tag der Rückengesundheit 2020” am 15. März.

Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung von 1.511 Beschäftigten Ende 2019 durch das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des IBA zeigten, dass mehr als die Hälfte der deutschen Büro-Mitarbeiter keinen ergonomischen Büroarbeitsstuhl besitzt.

Mehr Büro-Arbeitsplätze, Nachholbedarf bei der ergonomischen Ausstattung

Neueste Untersuchungen zeigen laut IBA, dass die Deutschen im Schnitt siebeneinhalb Stunden pro Tag sitzen. Bei den derzeit rund 32 Millionen Beschäftigten, die zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit an einem Schreibtischarbeitsplatz verbringen, dürfte diese Zahl noch höher ausfallen, so der IBA. Trotzdem arbeiteten im vergangenen Jahr nur 47 Prozent dieser Beschäftigten an einem Arbeitsplatz, der mit einem ergonomischen Bürostuhl ausgestattet war.

„Dabei ist das sogenannte dynamische Sitzen der Ausgangspunkt für gesundes Arbeiten im Büro“, erklärt Thomas Jünger, Geschäftsführer des Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. Bei der Wahl von Bürostühlen solle darauf geachtet werden, dass diese über eine Synchronmechanik oder vergleichbare Technik verfügen, durch die Rückenlehne und Sitz beim Zurücklehnen die natürliche Bewegung des Körpers unterstützen. Ein guter Anhaltspunkt für die Ergonomie, Funktionalität und Sicherheit von Drehstühlen und anderen Büromöbeln sei etwa das Qualitätszeichen „Quality Office“. Es kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen, die uneingeschränkt für die Gestaltung aktueller Büroarbeitswelten geeignet sind.

Haltungswechsel hält gesünder

Als Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung empfehlen Experten, mindestens einmal pro Stunde – besser aber häufiger – zwischen Sitzen und Stehen oder Gehen zu wechseln. Durch häufige Haltungswechsel werde so auch während der Arbeitszeit für eine Aktivierung der Muskeln und damit für eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Gehirns gesorgt. Voraussetzung dafür sei ein Arbeitsplatz, der den regelmäßigen Wechsel der Körperhaltung zwischen dynamischem Sitzen, Stehen und Bewegen unterstützt.

Eine einfache Möglichkeit, Sitzpausen in den Arbeitstag zu integrieren, sind den Experten des IBA zufolge elektromotorisch höhenverstellbare Sitz-Steh-Arbeitstische. Aber auch hier belegen die Zahlen der Forsa-Studie noch Handlungsbedarf: Aktuell haben gerade einmal 28 Prozent der Büro-Mitarbeiter die Möglichkeit, einen Schreibtisch für Sitz-Steh-Arbeit zu nutzen.

Mitarbeiter: Gute Ausstattung als Entscheidungskriterium

„Dabei lohnt es sich, nicht nur im Hinblick auf ein gesünderes Arbeitsumfeld, sondern auch in puncto Arbeitgeberattraktivität auf eine gute Arbeitsplatzausstattung zu achten“, sagt Thomas Jünger. Denn immerhin 68 Prozent der in der Studie befragten Arbeitnehmer sagten laut IBA von sich, dass sie vor einem Stellenwechsel auch einen Blick auf das künftige Arbeitsumfeld werfen würden. Außerdem sei für 86 Prozent der Beschäftigten eine gut gestaltete Arbeitsumgebung wichtig bis sehr wichtig und liege damit auf der Wunschliste der meisten Arbeitnehmer deutlich über Kriterien wie flache Hierarchien, Möglichkeiten für Home-Office oder persönliche Karrierechancen.

(Redaktion)


 


 

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